Im September 2004 tötete ein 24-Jähriger, maskiert wie eine Horrorfilmfigur, innerhalb von zwei Tagen vier Menschen in London und Sussex. Er wollte berühmt werden wie ein Serienmörder.
1994 wurde er wegen der Ermordung seiner Freundin verurteilt, saß neunzehn Jahre ab und kam frei. 2015 tötete er die nächste Partnerin, diesmal mit vierzig Messerstichen und einem Hammer. Der als „Barking Strangler“ bekannte Doppelmörder zeigt, wie ein System zweimal versagen kann.
Als die Polizei das Londoner Penthouse betritt, telefoniert Antony Baekeland ruhig und bestellt chinesisches Essen. In der Küche liegt seine tote Mutter. Der Fall des Bakelite-Erben, der 1972 seine eigene Mutter erstach, gilt bis heute als eine der bizarrsten Tragödien der amerikanischen High Society.
Ari Mahmod ordnete 2005 gemeinsam mit seinem Bruder Mahmod Mahmod die Ermordung von dessen Tochter Banaz an, weil sie sich von ihrem gewalttätigen Ehemann getrennt und eine neue Beziehung begonnen hatte.
In einem Londoner Stadthaus, das der im Exil lebende griechische König George II. gemietet hatte, erschoss Arthur Robert Boyce 1946 seine Verlobte, weil sie ihn verlassen wollte, und ließ ihre Leiche sechs Tage lang im verschlossenen Zimmer liegen.
Brian Donald Hume erstach 1949 in London den Autohändler Stanley Setty und zerstückelte die Leiche, wurde dafür aber nur als Komplize verurteilt. Nach seiner Entlassung erschoss er 1959 in Zürich bei einem Raubüberfall den Taxifahrer Arthur Maag und verbrachte den Rest seines Lebens in britischer psychiatrischer Verwahrung.
Eine Stunde lang saß Brian Edward Burdett neben seiner sterbenden Frau, bevor er Hilfe holte. Er hatte ihr Zyanid in den Tee gegeben, das er von seinem Arbeitsplatz gestohlen hatte, und wollte den Tod als Suizid ausgeben.
Colin Ireland wählte fünf Männer in derselben Londoner Kneipe aus und tötete sie binnen gut drei Monaten. Schließlich führten eine Überwachungskamera und Fingerabdrücke zu ihm.
Menschliche Überreste in einem verstopften Abfluss führten 1983 zu Dennis Nilsens Wohnung. Das Gericht verurteilte ihn wegen sechs Morden und zwei Mordversuchen.
„Let him have it, Chris“, soll er gerufen haben, als sein 16-jähriger Komplize die Pistole zog. Ob er damit zum Schießen oder zum Aufgeben aufforderte, entschied 1953 über Leben und Tod: Derek Bentley wurde für einen Mord gehängt, den ein anderer beging, und 45 Jahre später posthum freigesprochen.
Ein Streit um den Preis eines Zierschwerts endete für die Verkäuferin Elsie May Batten tödlich. Der Täter Edwin Albert Bush wurde als erster Krimineller Großbritanniens durch das damals brandneue Identikit-Verfahren überführt.
Ein Polizist wollte nur ein gestohlenes Auto überprüfen, dann erschoss ihn Frederick Guy Browne aus nächster Nähe. Am Ende überführte ihn ausgerechnet ein Mikroskop, mit dem Ballistik-Experten eine winzige Kratzspur auf einer Patronenhülse seiner Waffe zuordneten.
Frederick Bywaters erstach 1922 in einer Londoner Vorstadt den Ehemann seiner Geliebten. Verurteilt wurde er zusammen mit ihr, obwohl sie an der Tat selbst gar nicht beteiligt war, ein Fall, der bis heute als eines der fragwürdigsten Todesurteile Großbritanniens gilt.
George Chapman vergiftete zwischen 1897 und 1902 drei Frauen, die er jeweils als seine Ehefrau ausgab, langsam mit Brechweinstein. Ein Scotland-Yard-Ermittler hielt ihn später sogar für Jack the Ripper, eine Theorie, die bis heute umstritten bleibt.
Nach dem Mord an einer Frau in Wimbledon versteckte sich der Täter zwei Wochen lang in einer Höhle an der Küste von Sheppey, bis ein aufmerksamer Polizist ihn wiedererkannte: Die Jury brauchte für ihr Urteil nur fünfzehn Minuten.
Jack the Ripper tötete 1888 im Londoner East End mindestens fünf Frauen auf besonders brutale Weise. Der bis heute berühmteste ungeklärte Serienmordfall der Geschichte hat trotz zahlloser Verdächtigentheorien nie eine gesicherte Täteridentität hervorgebracht.
