Wenige Stunden nach dem Aufschub hob der Oberste Gerichtshof der USA die Aussetzung wieder auf. Tennessee versuchte noch am selben Abend, Christa Pike mit der Giftspritze hinzurichten. Sie überlebte zwei Dosen Pentobarbital und liegt in kritischem Zustand im Krankenhaus. Gouverneur Bill Lee setzte alle übrigen Hinrichtungen des Jahres aus.
In Tennessee sollte am 30. September 2026 erstmals seit über 200 Jahren wieder eine Frau hingerichtet werden. Rund eine Stunde vor dem geplanten Vollzug setzte ein Bundesberufungsgericht die Exekution der zum Tode verurteilten Christa Pike aus.
Nach dem Fall eines mutmaßlichen Missbrauchsrings, der Kinder in einem unterirdischen Bunker in Bibb County gefangen hielt, macht Alabama schwere Sexualverbrechen an Kindern zu einem Kapitalverbrechen. Das Gesetz gilt jedoch nicht rückwirkend für den auslösenden Fall selbst.
Zwischen Juli und November 1974 tötete John Paul Knowles auf einer Fahrt durch sieben US-Bundesstaaten mindestens 18 Menschen, viele davon nach dem Zufallsprinzip. Er wurde kurz nach seiner Festnahme bei einem Fluchtversuch erschossen.
Zwölf tote Jungen, keine eindeutige Todesursache und mehr als 150 Zeugen: Das Schweriner Schwurgericht verurteilte Adolf Seefeld 1936 in einem Indizienprozess.
Albert Soleilland vergewaltigte, erwürgte und zerstückelte 1907 in Paris die elfjährige Marthe Erbelding. Der Fall Albert Soleilland löste eine Welle öffentlicher Empörung aus und wurde zum Politikum in der französischen Debatte um die Todesstrafe.
Ein Mithäftling behauptete, George Alfred Burns habe eine ältere Frau in Liverpool zu Tode geprügelt. Beweise dafür gab es kaum, doch das Gericht glaubte den Belastungszeugen und schickte ihn an den Galgen, ein Fall, der Jahrzehnte später als mögliches Fehlurteil gilt.
Ein tunesischstämmiger Landarbeiter tötete 1971 bei einem Raubüberfall auf eine Bauernfamilie ein siebenjähriges Mädchen und war 1973 einer der letzten unter Präsident Georges Pompidou hingerichteten Menschen Frankreichs.
Mitglied der Chicagoer „Ripper Crew“ um Robin Gecht, der 1999 als letzter Mensch im Bundesstaat Illinois hingerichtet wurde, bevor dieser die Todesstrafe abschaffte.
In einem Londoner Stadthaus, das der im Exil lebende griechische König George II. gemietet hatte, erschoss Arthur Robert Boyce 1946 seine Verlobte, weil sie ihn verlassen wollte, und ließ ihre Leiche sechs Tage lang im verschlossenen Zimmer liegen.
Berthold Wehmeyer erwürgte 1947 auf einer Hamsterfahrt in der Prignitz eine ältere Frau, um an ihre Kartoffeln zu gelangen. Er war der letzte Mensch, der 1949 in Westberlin hingerichtet wurde.
Eine Stunde lang saß Brian Edward Burdett neben seiner sterbenden Frau, bevor er Hilfe holte. Er hatte ihr Zyanid in den Tee gegeben, das er von seinem Arbeitsplatz gestohlen hatte, und wollte den Tod als Suizid ausgeben.
Videoaufnahmen aus einem verborgenen Bunker wurden zu einem Kernbeweis gegen Charles Ng. Eine Jury sprach ihn in elf Mordfällen schuldig, der California Supreme Court bestätigte das Urteil.
Charles Starkweather tötete zwischen Dezember 1957 und Januar 1958 gemeinsam mit seiner 14 Jahre alten Freundin Caril Ann Fugate elf Menschen in Nebraska und Wyoming. Er wurde 1959 hingerichtet.
Ein 22-jähriger Angestellter wurde 1976 als einer der letzten Menschen der französischen Geschichte hingerichtet, verurteilt für die Entführung und Ermordung der achtjährigen Marie-Dolorès Rambla, ein Fall, an dessen Aufklärung bis heute erhebliche Zweifel bestehen.
Ein angeschossener Student sah David Carpenter nach dem Angriff ruhig zum Wanderweg zurückkehren und identifizierte ihn später. Diese Aussage verband den als „Trailside Killer“ bekannten Täter mit sieben gerichtlich bestätigten Morden.
