Aileen Wuornos
- Aktive Jahre
- 1989–1990
- Modus Operandi
- Erschießen
Sechs Mordverurteilungen brachten Aileen Carol Wuornos in die Todeszelle. Den Tod von Peter Siems gestand sie ebenfalls, doch seine Leiche wurde nie gefunden und es kam in diesem Fall zu keiner Anklage. Am 9. Oktober 2002 wurde sie im Gefängnis von Raiford durch die Giftspritze hingerichtet.
Werdegang
Ihre Kindheit war von Beginn an von Gewalt geprägt. Ihr leiblicher Vater, ein verurteilter Kindesmissbraucher, nahm sich 1969 im Gefängnis das Leben, ohne dass sie ihn je kennengelernt hatte. Sie wurde von ihren Großeltern aufgezogen, wo sie nach eigenen Angaben jahrelang sexuellen Missbrauch erlitt. Mit 14 Jahren wurde sie schwanger, nachdem sie vergewaltigt worden war, das Kind gab sie zur Adoption frei. Nach dem Tod der Großmutter war sie mit 15 Jahren obdachlos und finanzierte ihr Überleben fortan durch Prostitution entlang der Highways in Florida. Diagnosen späterer Gutachter bescheinigten ihr eine Borderline-Persönlichkeitsstörung sowie eine antisoziale Persönlichkeitsstörung.
Taten
Zwischen Ende 1989 und Ende 1990 erschoss sie sieben Männer, die sie als Freier aufgesucht hatten, und beraubte anschließend deren Leichen und Fahrzeuge:
- Richard Mallory (51), Elektronikhändler, getötet zwischen dem 30. November und 1. Dezember 1989
- David Spears (43), Bauarbeiter, getötet zwischen dem 19. Mai und 1. Juni 1990
- Charles Carskaddon (40), Rodeo-Arbeiter, getötet am 31. Mai 1990
- Peter Siems (65), pensionierter Seemann, seit dem 7. Juni 1990 vermisst, seine Leiche wurde nie gefunden
- Troy Burress (50), Handelsvertreter, getötet am 30. Juli 1990
- Richard „Dick” Humphreys (56), ehemaliger Angehöriger der Luftwaffe, getötet am 11. September 1990
- Walter Gino Antonio (62), getötet zwischen dem 18. und 19. November 1990
Sie gab später an, in Notwehr gehandelt zu haben, weil die Männer sie angegriffen oder vergewaltigt hätten. Diese Darstellung wurde von den Gerichten nur im ersten Fall, dem Mord an Richard Mallory, teilweise anerkannt, änderte am Ausgang der Verfahren aber nichts.
Ermittlung und Festnahme
Fingerabdrücke von Pfandscheinen, auf denen sie Gegenstände der Opfer verkauft hatte, sowie Handflächenabdrücke aus einem der Fahrzeuge führten die Ermittler auf ihre Spur. Sie wurde am 9. Januar 1991 in Daytona Beach festgenommen.
Prozess und Hinrichtung
1992 und 1993 wurde sie in mehreren separaten Verfahren für sechs Morde zum Tode verurteilt. Für den Tod von Peter Siems wurde sie nicht angeklagt. Sie verzichtete in der Folge auf weitere Berufungsverfahren und erklärte öffentlich, sie habe „Hass im Blut” und würde wieder töten. Trotz Zweifeln an ihrer psychischen Verfassung wurde sie am 9. Oktober 2002 hingerichtet.
Nachwirkungen
Ihr Fall erregte international Aufsehen, auch weil sie eine der wenigen als Serienmörderin bekannten Frauen war. Die öffentliche Debatte drehte sich seither immer wieder um die Frage, welche Rolle ihre traumatische Kindheit und die jahrelange Gewalterfahrung als Prostituierte bei ihren Taten spielten. Ihre Geschichte wurde mehrfach verfilmt, am bekanntesten im Spielfilm „Monster” (Affiliate-Link) von 2003.