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Albert Fish

genannt „Werwolf von Wysteria"

Polizeifoto von Albert Fish nach seiner Festnahme wegen Diebstahls, 1903
Wikimedia Commons · Public Domain
3
Opfer
„Werwolf von Wysteria"
hingerichtet
SerienmörderNew York , USA
Aktive Jahre
1924–1928

Ein anonymer Brief erreichte Grace Budds Mutter sechs Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter. Das Briefpapier führte Ermittler zu Hamilton Howard „Albert” Fish. Die digitalisierten Akten und Schriftsätze des New York Court of Appeals dokumentieren den Prozess, der allein den Mord an Grace Budd betraf. Zwei weitere Kindertötungen gelten aufgrund seiner Geständnisse als zugeordnet. Der am 19. Mai 1870 geborene Täter wurde am 16. Januar 1936 hingerichtet.

Werdegang

Nach dem frühen Tod seines Vaters kam er in ein Waisenhaus, in dem er nach eigenen späteren Aussagen wiederholt körperlich misshandelt wurde und dort erstmals sexuelle Zwangsvorstellungen entwickelte. 1890 zog er nach New York, wo er als Anstreicher arbeitete, ein Beruf, der ihm über Jahrzehnte hinweg Zugang zu den Häusern und damit den Kindern zahlreicher Familien verschaffte. 1898 heiratete er Anna Mary Hoffman, mit der er sechs Kinder bekam, die Ehe zerbrach 1917. Trotz seines gepflegten, harmlos wirkenden Auftretens als älterer Mann diagnostizierten Psychiater bei ihm später schwerste sexuelle Perversionen und religiösen Wahn.

Taten

Zu den ihm zugeordneten Opfern zählen der neunjährige Francis McDonnell, im Juli 1924 auf Staten Island getötet, der vierjährige Billy Gaffney, im Februar 1927 in New York City verschwunden, und die zehnjährige Grace Budd, die er im Juni 1928 unter einem Vorwand aus der Wohnung ihrer Familie in Manhattan lockte, indem er sich als Bauer ausgab, der Erntehelfer suche. Er tötete sie in einem gemieteten Haus in Westchester County, zerstückelte die Leiche und aß Teile davon. Nach seiner Festnahme behauptete er, für rund einhundert weitere Kinder verantwortlich zu sein, was sich jedoch nicht verifizieren ließ.

Ermittlung und Festnahme

Sechs Jahre nach dem Verschwinden von Grace Budd schrieb er im November 1934 einen anonymen Brief an ihre Mutter, in dem er in grausamen Details schilderte, wie er das Mädchen getötet und verzehrt hatte. Ermittler konnten den Brief über ein Briefkopflogo einer Chauffeurgesellschaft zu ihm zurückverfolgen. Am 13. Dezember 1934 wurde er festgenommen.

Prozess

Der Prozess begann am 11. März 1935 in White Plains, New York. Seine Verteidigung plädierte auf Unzurechnungsfähigkeit, mehrere Gutachter bestätigten schwere psychiatrische Störungen. Die Geschworenen erklärten ihn dennoch für schuldig und zurechnungsfähig, am 22. März 1935 verurteilte ihn das Gericht zum Tode.

Hinrichtung und Nachwirkungen

Er wurde am 16. Januar 1936 im Alter von 65 Jahren im Sing-Sing-Gefängnis hingerichtet. Berichten zufolge waren für die Vollstreckung zwei Stromstöße nötig, mutmaßlich weil zahlreiche von ihm selbst eingeführte Metallnadeln in seinem Becken- und Genitalbereich einen Kurzschluss beim ersten Stoß verursachten. Sein Fall gilt bis heute als einer der grausamsten der amerikanischen Kriminalgeschichte und wurde vielfach in der forensischen Psychiatrie als Lehrbeispiel für sadistische Perversion in Kombination mit religiösem Wahn herangezogen. Verfilmt wurde der Fall unter anderem als „Der Kindermörder” (Affiliate-Link).

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