Der katholische Vikar wurde 1894 für die Ermordung seines Pfarrers in der Mayenne zum Tode verurteilt und öffentlich hingerichtet, ein Fall, den eine Überprüfung ein Jahrhundert später als möglichen Justizirrtum einstufte.
Vor einer johlenden Menge, unter der auch die Maler Caravaggio und Artemisia Gentileschi standen, wurde eine zweiundzwanzigjährige Adelige 1599 in Rom enthauptet. Beatrice Cenci hatte den Mord an ihrem gewalttätigen Vater organisiert und wurde dafür zur bis heute nachwirkenden Symbolfigur eines Justizskandals.
84 Geständnisse machten Bruno Lüdke zum angeblich schlimmsten Serienmörder Deutschlands. Beweise gab es nicht, einen Prozess auch nicht, heute gilt er als Opfer eines nationalsozialistischen Polizeikonstrukts.
Charles Ray Hatcher wurde für zwei Morde verurteilt und behauptete, 16 Menschen getötet zu haben. Sein Geständnis im Fall Eric Christgen beendete zugleich die jahrelange Haft eines Unschuldigen.
Eric Edgar Cooke terrorisierte zwischen 1959 und 1963 als „Nedlands Monster“ die Stadt Perth. Er tötete mindestens acht Menschen und war 1964 der letzte Mann, der in Westaustralien hingerichtet wurde.
Francis Heaulme wurde für elf Morde zwischen 1984 und 1992 verurteilt. Zu seinen Opfern gehörten zwei Achtjährige, für deren Tod zuvor Patrick Dils fünfzehn Jahre unschuldig in Haft saß.
1954 wegen des Dreifachmords an der britischen Familie Drummond zum Tode verurteilt, ein bis heute international diskutierter Fall, dessen Beweislage viele für nicht ausreichend hielten.
Ein DNA-Treffer beendete nach fast zwanzig Jahren die Suche nach dem Bedroom Basher. Gerald Parker wurde wegen sechs Morden verurteilt, während ein Unschuldiger 17 Jahre für eine der Taten in Haft gesessen hatte.
Der als „Papillon“ bekannte Franzose wurde 1931 wegen des Mordes an einem Zuhälter zu Zwangsarbeit in der Strafkolonie Guayana verurteilt, floh nach Venezuela und bestritt die Tat bis zu seinem Tod 1973, sein Bestseller „Papillon“ machte ihn dennoch weltberühmt.
Henry Lee Lucas gestand hunderte Morde, doch der texanische Generalstaatsanwalt fand Reisezeiten und Akten, die viele Aussagen unmöglich machten. Belastbar bleiben drei Tötungen, der Rest seines Ruhms beruhte überwiegend auf falschen Geständnissen.
Joachim Kroll vergewaltigte, tötete und aß teilweise Teile seiner Opfer zwischen 1955 und 1976 in Duisburg und im Ruhrgebiet. Wegen dieser Taten wurde er als „Ruhrkannibale“ bekannt, gerichtlich bestätigt wurden acht Morde.
Jeanne Weber erwürgte zwischen 1902 und 1908 in Frankreich mindestens neun ihr anvertraute Kinder, darunter ihren eigenen Sohn, wurde jedoch zweimal freigesprochen, bevor ein dritter Fall zu ihrer Einweisung führte. Die Presse nannte sie „die Menschenfresserin“.
John Childs gestand 1979 sechs Auftragsmorde und behauptete, jede Leiche in seiner Wohnung in Poplar zerstückelt und verbrannt zu haben, sodass nie ein Körper gefunden wurde. Ein Berufungsgericht stellte 2003 fest, dass er ein „pathologischer Lügner“ war, und ließ offen, wie viele seiner Geständnisse überhaupt stimmten.
Als drei Leichen hinter einer tapezierten Küchenwand auftauchten, war John Christie bereits verschwunden. Die Entdeckung von 1953 legte acht Tötungen und einen der folgenreichsten britischen Justizirrtümer offen.
Der Kaufmann wurde 1796 fälschlich für den Raubüberfall auf die Postkutsche von Lyon verurteilt und hingerichtet, weil er einem der wahren Täter ähnlich sah. Der Fall gilt in Frankreich bis heute als einer der berühmtesten Justizirrtümer der Geschichte.
Als Bruder Léotade wurde er 1848 in Toulouse für die Vergewaltigung und Tötung der 14 Jahre alten Cécile Combettes verurteilt, ein bis heute umstrittener Fall, der stark von der antiklerikalen Stimmung seiner Zeit geprägt gewesen sein soll.
Die Pariser Salondame und frühere Mätresse eines Präsidenten wurde 1908 verdächtigt, ihren Ehemann und ihre Mutter erwürgt zu haben, 1909 aber von einem Geschworenengericht freigesprochen.
Ein tödlicher Brand in einem Gästehaus brachte Ottis Toole vor Gericht. Daneben standen fünf weitere Mordurteile und zahlreiche unzuverlässige Geständnisse.
Pierre Jaccoud, ein angesehener Genfer Anwalt und Politiker, wurde 1960 wegen des Mordes an Charles Zumbach zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der Fall gilt bis heute als einer der umstrittensten Justizirrtümer der Schweizer Rechtsgeschichte.
Rita Gorgonowa wurde 1932 im aufsehenerregendsten Kriminalprozess des polnischen Zwischenkriegspolens wegen des Mordes an ihrer Stieftochter Lusia Zaremba zum Tode verurteilt, ihre Schuld blieb bis heute umstritten.
William Heirens bekannte sich 1946 im Alter von 17 Jahren dreier Morde in Chicago schuldig, darunter der Tötung der sechsjährigen Suzanne Degnan. Er bestritt die Taten später bis zu seinem Tod 2012, seine Verurteilung blieb jedoch bestehen.
Ein 21-jähriger Landarbeiter wurde 1938 innerhalb weniger Wochen verurteilt und gehängt, obwohl mehrere Zeugen ihn zur Tatzeit an einem anderen Ort gesehen hatten. Jahrzehnte später gestand ausgerechnet sein eigener Vater auf dem Sterbebett die Tat.
Maria Rohrbach saß vier Jahre wegen Mordes an ihrem Mann in Haft, verurteilt aufgrund fehlerhafter chemischer Gutachten. Erst ein Wiederaufnahmeverfahren 1961 deckte die Fehler auf, der wirkliche Täter wurde nie gefunden. Der Fall gilt als einer der bekanntesten Justizirrtümer der bundesdeutschen Geschichte.
Ein Wiederaufnahmeverfahren hebt ein rechtskräftiges Strafurteil nachträglich auf, meist zugunsten eines zu Unrecht Verurteilten. Die Hürden sind hoch.