„Let him have it, Chris“, soll er gerufen haben, als sein 16-jähriger Komplize die Pistole zog. Ob er damit zum Schießen oder zum Aufgeben aufforderte, entschied 1953 über Leben und Tod: Derek Bentley wurde für einen Mord gehängt, den ein anderer beging, und 45 Jahre später posthum freigesprochen.
Im Todestrakt baute Donald Gaskins eine Bombe in ein Radio und tötete damit einen Mithäftling. Dieses gerichtlich bestätigte letzte Opfer führte 1991 zu seiner Hinrichtung.
Ein Mordgeständnis von Carol Bundy brachte die Polizei 1980 auf Douglas Clarks Spur. Kaliforniens oberstes Gericht bestätigte sechs Mordschuldsprüche, die Strafvollzugsbehörde dokumentierte seinen Tod 2023.
Ein Streit um den Preis eines Zierschwerts endete für die Verkäuferin Elsie May Batten tödlich. Der Täter Edwin Albert Bush wurde als erster Krimineller Großbritanniens durch das damals brandneue Identikit-Verfahren überführt.
Erwin Hagedorn tötete zwischen 1969 und 1971 drei Kinder in Eberswalde, DDR. Als 20-Jähriger wurde er 1972 als letzter Zivilist in der DDR wegen eines gewöhnlichen Verbrechens hingerichtet.
Ein Geruch von Kohlegas im Schlafzimmer, ein leergetrunkenes Glas Limonade und ein Ehemann, der verdächtig ruhig am Fenster stand: Eugène Marie Chantrelle inszenierte 1878 in Edinburgh einen Unfalltod, um eine Lebensversicherung zu kassieren, und lieferte damit einen der ersten Fälle, in denen forensische Toxikologie einen Mord überführte.
Frederick Bywaters erstach 1922 in einer Londoner Vorstadt den Ehemann seiner Geliebten. Verurteilt wurde er zusammen mit ihr, obwohl sie an der Tat selbst gar nicht beteiligt war, ein Fall, der bis heute als eines der fragwürdigsten Todesurteile Großbritanniens gilt.
Ein tödlich verwundeter Forstaufseher lieferte noch die Beschreibung, die Friedrich Schumanns Festnahme auslöste. Das Berliner Schwurgericht verurteilte ihn 1920 wegen sechs Morden zum Tode.
Gary Heidnik hielt 1986 und 1987 in Philadelphia sechs Frauen in einer Kellergrube gefangen, missbrauchte und folterte sie. Zwei der Frauen starben, ihr Fall diente als eine der Vorlagen für „Das Schweigen der Lämmer“.
George Chapman vergiftete zwischen 1897 und 1902 drei Frauen, die er jeweils als seine Ehefrau ausgab, langsam mit Brechweinstein. Ein Scotland-Yard-Ermittler hielt ihn später sogar für Jack the Ripper, eine Theorie, die bis heute umstritten bleibt.
Ein notiertes Autokennzeichen brachte Gerald Gallegos Mordserie 1980 ins Wanken. Gerichtsurteile belegen Entführungen und Tötungen in Kalifornien und Nevada.
Harvey Glatman lockte 1957 und 1958 junge Frauen in Los Angeles mit falschen Modelaufträgen und Kontaktanzeigen an, um sie zu vergewaltigen und zu erwürgen. 1959 wurde er in San Quentin in der Gaskammer hingerichtet.
Als seine Geliebte ihm eröffnete, sie werde zu ihrem Mann zurückkehren, stahl Henry John Burnett das Gewehr seines Bruders und erschoss den Ehemann in dessen eigener Küche. Er wurde der letzte Mensch, der in Schottland gehängt wurde.
John Allen Muhammad erschoss 2002 gemeinsam mit dem damals 17-jährigen Lee Boyd Malvo als „Washington-Sniper“ mindestens zehn Menschen im Raum Washington D.C. Er wurde 2009 hingerichtet.
Als drei Leichen hinter einer tapezierten Küchenwand auftauchten, war John Christie bereits verschwunden. Die Entdeckung von 1953 legte acht Tötungen und einen der folgenreichsten britischen Justizirrtümer offen.
John Haigh tötete zwischen 1944 und 1949 in London mindestens sechs Menschen und löste ihre Leichen in Schwefelsäure auf, um sich ihr Vermögen anzueignen. Vor Gericht behauptete er vergeblich, das Blut seiner Opfer getrunken zu haben.
John Paul Knowles tötete 1974 innerhalb von nur vier Monaten mindestens 18 Menschen in sieben US-Bundesstaaten. Rund einen Monat nach seiner Festnahme wurde er bei einem Fluchtversuch von einem Ermittler erschossen.
