Fünf Jahre nach dem Mord an der 18-jährigen Saman Abbas in Novellara wies Italiens oberstes Gericht am 16. Juli 2026 alle Berufungen der Familie ab. Die lebenslangen Strafen für Eltern und Cousins sowie 22 Jahre Haft für den Onkel sind damit rechtskräftig.
Nach seiner Einweisung in das forensisch-psychiatrische Krankenhaus von Reggio Emilia blieb Gaspare Zinnanti dort bis zu seinem Tod. Im Juli 2001 starb er während der Unterbringung durch Suizid.
Zehn Jahre nach dem Amoklauf beschloss die Gemeinde Aci Castello konkrete Formen des Gedenkens. Ein Sozialpreis und mehrere kommunale Räume wurden den fünf Todesopfern gewidmet.
Am 13. Dezember 2011 erschießt ein Rechtsextremist auf zwei Märkten in Florenz zwei senegalesische Straßenhändler und verletzt drei weitere Männer, bevor er sich bei seiner Festnahme selbst tötet.
Am 2. Mai 2003 erschießt ein 32-jähriger Gemeindeangestellter im Rathaus des sizilianischen Aci Castello fünf Menschen, darunter den Bürgermeister, bevor er nach einer stundenlangen Geiselflucht Selbstmord begeht.
Im März 1997 tötet ein obdachloser Mann in Mailand innerhalb weniger Tage drei Menschen mit einem Hammer und stößt eine vierte Frau vor eine U-Bahn. Er glaubt, eine göttliche Stimme befehle ihm, die Seelen seiner Opfer zu retten.
Als Kind musste er zusehen, wie seine Mutter sich an Freier verkaufte, und wie einer von ihnen fast kastriert wurde. Andrea Matteucci, „der Mostro von Aosta“, tötete zwischen 1980 und 1995 vier Menschen, meist Prostituierte, aus einem nie überwundenen Hass auf seine Mutter.
Ein Vater glaubte sechs Jahre lang nicht an den Unfalltod seines Sohnes und ermittelte auf eigene Faust, bis er einer Gruppe junger Satanisten auf die Spur kam. Andrea Volpe, Mitglied der Sekte „Bestie di Satana“, gestand drei Morde und wurde zum Kronzeugen gegen seine früheren Komplizen.
Antonio Mantovani wurde 1983 wegen Mordes verurteilt und tötete nach seiner Entlassung erneut. Für drei Tötungen erhielt er lange Haftstrafen; ein vierter Todesfall blieb ein Verdachtsfall.
Bartolomeo Gagliano tötete zwischen 1981 und 1989 drei Menschen in Ligurien, floh mehrfach aus psychiatrischer Verwahrung und nahm sich 2015 in einer Gefängniszelle das Leben.
Vor einer johlenden Menge, unter der auch die Maler Caravaggio und Artemisia Gentileschi standen, wurde eine zweiundzwanzigjährige Adelige 1599 in Rom enthauptet. Beatrice Cenci hatte den Mord an ihrem gewalttätigen Vater organisiert und wurde dafür zur bis heute nachwirkenden Symbolfigur eines Justizskandals.
Zwei Koffer voller menschlicher Überreste, gefunden an zwei verschiedenen Bahnhöfen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen: So kam 1932 in Italien ein Serienmörder auf die Spur, der Frauen über Heiratsannoncen anlockte. Cesare Serviatti wurde als „Landru vom Tiber“ berühmt und berüchtigt.
Knapp neun Jahre lagen zwischen seinen beiden Morden, doch bei beiden Opfern lag abgeschnittenes Haar. Der Fund Elisa Claps' in einer Kirche brachte Danilo Restivo schließlich auch in Italien eine rechtskräftige Verurteilung ein.
17 Skizzen zu 17 Tötungen legte Donato Bilancia nach seiner Festnahme vor. Gerichte verurteilten ihn für die nur sieben Monate dauernde Mordserie zu 13 lebenslangen Freiheitsstrafen.
In derselben Nacht, in der ihr Mann sie verließ, tötete eine Mutter in einer norditalienischen Kleinstadt ihre drei schlafenden Töchter mit einem Küchenmesser. Edlira Copa wurde später wegen völliger Schuldunfähigkeit freigesprochen, ein Fall, der Italien 2014 erschütterte und bis heute Fragen zu psychisch kranken Müttern in Extremsituationen aufwirft.
Vier Tötungen konnten Ernesto Picchioni vor Gericht zugerechnet werden, weitere Fälle blieben Verdacht. Zeitgenössische Berichte dokumentieren, wie Reisende an seinem Haus an der Via Salaria verschwanden.
Als „Monster von Meran“ erschoss Ferdinand Gamper 1996 in Südtirol innerhalb von drei Wochen sechs Menschen, bevor er sich bei der Belagerung durch die Polizei selbst erschoss.
Kaum geflohen, schon zum zweifachen Mordkomplizen: Francesco Sedda beging nach seinem Ausbruch aus einer forensischen Anstalt 1989 gemeinsam mit Bartolomeo Gagliano zwei Morde an der ligurischen Küste, bevor er 1994 an Aids starb.
Eine innere Stimme befahl ihm, wie er später aussagte, kranke und einsame Menschen von ihrem Leid zu erlösen. Innerhalb weniger Tage erschlug Gaspare Zinnanti im Frühjahr 1997 drei Menschen in Mailand mit einem Hammer, bis eine seiner Passantinnen ihn wiedererkannte.
