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Alfredo Galán Sotillo

genannt „Der Kartenmörder"

Blick über die Dächer von Puertollano, der Heimatstadt von Alfredo Galán Sotillo, wo er sich 2003 der Polizei stellte
19Tarrestnom65 / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
6
Opfer
„Der Kartenmörder"
inhaftiert
SerienmörderMadrid , Spanien
Aktive Jahre
2003
Modus Operandi
Erschießen

Ein Kelchass neben einem erschossenen Flughafenreiniger machte aus einer Mordserie einen medialen Kriminalfall. Der spanische Oberste Gerichtshof bestätigte 2006 gegen Alfredo Galán Sotillo sechs Mordschuldsprüche, drei versuchte Tötungen und insgesamt 142 Jahre und drei Monate Haft. Wie La Vanguardia berichtete, blieb die tatsächlich zu verbüßende Höchstdauer auf 25 Jahre begrenzt.

Werdegang

Geboren wurde Alfredo Galán Sotillo am 22. Dezember 1977 in Puertollano in der Provinz Ciudad Real. In der Schule fiel er kaum auf, wurde aber zum Klassensprecher gewählt. 1998 trat er der spanischen Armee bei, diente in einer mechanisierten Infanterieeinheit und wurde später Unteroffiziersanwärter, mit zwei Auslandseinsätzen in Bosnien zwischen 2000 und 2002. Die Aufnahmeprüfungen zum Feldwebel und bei der Guardia Civil bestand er nicht. Nach der Ölpest der „Prestige” im Winter 2002, bei deren Aufräumarbeiten er eingesetzt war, geriet er disziplinarisch auffällig, wurde mit der Diagnose Neurose und Angststörung im März 2003 aus der Armee entlassen und arbeitete danach kurzzeitig als Sicherheitswächter am Flughafen Madrid-Barajas.

Taten

Am 24. Januar 2003 erschoss Alfredo im Madrider Stadtteil Chamberí den fünfzigjährigen Hausmeister Juan Francisco Ledesma. Am 5. Februar tötete er im Vorort Alameda de Osuna den achtundzwanzigjährigen Flughafenreiniger Juan Carlos Martín Estacio und eröffnete am selben Tag in einer Bar in Alcalá de Henares das Feuer, wobei der achtzehnjährige Mikel Jiménez Sánchez und die siebenundfünfzigjährige Juana Dolores Uclés López starben, eine weitere Frau überlebte schwer verletzt. Am 7. März verletzte er in Tres Cantos den siebenundzwanzigjährigen Santiago Eduardo Salas lebensgefährlich, der überlebte. Am 18. März erschoss er in Arganda del Rey das rumänische Ehepaar George und Doina Magda. Beide starben noch am Tatort. Er hatte eine aus Bosnien geschmuggelte Tokarew-Pistole vom Kaliber 7,62 Millimeter bei sich, die er nach eigenen Angaben in einem Fernsehgerät versteckt außer Landes gebracht hatte. Zeugen berichteten übereinstimmend, er habe seine Opfer aus nächster Nähe erschossen, sie zuvor häufig aufgefordert, niederzuknien, und ihnen dabei einen guten Morgen gewünscht.

Ermittlung und Festnahme

Am 3. Juli 2003 stellte sich Alfredo alkoholisiert der Polizei in seiner Heimatstadt Puertollano und gestand die Taten zunächst umfassend. Er nannte dabei Details, die der Öffentlichkeit nie bekannt geworden waren, etwa dass er die Rückseiten der hinterlassenen Spielkarten mit kleinen blauen Punkten markiert hatte, was seine Täterschaft zweifelsfrei belegte. Vor Gericht widerrief er sein Geständnis später teilweise und versuchte, die Taten anderen Personen anzulasten, was das Gericht jedoch verwarf.

Prozess

Die Provinzgerichtskammer von Madrid verurteilte ihn am 9. März 2005 wegen sechs vollendeter und dreier versuchter Tötungsdelikte zu einer Gesamtstrafe von 142 Jahren und drei Monaten Haft. Nach spanischem Recht liegt die tatsächlich zu verbüßende Höchststrafe bei 25 Jahren. Zusätzlich verpflichtete das Gericht ihn zu Entschädigungszahlungen von insgesamt 609.182 Euro an die Angehörigen der Opfer und die Überlebenden.

Nachwirkungen

Alfredo Galán Sotillo verbüßt seine Strafe weiterhin in einem spanischen Gefängnis. Der Fall gilt in Spanien bis heute als einer der prägendsten Kriminalfälle des frühen 21. Jahrhunderts, nicht zuletzt weil ein junger, unauffälliger Ex-Soldat binnen weniger Wochen eine ganze Region in Angst versetzte und dabei bewusst mit seiner medialen Inszenierung als „Kartenmörder” spielte.