Sechs Injektionen mit Abflussreiniger töteten Lisa Ann Millican nicht. Judith Ann Neelley erschoss das 13-jährige Mädchen und erhielt mit 18 Jahren ein Todesurteil.
Ein 18-Jähriger tötete 1928 gemeinsam mit einem minderjährigen Komplizen fünf Menschen auf einem Bauernhof bei Valensole und wurde dafür als einer der jüngsten Verurteilten der französischen Rechtsgeschichte hingerichtet.
Larry Eyler, genannt der „Highway Killer“, erstach und zerstückelte zwischen 1982 und 1984 mindestens 21 junge Männer in Indiana und Illinois. Er starb 1994 an AIDS im Todestrakt, kurz zuvor gestand er weitere 20 Morde.
Ein Tonband der letzten Tat und die Aussage seines Komplizen überführten Lawrence Bittaker. Das oberste Gericht Kaliforniens bestätigte fünf Mordschuldsprüche und das Todesurteil.
Zwei Neugeborene starben nach derselben Schicht an schweren Kopfverletzungen. Die Obduktionen führten zur Krankenschwester Marie Fikáčková, die für beide Tötungen zum Tode verurteilt wurde.
Zwei Leichen im Keller eines Hauses in Michigan beendeten die Serie von Martha Beck und Raymond Fernandez. Verurteilt wurden beide wegen eines früheren Mordes in New York.
Die Tschechoslowakin fuhr 1973 in Prag absichtlich mit einem Lastwagen in eine Gruppe wartender Menschen und tötete acht von ihnen. 1975 wurde sie als letzte Frau in der Tschechoslowakei hingerichtet.
Entführte 1976 in Troyes den siebenjährigen Philippe Bertrand und erdrosselte ihn kurz darauf, sein Prozess gilt als einer der Wegbereiter für die Abschaffung der Todesstrafe in Frankreich 1981.
Ermordete 1834 in Paris zwei Menschen bei einem Raubüberfall, nutzte seinen Prozess und die Zeit bis zur Hinrichtung 1836 als literarische Bühne und inspirierte später Dostojewskis Figur des Raskolnikow.
Randy Kraft, genannt „Scorecard Killer“, folterte und tötete zwischen 1972 und 1983 mindestens 16 junge Männer in Kalifornien. Eine handschriftliche Liste mit kryptischen Einträgen ließ Ermittler eine deutlich höhere Opferzahl vermuten.
Zwei Leichen im Keller eines Hauses in Michigan beendeten die Serie von Raymond Fernandez und Martha Beck. Verurteilt wurden beide wegen eines früheren Mordes in New York.
Robert Diaz, ein Krankenpfleger auf einer Intensivstation in Perris, Kalifornien, injizierte 1981 mindestens zwölf Patienten tödliche Überdosen des Herzmedikaments Lidocain. 1984 wurde er zum Tode verurteilt, er starb 2010 im Gefängnis.
Robert Joe Long entführte, vergewaltigte und tötete 1984 innerhalb weniger Monate zehn Frauen im Raum Tampa, Florida. Die Aussage einer 17-jährigen Überlebenden führte die Ermittler zu ihm.
Roger Million war Komplize von Eugen Weidmann und wurde 1939 in Frankreich in zwei Mordfällen schuldig gesprochen. Sein Todesurteil wurde in lebenslange Haft umgewandelt.
Elf Jungen wurden Sergei Golowkin vor Gericht zugerechnet. Ein zeitgenössischer Prozessbericht zeigt, wie der Pferdezüchter 1994 wegen der zwischen 1986 und 1992 begangenen Taten zum Tode verurteilt wurde.
Timothy McVeigh verübte 1995 gemeinsam mit Terry Nichols den Bombenanschlag von Oklahoma City, bei dem 168 Menschen starben, und wurde dafür 2001 hingerichtet.
Vier Mädchen zwischen vier und sieben Jahren verschwanden 1988 und 1989 im Großraum Tokio. Tsutomu Miyazaki wurde für die Morde zum Tode verurteilt und 2008 hingerichtet.
Wadim Jerschow vergewaltigte und tötete zwischen 1992 und 1995 mindestens 19 Menschen im Raum Krasnojarsk, Russland. Er wurde 1998 zum Tode verurteilt, das Urteil wegen des russischen Hinrichtungsmoratoriums jedoch in lebenslange Haft umgewandelt.
Velma Barfield gestand fünf Giftmorde in North Carolina. Beweise verbanden sie außerdem mit dem Tod ihres zweiten Ehemanns Jennings Barfield, den sie jedoch bestritt. 1984 wurde sie als erste Frau in den USA durch eine Giftspritze hingerichtet.