Der Buchhalter und Rechtsextremist erschoss 2011 in Florenz zwei senegalesische Straßenhändler und verletzte drei weitere Männer aus rassistischen Motiven, bevor er sich bei seiner Festnahme selbst tötete.
Am 2. Mai 2003 erschoss Giuseppe Leotta in Aci Castello fünf Menschen, darunter Bürgermeister Michele Toscano. Nach einer mehrstündigen Flucht mit einer Geisel erschoss er sich in einer Kirche bei Vittoria.
Giulia Tofana gilt der Legende nach als Giftmischerin, die im Rom des 17. Jahrhunderts hunderten Frauen half, ihre Ehemänner zu vergiften. Moderne Forschung bezweifelt große Teile dieser Geschichte.
Mit vierzehn Jahren erschoss er in der Bibliothek seines Internats einen Priester, mit siebzehn hatte er fünf Menschen getötet. Giorgio William Vizzardelli gilt als jüngster verurteilter Serienmörder der italienischen Geschichte, ein Junge, der Al Capone bewunderte und am Ende sein eigenes Leben nahm.
Die italienische „Seifenmacherin von Correggio“ Leonarda Cianciulli tötete 1939 und 1940 drei Frauen, verarbeitete ihre Leichen mit Natronlauge zu Seife und mischte deren Blut in Teekuchen. Sie starb 1970 in einer Anstalt für kriminell wahnsinnige Frauen.
Nachbarn in Salerno beschwerten sich über einen sonderbaren Bratengeruch aus einer Wohnung im Viertel Torrione. Die Polizei fand darin Lino Renzi, nackt und neben den sterblichen Überresten seiner eigenen Mutter, die er zwei Tage lang zerteilt und gekocht hatte.
Elf Jahre nach seiner Hinrichtung als verurteilter Mörder und Vergewaltiger wurde sein Name erneut zur Waffe, diesmal gegen seinen eigenen toten Sohn. Louis Till, 1945 von einem US-Militärgericht in Italien zum Tode verurteilt, war der Vater von Emmett Till.
Mit „il Mostro“ unterzeichnete Briefe begleiteten die Suche nach einem Kindermörder in Foligno. Nach der zweiten Tat fand die Polizei Beweisstücke im Haus von Luigi Chiatti.
Als „Lupo dell'Agro Romano“ wurde Maurizio Giugliano mit sechs Frauenmorden in Verbindung gebracht, gerichtlich bewiesen wurde davon nur einer. 1993 tötete er außerdem einen Mitgefangenen.
1981 wegen vier Morden zu lebenslanger Haft verurteilt, arbeitete Maurizio Minghella später tagsüber als Schreiner in einem Sozialprojekt. Während der Halbfreiheit tötete er erneut, acht Morde sind durch rechtskräftige Urteile bestätigt.
Der ehemalige Sicherheitsbeamte erschoss 2002 in Chieri bei Turin seine Ex-Frau und sechs weitere Menschen aus ihrem Umfeld, bevor er sich selbst tötete.
Zwölf Milliarden Lire oder er würde wahllos weiter töten, drohte Michele Profeta der Polizei in Mailand per Brief. Der als „Professore“ bekannte Erpresser erschoss binnen zwei Wochen zwei Menschen in Padua, bevor er 2001 gefasst wurde.
Zwischen 1968 und 1985 wurden in der Toskana acht Paare mit derselben Waffe getötet. Zwei Beteiligte wurden rechtskräftig verurteilt, doch die Identität des Schützen und die Gesamtverantwortung sind bis heute umstritten.
Sechs Jahre lang ermittelte ein trauernder Vater in seiner Freizeit selbst gegen die Mörder seines Sohnes, während die Täter unbehelligt weitermachten. Nicola Sapone, Anführer der satanistischen Gruppe „Bestie di Satana“, gilt als Kopf hinter mindestens drei Morden in der Lombardei.
Roberto Succo tötete 1981 als Neunzehnjähriger seine Eltern in Italien. Nach seiner Flucht aus einer psychiatrischen Einrichtung wurde er mit mindestens fünf weiteren Todesfällen in mehreren europäischen Ländern in Verbindung gebracht.
Shabbar Abbas ist der Vater und nach Überzeugung der italienischen Justiz der Haupttäter des Ehrenmords an seiner 18-jährigen Tochter Saman Abbas, die sich 2021 einer arrangierten Ehe mit einem Cousin in Pakistan widersetzte und daraufhin in Novellara getötet wurde.
An einem Julimorgen 1914 erschoss Simone Pianetti in einem lombardischen Bergdorf sieben Menschen, die er persönlich für seinen Ruin verantwortlich machte, und verschwand danach spurlos in den Bergen. Bis heute ist unklar, was aus ihm wurde.
Mit vierzehn Jahren erstach er eine 89-jährige Hausangestellte bei einem Einbruch, die Ermittler hielten die Tat für das Werk eines Obdachlosen und schlossen den Fall. Erst fünfzehn Jahre und zwei weitere Morde später holte die Vergangenheit Valentino Pesenti ein.
Vincenzo Campanella gestand 1990 den Tod der verschwundenen Santina Renda und widerrief. Freigesprochen wurde er in diesem Fall, verurteilt dagegen wegen des Mordes an Maurizio Nunzio Renda im März 1992.
Vincenzo Verzeni wurde 1873 wegen zweier Morde und eines Mordversuchs verurteilt. Cesare Lombrosos Deutung und eine nach dem Urteil aufgezeichnete Beichte prägten sein späteres Bild als „Vampir von Bergamo“.