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Alfredo Stranieri

genannt „Der Kleinanzeigen-Killer"

Die Kirche Saint-Denis in Viry-Châtillon, Tatort des ersten Doppelmords
Wikimedia Commons / Poudou99 · CC BY 3.0
4
Opfer
„Der Kleinanzeigen-Killer"
verstorben
SerienmörderViry-Châtillon , Frankreich
Aktive Jahre
1997–1999
Modus Operandi
ErschießenBetrug

Zweimal antwortete Alfredo Stranieri auf eine Verkaufsanzeige, zweimal verschwanden die Verkäufer kurz nach dem Vertragsabschluss. In den Gärten der übernommenen Betriebe fanden Ermittler später vier Leichen. Le Monde dokumentierte 2003 das Urteil: lebenslange Haft wegen vier Morden und eines Mordversuchs.

Werdegang

Nach seiner Einbürgerung ließ sich Alfredo in der Region südlich von Paris nieder. Er nutzte Kleinanzeigen für Immobilien und Gebrauchtwagen, um gezielt Verkäufer mit Wertgegenständen oder Immobilienbesitz ausfindig zu machen, und gab sich dabei unter wechselnden Pseudonymen als Kaufinteressent aus.

Die Taten

Ende 1997 meldete sich Alfredo auf eine Anzeige der Gastronomen Frédéric Adman und Nathalie Girard, die ihren Nachtclub „New Love” in Viry-Châtillon verkaufen wollten. Der Kaufvertrag wurde am 7. November 1997 unterzeichnet, sechs Tage später verschwand das Paar spurlos. Alfredo hatte beide erschossen und ihre Leichen im Garten des Anwesens vergraben.

Im März 1999 wiederholte er das Muster in der Region Aveyron: Über eine Kleinanzeige erwarb er von Nicole Rousseau und Claude Mouly das Gasthaus „La Bouriate” in Bez-de-Naussac. Zwei Tage nach der Vertragsunterzeichnung am 10. April 1999 verschwanden auch sie. Ein weiterer Versuch scheiterte, als das vorgesehene Opfer Simon Cohen einem Schuss entkam, den Alfredo unter dem Pseudonym seines bereits ermordeten ersten Opfers Frédéric Adman abgegeben hatte.

Ermittlung und Festnahme

Als Corinne Mouly das Verschwinden ihres Vaters bei der Polizei meldete, führte die Spur zu dem Gasthaus, das ein Käufer namens Alfredo kürzlich übernommen hatte, und zugleich zu der Schießerei auf Simon Cohen. Am 7. Juli 1999 wurde er festgenommen.

Prozess und Nachwirkungen

Der Prozess vor dem Schwurgericht der Essonne begann am 18. Februar 2003. Am 28. Februar 2003 verurteilte man Alfredo wegen vierfachen Mordes und eines versuchten Mordes zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungszeit von 22 Jahren. Ein Berufungsgericht bestätigte das Urteil im März 2004, eine Kassationsbeschwerde scheiterte 2005. Alfredo starb am 10. März 2025 im Alter von 68 Jahren an einer chronischen Erkrankung in der Haftanstalt Poissy, ohne je entlassen worden zu sein.