Ágnes Pándy
- Aktive Jahre
- 1986–1989
- Modus Operandi
- ErschießenStumpfe GewaltZerstückelungKomplizen
Keine der sechs vermissten Personen war gefunden worden, als ein Brüsseler Schwurgericht über die Familienmorde entschied. Ágnes Pándys Geständnis wurde deshalb zu einem zentralen Beweis. Das Gericht sprach sie am 5. März 2002 der Beteiligung an fünf Morden ihres Vaters András Pándy und an einem Mordversuch schuldig, am folgenden Tag erhielt sie 21 Jahre Haft. Ein zeitgenössischer Bericht von Le Temps fasst die Schuldsprüche und Strafen zusammen.
Missbrauch und Abhängigkeit
Ihr Vater missbrauchte Ágnes über Jahre sexuell. Die Verteidigung beschrieb eine nahezu vollständige psychische Beherrschung. Das Gericht erkannte diesen Hintergrund strafmildernd an, wertete ihre konkreten Handlungen aber als strafbare Mittäterschaft.
Taten
Ágnes half beim Töten, Zerteilen und Beseitigen der Leichen. Die Überreste wurden mit ätzendem Abflussreiniger aufgelöst. Um die Vermisstenfälle zu verschleiern, täuschte ihr Vater Lebenszeichen der Getöteten vor. Sie wurde wegen Beteiligung an fünf Morden und einem versuchten Mord schuldig gesprochen.
Aussage und Prozess
1992 zeigte Ágnes den sexuellen Missbrauch an. Erst eine erneute Untersuchung ungeklärter Vermisstenfälle führte 1997 zur Festnahme ihres Vaters. Ihre Aussagen und ihre Mitwirkung an der Rekonstruktion wurden zu wichtigen Beweismitteln. Am 6. März 2002 erhielt sie 21 Jahre Haft.
Entlassung
Am 15. Juni 2010 kam Ágnes nach fast 13 Jahren Haft unter elektronischer Überwachung frei, wie der belgische Rundfunk VRT berichtete. Im Mai 2011 durfte sie die Fußfessel ablegen. Neuere belastbare Angaben zu ihrem Leben sind nicht öffentlich dokumentiert.