Zwischen 1964 und 1965 tötete ein bis heute unbekannter Täter in London mindestens sechs Frauen, meist Sexarbeiterinnen, und legte ihre unbekleideten Leichen nahe der Themse ab. Scotland Yard führte eine der größten Fahndungen seiner Geschichte, ohne den Täter je zu fassen.
Ein gescheiterter Kaufmann wartet in der Lobby des britischen Unterhauses auf den Premierminister, zieht eine Pistole und feuert aus nächster Nähe. Bis heute ist John Bellingham von 1812 der einzige Mensch, dem die Ermordung eines amtierenden britischen Regierungschefs gelang.
Wegen eines Raubmords, bei dem das Opfer bei lebendigem Leib zerstückelt wurde, saß John Bowden fast 40 Jahre in Haft, floh zweimal und wurde erst 2020 entlassen, nachdem er sich im Gefängnis jahrzehntelang als Aktivist gegen Missstände im Strafvollzug einen Namen gemacht hatte.
John Childs gestand 1979 sechs Auftragsmorde und behauptete, jede Leiche in seiner Wohnung in Poplar zerstückelt und verbrannt zu haben, sodass nie ein Körper gefunden wurde. Ein Berufungsgericht stellte 2003 fest, dass er ein „pathologischer Lügner“ war, und ließ offen, wie viele seiner Geständnisse überhaupt stimmten.
Als drei Leichen hinter einer tapezierten Küchenwand auftauchten, war John Christie bereits verschwunden. Die Entdeckung von 1953 legte acht Tötungen und einen der folgenreichsten britischen Justizirrtümer offen.
John Haigh tötete zwischen 1944 und 1949 in London mindestens sechs Menschen und löste ihre Leichen in Schwefelsäure auf, um sich ihr Vermögen anzueignen. Vor Gericht behauptete er vergeblich, das Blut seiner Opfer getrunken zu haben.
Milly Dowler verschwand 2002 auf dem Heimweg, erst neun Jahre später wurde Levi Bellfield wegen ihres Mordes verurteilt. Zuvor hatte ein Gericht ihn bereits zweier weiterer Morde und eines Mordversuchs schuldig gesprochen.
Mahmod Mahmod ordnete 2005 gemeinsam mit seinem Bruder Ari Mahmod die Ermordung seiner Tochter Banaz an, weil sie sich von ihrem gewalttätigen Ehemann getrennt und eine neue Beziehung begonnen hatte.
Ein Geschworenengericht sprach Mario Celaire 2002 vom Mord an seiner Ex-Freundin frei, in weniger als drei Stunden. Erst der Überlebenskampf einer zweiten Ex-Freundin brachte ihn Jahre später doch noch vor Gericht, als erste Person in Großbritannien, die für dieselbe Tat ein zweites Mal verurteilt wurde.
Mohammed Saleh Ali beteiligte sich 2006 in London an der Ermordung von Banaz Mahmod. Nach seiner Auslieferung aus dem Irak wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.
Ein Doppelmord aus Spielschulden endete am Galgen von Pentonville: Myer Abramovich erstach ein Gastwirt-Ehepaar in seinem eigenen Lokal und zündete anschließend das Gebäude an, um die Tat zu vertuschen.
Er hielt sich für schlauer als Scotland Yard und floh nach der Tat in seine marokkanische Heimat, überzeugt, sein Land liefere niemanden an Großbritannien aus. Der Mann, der 1970 in einer Belgravia-Villa den Butler eines Fernsehmoguls fast enthauptete, irrte sich gewaltig, sobald er wieder europäischen Boden betrat.
Nach einem Streit um seine Männlichkeit erwürgte Nicholas Boyce seine Frau, zerlegte ihre Leiche und kochte das Fleisch, damit es wie ein Sonntagsbraten aussah, ehe er die Überreste in der Themse entsorgte. Ihr Tagebuch aus ihrer Zeit als Gouvernante der Kinder von Lord Lucan lieferte später neue Hinweise im bis heute ungelösten Fall.
Ein gefälschtes Testament, eine vergiftete Flasche Stout und zwei Menschen, die nie das eigentliche Ziel waren: In Croydon starb 1907 ein Ehepaar an einem Gift, das für einen ganz anderen Zeugen bestimmt war.
Robert Maudsley tötete zwischen 1974 und 1978 in London und in britischen Haftanstalten vier Menschen. Mehr als vier Jahrzehnte verbrachte er in besonders gesicherter Einzelhaft; 2025 wurde er aus Wakefield verlegt.
Ein Liebhaber steht früh am Morgen vor einem Polizisten in Wandsworth und sagt einen einzigen Satz: Er habe gerade sein Mädchen getötet. William Charles Benson wurde für den Mord an seiner Geliebten Charlotte Harbour 1928 gehängt, als eine der letzten Hinrichtungen einer klassischen englischen Dreiecksgeschichte.
