Die beim Massaker von Dunblane getötete Lehrerin Gwen Mayor wurde 2025 mit dem Elizabeth Emblem geehrt. Die staatliche Auszeichnung würdigt Menschen, die infolge ihres öffentlichen Dienstes starben.
Eine offizielle Prüfung sah keine realistische Möglichkeit, den Amoklauf durch das damalige Lizenzsystem zu verhindern. Sie empfahl dennoch verbindlichere Meldewege zwischen Ärzten, Psychiatrie, Familien und Polizei.
Am 2. Juni 2010 erschoss der Taxifahrer Derrick Bird zunächst seinen Zwillingsbruder und anschließend elf weitere Menschen auf einer wahllosen Fahrt durch die englische Grafschaft Cumbria, bevor er sich selbst tötete.
Im September 2004 tötete ein 24-Jähriger, maskiert wie eine Horrorfilmfigur, innerhalb von zwei Tagen vier Menschen in London und Sussex. Er wollte berühmt werden wie ein Serienmörder.
Ein Müllmann aus Wakefield tötete im Juli 2004 innerhalb von acht Tagen seine Freundin, deren Zwillingsschwester und ein älteres Ehepaar in zwei Dörfern in North Yorkshire. Über 500 Polizisten jagten ihn, bis er versteckt zwischen einem Dornenbusch und einer Klärgrube gefasst wurde.
Am 13. März 1996 erschoss Thomas Hamilton in der Turnhalle einer schottischen Grundschule 16 Kinder und deren Lehrerin, bevor er sich selbst tötete. Das Massaker führte zu einem weitreichenden Handfeuerwaffenverbot in Großbritannien.
Ein 21-Jähriger tötete 1988 innerhalb von zwei Tagen seinen eigenen Großvater und zwei Nachbarn in einer Kleinstadt in South Yorkshire. Der Fall Anthony Arkwright machte ihn zum jüngsten Menschen, den ein britisches Gericht je zu lebenslanger Haft ohne jede Aussicht auf Entlassung verurteilte.
Drei Jahre lang erzählte Albert Edward Burrows jedem, der fragte, seine Lebensgefährtin und ihre beiden Kinder seien einfach verschwunden. Er hatte sie in einen stillgelegten Schacht auf dem Symmondley Moor geworfen, und erst der Mord an einem weiteren Kind führte die Polizei zu den Leichen.
Ein Mithäftling behauptete, George Alfred Burns habe eine ältere Frau in Liverpool zu Tode geprügelt. Beweise dafür gab es kaum, doch das Gericht glaubte den Belastungszeugen und schickte ihn an den Galgen, ein Fall, der Jahrzehnte später als mögliches Fehlurteil gilt.
1994 wurde er wegen der Ermordung seiner Freundin verurteilt, saß neunzehn Jahre ab und kam frei. 2015 tötete er die nächste Partnerin, diesmal mit vierzig Messerstichen und einem Hammer. Der als „Barking Strangler“ bekannte Doppelmörder zeigt, wie ein System zweimal versagen kann.
Zwei Einbrüche, zwei tote Hausbewohner und ein Prozess, der Anthony Anderson eigentlich nur zu einem von hunderten britischen Lebenslänglich-Häftlingen gemacht hätte. Stattdessen stürzte seine Klage gegen die eigene Haftdauer Jahre später die Verurteilungsbefugnis des britischen Innenministers.
56 Stunden, drei Tote, ein 21-Jähriger, der sich als Nachfolger von Jack the Ripper und dem Yorkshire Ripper sah: Der Fall Anthony Arkwright machte ihn 1989 zum jüngsten Menschen, den ein britisches Gericht je zu lebenslanger Haft ohne jede Aussicht auf Entlassung verurteilte.
Als die Polizei das Londoner Penthouse betritt, telefoniert Antony Baekeland ruhig und bestellt chinesisches Essen. In der Küche liegt seine tote Mutter. Der Fall des Bakelite-Erben, der 1972 seine eigene Mutter erstach, gilt bis heute als eine der bizarrsten Tragödien der amerikanischen High Society.
Ari Mahmod ordnete 2005 gemeinsam mit seinem Bruder Mahmod Mahmod die Ermordung von dessen Tochter Banaz an, weil sie sich von ihrem gewalttätigen Ehemann getrennt und eine neue Beziehung begonnen hatte.