Westley Allan Dodd tötete 1989 drei Kinder in Washington. Ein gescheiterter weiterer Entführungsversuch führte zu seiner Festnahme, seinem Geständnis und den Beweismitteln in seiner Wohnung.
Ein zurückgelassener Bowler-Hut verriet Kopfform und Haarfarbe des Täters, und führte die Polizei zu William Thomas Butler, der den Juwelier Ernest Percival Key an Heiligabend 1938 wegen einer Schuld von 15 Pfund über dreißigmal niederstach.
Er drückte ab und tötete einen Polizisten, saß danach nur zehn Jahre und lebte anschließend jahrzehntelang unbehelligt als Klempner: Sein Komplize wurde für genau diesen Schuss gehängt, weil Christopher Craig selbst als 16-Jähriger zu jung für die Todesstrafe war.
Im Pub sangen sie gemeinsam Duette und riefen sich Kosenamen zu, Jahre später stand einer der beiden am Galgen des anderen: James Corbitt erwürgte 1950 seine Geliebte aus Eifersucht und wurde ausgerechnet von seinem Kneipenfreund, dem Henker Albert Pierrepoint, hingerichtet.
Ein Traum ihrer Stiefmutter enthüllte 1828 ein Verbrechen, das ein Jahr zuvor fast perfekt vertuscht worden war: In einer Scheune bei Polstead fanden Ermittler die Leiche der jungen Maria Marten, erschossen von ihrem Liebhaber, der bereits eine neue Frau geheiratet hatte.
Jahrzehnte bevor eine einsame Hochebene bei Manchester durch spätere, weit bekanntere Mordfälle traurige Berühmtheit erlangte, diente dieselbe Landschaft schon 1947 einem 24-jährigen Mann als Versteck für die Leichen eines älteren Ehepaars.
Ein Cricketspieler aus gutem Hause erschlug 1952 seine Eltern mit einem Bleirohr, weil sie ihm das Auto verweigerten. Sein Prozess zeigte schonungslos die Grenzen des damaligen englischen Schuldfähigkeitsrechts auf und trug zur späteren Reform des Mordparagrafen bei.
Ein Mann wird 1962 gehängt, obwohl das entscheidende Beweismittel gegen ihn eine bloße Erinnerung an einen einzigen Satz ist. Vier Jahrzehnte später soll eine Exhumierung endgültig klären, ob England einen Unschuldigen hinrichtete.
Eine Funkerin der Royal Air Force verlässt eine Tanzveranstaltung, um pünktlich zu ihrem Nachtdienst zu erscheinen, und legt die letzte Meile nie zurück. Ein aus dem Gefängnis geschmuggelter Brief verrät später den Kameraden, der sie auf dem dunklen Weg abgefangen hatte.
Zwei kleine Mädchen bekommen auf dem Heimweg von der Schule eine Mitfahrgelegenheit in einem Armeelastwagen angeboten. Drei Tage später werden ihre Leichen in einem Waldstück in Buckinghamshire gefunden, ein Wäschezeichen auf einem liegen gelassenen Taschentuch führt die Ermittler direkt zum Fahrer.
Ein verwitweter Ziegeleiarbeiter aus West Lothian gilt in seinem Dorf als überfordert und trinkfreudig, seine beiden kleinen Söhne als lästige Bürde. 1911 verschwinden die Jungen spurlos, fast zwei Jahre lang glaubt niemand an ein Verbrechen, bis ein Pflüger am Rand eines Steinbruchs etwas findet, das alles ändert.
Ein Maler lädt ein elfjähriges Mädchen mit gebrochenem Arm in sein Atelier ein, angeblich um ihr beim Malen Gesellschaft zu leisten. Wenig später ist die Leiche der jungen Margaret Spevick auf der Flucht nach Spanien schon fast vergessen, bis ein Fingerabdruck alles ändert.
Ein aus dem Gefängnis geschmuggeltes, gefälschtes Geständnis wandte sich am Ende gegen ihn selbst: Francis Joseph Huchet wurde 1959 als letzter Mensch auf den Kanalinseln gehängt, verurteilt für den Raubmord an einem Landarbeiter in den Dünen von Jersey.
Christa Pike folterte und tötete 1995 als 18-Jährige gemeinsam mit zwei weiteren Jugendlichen die 19-jährige Colleen Slemmer in einem Waldstück nahe Knoxville. 1996 wurde sie zum Tode verurteilt und ist bis heute die einzige Frau im Todestrakt von Tennessee.