Ein 17-Jähriger nahm die Freundlichkeit eines älteren Mannes an, ließ sich von ihm Mahlzeiten bezahlen und erstach ihn wenig später mit einer Schusterahle: Für den Mord an George Jones auf Sutton Common bei London wurde William Nelson Adams 1919 zum Tode verurteilt, dann im letzten Moment begnadigt.
Er drückte ab und tötete einen Polizisten, saß danach nur zehn Jahre und lebte anschließend jahrzehntelang unbehelligt als Klempner: Sein Komplize wurde für genau diesen Schuss gehängt, weil Christopher Craig selbst als 16-Jähriger zu jung für die Todesstrafe war.
Drei Bomben in 13 Tagen sollten Großbritannien in einen Rassenkrieg stürzen: David Copeland wählte seine Ziele gezielt nach Hautfarbe, Herkunft und sexueller Orientierung aus und tötete am Ende drei Menschen in einem Pub in Soho, den er allein wegen dessen homosexueller Stammgäste ausgesucht hatte.
Einen Tag bevor er die Leichen seiner Frau und ihrer Zwillinge angeblich fand, bewarb er sich bereits als 34-jähriger Witwer um eine neue Stelle. Der Zeitpunkt sollte ihn 1905 überführen.
Ein Unschuldiger saß zwölf Jahre in Spanien im Gefängnis für eine Vergewaltigung, die in Wahrheit ein britischer Koch begangen hatte, der Jahre später eine 18-jährige Sängerin ermordete.
Ein Mann mit zwei einschlägigen Vorstrafen aus Lettland lauerte einer 17-jährigen Schülerin auf dem Schulweg in einem Londoner Vorort auf. Acht Tage blieb die Tat unentdeckt.
Ein Skelett unter den Trümmern einer zerbombten Londoner Kapelle sollte wie ein gewöhnliches Blitzkrieg-Opfer aussehen. Stattdessen überführte ein forensischer Pfad aus Zahnabdrücken und einer übereinandergelegten Fotografie den Ehemann des Toten, Harry Dobkin, des Mordes.
Ein Jahr lang häuften sich in Westlondon Überfälle auf Frauen mit denselben eigenartigen kreisförmigen Abdrücken auf der Haut, ohne dass die Polizei einen Zusammenhang zum ungeklärten Mord an einer jungen Frau in Kilburn herstellte. Erst ein gestohlenes Feuerzeug führte zu dem 19-jährigen Gardesoldaten Michael Douglas Dowdall.
1986 reichten die Beweise gegen David Mulcahy nicht. Fünfzehn Jahre später verurteilte ihn der Old Bailey wegen drei gemeinsam mit John Duffy begangener Morde.
John Duffy wurde 1988 wegen zweier Morde verurteilt und gestand später die Beteiligung an einem dritten. Erst der Prozess gegen David Mulcahy belegte 2001 die gemeinsame Mordserie.
Zweifacher kanadischer Mittelgewichtsmeister, gefeiert für seinen aggressiven Boxstil und seine miserable Deckung, in 102 Kämpfen unzählige Male am Kopf getroffen. 1935 erschoss der „punch drunk“ gewordene Boxer Del Fontaine seine junge Geliebte aus Eifersucht und wurde dafür in London gehängt.
Ein arbeitsloser DJ kauft an einer Tankstelle Benzin, kündigt dem verdutzten Tankwart an, „ein Haus zu erledigen“, und gießt es Minuten später durch den Briefschlitz eines Reihenhauses in Chingford. Sieben Menschen, darunter Zwillingsschwestern von drei Jahren, starben 1999 durch Richard Fieldings Brandanschlag auf die Familie seines ehemaligen Schulfreunds.
Nach dem Mord an einer 21-jährigen Hausangestellten im noblen Royal Automobile Club in London 1972 blieb die Polizei monatelang ohne Spur, bis der Täter selbst einen Brief an Scotland Yard schrieb. Seine eigene Handschrift überführte ihn.
Ein Londoner Weber ertränkte 1802 seine Frau und ihr Säuglingskind im Paddington-Kanal. Zwei Wochen nach der Hinrichtung ließ ein italienischer Wissenschaftler seine Leiche mit Elektroschocks zucken, ein Auftritt, der später Mary Shelleys „Frankenstein“ mit inspirierte.
Ein brennender Schuppen, ein Abschiedsbrief und eine Leiche mit den Zähnen eines viel jüngeren Mannes: 1933 hielt London den Tod von Samuel James Furnace für Suizid, bis ein Gerichtsmediziner erkannte, dass der vermeintlich Tote in Wahrheit ein Mörder auf der Flucht war.
