Alexander Pitschuschkin
- Aktive Jahre
- 1992–2006
- Modus Operandi
- Stumpfe Gewalt
Alexander Jurjewitsch Pitschuschkin wurde am 9. April 1974 in Mytischtschi bei Moskau geboren. Zwischen 1992 und 2006 tötete er in der russischen Hauptstadt mindestens 48 Menschen, überwiegend obdachlose und alkoholabhängige Männer, und wurde international als „Schachbrettmörder” bekannt.
Werdegang
Über seine Kindheit ist wenig gesichert bekannt. Er wuchs in Mytischtschi am Rand von Moskau auf und arbeitete zeitweise als Hilfsarbeiter. Den Bitsa-Park im Süden Moskaus, ein weitläufiges Waldgebiet, kannte er aus seiner Jugend gut und nutzte ihn später als Ausgangspunkt fast aller seiner Taten.
Erste Tat und Beginn der Mordserie
1992, mit 18 Jahren, tötete er nach eigenen Angaben erstmals einen Menschen: seinen Schulkameraden Michail Odiitschuk, der zunächst an der Tatplanung beteiligt gewesen sein soll, sich dann aber zurückzog. Diese erste Tat blieb Jahre unentdeckt. Erst 2001, neun Jahre später, begann die eigentliche Serie, die ihn international bekannt machen sollte.
Taten
Er suchte seine Opfer gezielt unter älteren, alkoholabhängigen Männern sowie unter Obdachlosen, die sich im Bitsa-Park aufhielten. Er sprach sie an, lud sie zu gemeinsamem Alkoholkonsum ein und gewann so ihr Vertrauen. Waren die Opfer stark betrunken und kaum noch zur Gegenwehr fähig, schlug er sie mit einem Hammer nieder und warf sie anschließend in einen Kanalschacht des Abwassersystems, wo einige noch lebend ertranken. Nachdem bekannt geworden war, dass mehrere Opfer den Angriff überlebt hatten, ging er dazu über, gezielt auf den Schädel einzuschlagen, um sicherzugehen.
Nach seiner Festnahme erklärte er, insgesamt 64 Menschen töten zu wollen, eine Zahl passend zu den 64 Feldern eines Schachbretts. In seiner Wohnung fanden Ermittler tatsächlich ein Schachbrett, auf dem er nach jedem Mord ein Feld markiert hatte, 61 davon waren bereits ausgefüllt. Als Motiv gab er an, den Serienmörder Andrei Chikatilo, der zwischen 1978 und 1990 mindestens 52 Menschen getötet hatte, in der Opferzahl übertreffen und als gefährlichster Mörder Russlands in die Geschichte eingehen zu wollen.
Ermittlung und Festnahme
Über Jahre hinweg blieb er trotz der wachsenden Zahl an Todesfällen im Bitsa-Park unentdeckt, auch weil viele Opfer aus dem Obdachlosen- und Alkoholikermilieu stammten und ihr Verschwinden von den Behörden kaum verfolgt wurde. Im Juni 2006 lud er seine Arbeitskollegin Marina Moskaljowa zu einem gemeinsamen Spaziergang in den Bitsa-Park ein. Da sie zuvor ihrem Sohn die Telefonnummer des Mannes gegeben hatte, mit dem sie sich traf, alarmierte dieser die Polizei, als seine Mutter nicht zurückkehrte. Die Ermittler verfolgten die Nummer zurück und nahmen ihn fest, kurz nachdem die Leiche der Frau im Park gefunden worden war.
Prozess
Im Oktober 2007 gestand er ausführlich und führte die Ermittler zu weiteren, bis dahin unentdeckten Tatorten. Am 23. Oktober 2007 sprach ihn ein Moskauer Gericht in 48 Fällen des Mordes sowie in drei Fällen des versuchten Mordes schuldig, wenige Tage später, am 29. Oktober 2007, verurteilte es ihn zu lebenslanger Haft, wobei die ersten 15 Jahre in Einzelhaft zu verbüßen sind. Er selbst hatte behauptet, insgesamt 61 Menschen getötet zu haben, für 13 weitere Fälle fand das Gericht jedoch keine ausreichenden Beweise.
Nachwirkungen
Berichten zufolge sitzt er seither in der Strafkolonie Charp im Norden Sibiriens ein. Der Fall gilt neben dem Andrei Chikatilos als einer der größten Serienmordfälle der russischen Kriminalgeschichte und zeigte erneut, wie lange Verbrechen an gesellschaftlich isolierten Opfergruppen unentdeckt bleiben können.