Albert DeSalvo
- Serienmörder — Boston , USA
- Aktive Jahre
- 1962–1964
Albert Henry DeSalvo wurde 1931 in Chelsea, Massachusetts, als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Zwischen 1962 und 1964 wurden in Boston dreizehn Frauen Opfer eines Unbekannten, den die Presse den Boston Strangler nannte. 1965 gestand er, dieser Täter zu sein, verurteilt wurde er dafür jedoch nie.
Werdegang
Seine Kindheit war von Gewalt geprägt: Sein alkoholabhängiger Vater misshandelte ihn und andere Familienmitglieder wiederholt körperlich. Mit 17 Jahren trat er der US Army bei und diente unter anderem in Deutschland, wo er seine Frau Irmgard heiratete. Bereits 1958 wurde er erstmals wegen sexueller Belästigung verhaftet. In den folgenden Jahren gab er sich wiederholt als Vertreter einer Modellagentur aus, um Zugang zu Wohnungen junger Frauen zu erhalten, ein Muster, das später als „Measuring Man” bekannt wurde.
Kriminelle Aktivitäten
Zwischen Juni 1962 und Januar 1964 brach der Täter, den die Ermittler zunächst „Green Man” nannten, wiederholt in Wohnungen allein lebender Frauen in Boston ein, vergewaltigte sie und erwürgte sie anschließend, häufig mit deren eigener Kleidung. Die Fälle lösten in der Stadt große Angst aus.
Opfer (chronologisch):
- Anna Slesers (55), 14. Juni 1962
- Mary Mullen (85), 28. Juni 1962
- Nina Nichols (68), 30. Juni 1962
- Helen Blake (65), 30. Juni 1962
- Ida Irga (75), 19. August 1962
- Jane Sullivan (67), 20. August 1962
- Sophie Clark (20), 5. Dezember 1962
- Patricia Bissette (23), 30. Dezember 1962
- Mary Brown (69), 9. März 1963
- Beverly Samans (23), 6. Mai 1963
- Evelyn Corbin (58), 8. September 1963
- Joann Graff (23), 23. November 1963
- Mary Sullivan (19), 4. Januar 1964
Geständnis und rechtliche Besonderheit
Er wurde 1965 im Zusammenhang mit anderen Straftaten, unter anderem Vergewaltigung und Einbruch, festgenommen. Im Gefängnis gestand er einem Mitinsassen und später seinen Anwälten, für alle 13 Morde verantwortlich zu sein. Für die Mordserie selbst wurde er jedoch nie angeklagt, da das Geständnis allein als Beweismittel als nicht ausreichend galt und er es 1973 kurz vor seinem Tod widerrief. Verurteilt wurde er stattdessen zu lebenslanger Haft für die unabhängig von den Morden begangenen Straftaten.
Tod und spätere DNA-Bestätigung
Am 25. November 1973 wurde er im Walpole State Prison von einem Mitgefangenen erstochen. Der Fall blieb danach jahrzehntelang umstritten, viele Kriminologen bezweifelten, dass er tatsächlich allein für alle 13 Morde verantwortlich war. Erst 2013 bestätigte ein DNA-Abgleich an sterblichen Überresten seine Beteiligung zweifelsfrei, allerdings bislang nur im Fall der letzten Getöteten, Mary Sullivan.
Nachwirkungen
Der Fall Boston Strangler zählt bis heute zu den bekanntesten ungeklärten Kapiteln der amerikanischen Kriminalgeschichte, gerade weil nie eine förmliche Verurteilung erfolgte und Zweifel an einer Alleintäterschaft teilweise fortbestehen. Bereits 1968 verfilmte Regisseur Richard Fleischer den Fall mit Tony Curtis in der Hauptrolle unter dem Titel „The Boston Strangler” (Affiliate-Link).