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Albert Soleilland

Polizeiliches Erkennungsfoto von Albert Soleilland aus dem Jahr 1907
Wikimedia Commons / Auktionshaus Yann Lemouel · Public Domain
1
Opfer
verstorben
TotschlägerParis , Frankreich
Aktive Jahre
1907

Albert Soleilland wurde am 2. Januar 1881 in Nevers geboren und starb im Mai 1920 in einem Krankenhaus der Strafkolonie Kourou in Französisch-Guyana. Der gelernte Schreiner ermordete am 31. Januar 1907 in Paris die elfjährige Marthe Erbelding, nachdem er das Kind unter einem Vorwand zu sich nach Hause gelockt hatte. Kaum ein anderer Kriminalfall sorgte im Frankreich der Belle Époque für einen derartigen Presserummel.

Werdegang

Über Alberts Leben vor der Tat ist wenig bekannt. Er arbeitete als Schreiner in Paris und war zum Tatzeitpunkt verheiratet. Nichts deutete vor dem 31. Januar 1907 öffentlich auf eine Neigung zu Gewalt gegen Kinder hin, was die Wucht der anschließenden Enthüllungen in der Presse zusätzlich verstärkte.

Die Tat

Am 31. Januar 1907 vertrauten Bekannte der Familie ihre Tochter Marthe Erbelding der Ehefrau von Albert an, die das Mädchen zu einer Varieté-Vorstellung im Ba-Ta-Clan mitnehmen sollte. Weil sie beruflich verhindert war, übernahm ihr Mann diese Aufgabe stattdessen. Statt zur Vorstellung brachte er das Kind in seine Wohnung. Als es sich gegen seine Übergriffe wehrte und schrie, erwürgte er es, vergewaltigte die Leiche und zerstückelte sie anschließend. Teile der Überreste deponierte er am Bahnhof Gare de l’Est.

Geständnis und Prozess

Unter dem Druck der Ermittlungen gestand Albert am 8. Februar 1907 die Tat. Die Zeitungen überschlugen sich mit Berichten über das Verbrechen und schürten eine öffentliche Empörung, die zeitweise in Lynchdrohungen gegen den Täter umschlug. Am 23. Juli 1907 verurteilte ihn das Schwurgericht der Seine zum Tode. Präsident Armand Fallières, ein erklärter Gegner der Todesstrafe, begnadigte ihn jedoch am 13. September desselben Jahres zu lebenslanger Zwangsarbeit. Die Begnadigung selbst wurde zum politischen Streitfall: Fallières wurde landesweit für seine Abolitionshaltung kritisiert, und der Fall gilt bis heute als einer der Auslöser für die zeitweise Wiedereinführung der Guillotine in der öffentlichen Debatte jener Jahre.

Straflager und Tod

Albert wurde in die Strafkolonie auf Île Royale vor der Küste Französisch-Guyanas verschifft, wo Sträflinge unter extremen klimatischen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten mussten. Dort verbrachte er den Rest seines Lebens. Im Mai 1920 starb er, geschwächt durch Tuberkulose, in einem Krankenhaus in Kourou.