Er wollte für einen Tag Freddy Krueger sein. Innerhalb von 48 Stunden tötete Daniel Gonzalez 2004 vier Menschen in London und Sussex, inspiriert von Horrorfilmen.
Ein Rockknopf und ein Regimentsabzeichen, mit einem Stück Draht notdürftig zusammengehalten, wurden 1918 zum einzigen handfesten Beweis gegen einen jungen Kriegsveteranen. David Greenwood beteuerte fünfzehn Jahre lang seine Unschuld, ohne dass ihm je jemand glaubte.
Ein Pathologe erklärte die nackte Leiche einer Frau in einem verschlossenen Zimmer 2002 zum Herzinfarkt, obwohl Kopfverletzungen sichtbar waren. Der Mann, der sie tatsächlich erwürgt hatte, tötete in den folgenden Monaten zwei weitere Frauen, bevor Müllsäcke mit zerstückelten Leichenteilen ihn verrieten.
Acht Tage lang log er seiner eigenen Familie ins Gesicht, während die Leiche der zwölfjährigen Enkelin seiner Partnerin nur wenige Meter über ihren Köpfen im Dachboden lag.
Ein Bahnhof in Wood Green, ein Verdacht auf Untreue und zwei Tote binnen weniger Minuten: 1869 verübte der Zimmermann Frederick Hinson einen der brutalsten Eifersuchtsmorde im viktorianischen London.
Für die Übernahme einer Spedition ließ eine Bande 2003 eine ganze fünfköpfige Familie verschwinden, darunter zwei Babys, deren Leichen bis heute nicht gefunden wurden. William Horncy war einer der beiden Haupttäter und wurde zu lebenslanger Haft ohne jede Aussicht auf Entlassung verurteilt.
Ein 18 Jahre alter Küchenjunge wollte in einem Londoner Hotel nur ein paar Zimmer ausrauben. Als eine Hotelgästin aufwachte, erschlug er sie mit dem Hammer, den er für den Notfall mitgebracht hatte. Der Fall Henry Julius Jacoby wurde zum Symbol für Klassenjustiz im England der 1920er Jahre.
Zwei Kinder verschwinden 1970 auf einem Spaziergang bei London und werden elf Wochen später tot im Epping Forest gefunden. Fast dreißig Jahre bleibt der Fall ungelöst, bis sich ein bereits wegen eines weiteren Kindermords inhaftierter Mann meldet: Ronald Jebson.
Sieben Jahre lang blieb der Mord an einem zwölfjährigen Mädchen in London ohne Spur, bis ausgerechnet eine ganz andere Vergewaltigung den Täter über eine DNA-Datenbank verriet. Andrzej Kunowski hatte da in Polen bereits ein Vorleben mit mehr als zwei Dutzend Sexualstraftaten hinter sich, ohne dass es je jemand in England erfuhr.
Ein Obdachloser gesteht der Polizei beiläufig Dutzende Morde, mehr als in jedem britischen Serienmörder-Prozess je verhandelt wurden. Verurteilt wurde er am Ende nur für zwei.
Ein handgeschriebenes Geständnis auf Anraten der eigenen Ehefrau besiegelte sein Schicksal: William Henry Kennedy belastete sich und seinen Komplizen selbst, nachdem beide einen Polizisten erschossen hatten, der nur das Kennzeichen ihres gestohlenen Wagens notieren wollte.
Vier Tage nach ihrem Verschwinden fand die Polizei nur das leere Auto der 24-jährigen Janie Shepherd, ihre Leiche sollte erst über zwei Monate später auf einem Feld in Hertfordshire auftauchen. Erst zwölf Jahre später, direkt bei seiner Entlassung aus einer anderen Haftstrafe, wurde David Lashley für diesen Mord festgenommen.
Reggie Kray erstach 1967 einen ehemaligen Komplizen im Keller eines Hauses in Stoke Newington, nachdem ein erster Mordversuch mit der Pistole misslungen war. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Ronnie führte er jahrelang die berüchtigte Londoner Gang „The Firm“ an.
Ronnie Kray erschoss 1966 mitten in einem gut besuchten Pub einen Rivalen, und trotz zahlreicher Zeugen wollte niemand etwas gesehen haben. Als „Ronnie Kray“ beherrschte er mit seinem Zwillingsbruder Reggie jahrelang das Verbrechen im Ostlondoner Underworld-Milieu.
Am 9. August 1967 findet ein Chauffeur den britischen Dramatiker Joe Orton erschlagen in seiner Wohnung in Islington. Ein Porträt des Skandalautors, der auf dem Höhepunkt seines Erfolgs starb.
Am 11. Mai 1812 erschießt ein verbitterter Kaufmann den britischen Premierminister Spencer Perceval in der Lobby des Unterhauses. Ein Porträt des einzigen britischen Regierungschefs, der je im Amt ermordet wurde.