Adam Lanza
- Massenmörder — Newtown , USA
- Aktive Jahre
- 2012
- Modus Operandi
- Erschießen
Adam Lanza erschoss am Morgen des 14. Dezember 2012 zunächst seine Mutter in deren gemeinsamem Zuhause in Newtown, Connecticut, und anschließend 26 Menschen an der Sandy Hook Elementary School, darunter 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren sowie sechs Erwachsene aus dem Lehr- und Betreuungspersonal. Insgesamt tötete er 27 Menschen, bevor er sich selbst erschoss. Es blieb bis heute der folgenschwerste Schulamoklauf an einer Grundschule in der Geschichte der USA.
Werdegang
Er wurde am 22. April 1992 in Exeter, New Hampshire, geboren und wuchs in Newtown, Connecticut, auf, nach der Scheidung seiner Eltern 2008 überwiegend bei seiner Mutter Nancy. Bereits in früher Kindheit erhielt er mehrere Diagnosen, darunter Asperger-Syndrom, eine sensorische Verarbeitungsstörung und eine Zwangsstörung. Menschen in seinem Umfeld beschrieben ihn als hochintelligent, aber zunehmend zurückgezogen, im Jugendalter isolierte er sich immer stärker und besuchte zuletzt keine Schule mehr, sondern erhielt wegen seiner Angststörung Hausunterricht. Seine Mutter lehnte von Fachleuten der Yale Child Study Center empfohlene Behandlungen ab und passte sich stattdessen seinen Rückzugstendenzen an, anstatt auf eine soziale Anpassung hinzuwirken.
Kriminelle Aktivitäten
Am Morgen des 14. Dezember 2012 erschoss er vor 9:30 Uhr Ortszeit seine 52 Jahre alte Mutter Nancy mit vier Schüssen aus einem Gewehr des Kalibers .22 in deren gemeinsamem Zuhause. Kurz nach 9:35 Uhr verschaffte er sich mit einem Sturmgewehr vom Typ Bushmaster XM15-E2S und zehn Magazinen mit je 30 Schuss gewaltsam Zutritt zur verschlossenen Sandy Hook Elementary School, indem er auf die verglaste Eingangstür schoss. Er tötete 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren sowie sechs erwachsene Lehr- und Betreuungskräfte. Um 9:40 Uhr erschoss er sich schließlich selbst in einem Klassenzimmer, als die ersten Einsatzkräfte eintrafen.
Ermittlung
Der Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft von Connecticut kam im November 2013 zu dem Schluss, dass er allein und geplant gehandelt hatte, ohne dass ein eindeutiger Grund für die Tat oder die Wahl des Tatorts erkennbar war. Ein weiterer Bericht der Kinderschutzbehörde des Bundesstaats beschrieb im November 2014 eine „Kaskade von Ereignissen”: soziale Isolation, den Abbruch des Schulbesuchs, Depressionen, eine sich verschlimmernde Zwangsstörung, schwere Magersucht sowie eine „untypische Beschäftigung mit Gewalt”. Ermittler fanden auf seinem Computer eine Tabelle mit rund 400 dokumentierten Massenmördern sowie umfangreiche Recherchen zu früheren Amokläufen, darunter Columbine. Die Festplatte war vorsätzlich beschädigt worden, sodass sich viele Daten nicht wiederherstellen ließen. Toxikologische Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf Drogen- oder Alkoholkonsum.
Nachwirkungen
Die Tat löste in den USA eine landesweite Debatte über schärfere Waffengesetze aus. Connecticut verabschiedete im April 2013 ein umfassendes Gesetz mit verpflichtenden Hintergrundüberprüfungen und einem Verbot großvolumiger Magazine, New York folgte im Januar 2013 mit dem sogenannten SAFE Act. Bundesweite Vorstöße wie ein erneutes Verbot bestimmter Sturmgewehre scheiterten im April 2013 im US-Senat. 2022 einigte sich der Waffenhersteller Remington Arms in einem zivilrechtlichen Vergleich mit den Opferfamilien auf eine Zahlung von 73 Millionen US-Dollar. Über Jahre hinweg wurde der Fall zudem von Verschwörungstheorien überschattet, allen voran durch den Radiomoderator Alex Jones, der den Amoklauf öffentlich als inszeniert bezeichnete; mehrere Opferfamilien verklagten ihn deswegen erfolgreich wegen Verleumdung. Die Journalistin Elizabeth Williamson dokumentierte diesen jahrelangen Kampf gegen die Falschbehauptungen in ihrem Buch „Sandy Hook: An American Tragedy and the Battle for Truth” (Affiliate-Link).