In einem Londoner Stadthaus, das der im Exil lebende griechische König George II. gemietet hatte, erschoss Arthur Robert Boyce 1946 seine Verlobte, weil sie ihn verlassen wollte, und ließ ihre Leiche sechs Tage lang im verschlossenen Zimmer liegen.
Erst eine auffällige Serie von Zusammenbrüchen auf derselben Kinderstation entlarvte Beverly Allitt. Ein Gericht verurteilte sie wegen vier Morden und neun weiteren Angriffen.
Eine Taxifahrt lieferte das Phantombild und den Beinamen Bible John, aber keinen Namen. Die drei Glasgow-Morde von 1968 und 1969 sind bis heute ungeklärt.
Ein Musterschüler mit Tennis-Stipendium erschlug seine Eltern, weil sie seine erfundene Luxuswelt aus Nike-Sponsoring und Mercedes durchschauten, und flog anschließend mit ihrem Geld in den USA-Urlaub, während die Leichen sechs Wochen lang zu Hause verwesten.
Brian Donald Hume erstach 1949 in London den Autohändler Stanley Setty und zerstückelte die Leiche, wurde dafür aber nur als Komplize verurteilt. Nach seiner Entlassung erschoss er 1959 in Zürich bei einem Raubüberfall den Taxifahrer Arthur Maag und verbrachte den Rest seines Lebens in britischer psychiatrischer Verwahrung.
Eine Stunde lang saß Brian Edward Burdett neben seiner sterbenden Frau, bevor er Hilfe holte. Er hatte ihr Zyanid in den Tee gegeben, das er von seinem Arbeitsplatz gestohlen hatte, und wollte den Tod als Suizid ausgeben.
Colin Ireland wählte fünf Männer in derselben Londoner Kneipe aus und tötete sie binnen gut drei Monaten. Schließlich führten eine Überwachungskamera und Fingerabdrücke zu ihm.
Knapp neun Jahre lagen zwischen seinen beiden Morden, doch bei beiden Opfern lag abgeschnittenes Haar. Der Fund Elisa Claps' in einer Kirche brachte Danilo Restivo schließlich auch in Italien eine rechtskräftige Verurteilung ein.
Vier Schüsse in drei Sekunden, dann ein letzter Kopfschuss auf einen wehrlosen Polizisten am zweiten Weihnachtsfeiertag. David Bieber floh mit einem gefälschten Pass aus Florida nach England und tötete dort einen Beamten, nur um nicht wegen zweier früherer Anschläge ausgeliefert zu werden.
Ein junges Paar verschwindet nach einem Abend in London spurlos. Die Leichen tauchen Tage später in einem Kipplaster auf, verraten von Blutspuren an einem einzigen Turnschuh.
Einen Tag nach einer Gerichtsverhandlung drohte David Caplan seiner Frau Rache. Am nächsten Morgen erschlug er sie und die beiden gemeinsamen Kinder mit einem Bügeleisen.
Menschliche Überreste in einem verstopften Abfluss führten 1983 zu Dennis Nilsens Wohnung. Das Gericht verurteilte ihn wegen sechs Morden und zwei Mordversuchen.
„Let him have it, Chris“, soll er gerufen haben, als sein 16-jähriger Komplize die Pistole zog. Ob er damit zum Schießen oder zum Aufgeben aufforderte, entschied 1953 über Leben und Tod: Derek Bentley wurde für einen Mord gehängt, den ein anderer beging, und 45 Jahre später posthum freigesprochen.
Ein unauffälliger Taxifahrer aus der englischen Provinz erschießt an einem Junimorgen 2010 erst seinen eigenen Zwillingsbruder, dann wahllos Passanten entlang einer 70 Kilometer langen Fahrtroute durch Cumbria. Zwölf Menschen sterben, bevor Derrick Bird sich selbst tötet.
Ein Mann läuft mit dem abgetrennten Kopf einer wildfremden Touristin auf die Straße eines Urlaubsorts und ruft, Gott sei auf Erden. Deyan Deyanov enthauptete 2011 in einem Geschäft auf Teneriffa die britische Rentnerin Jennifer Mills-Westley, ohne sie je zuvor getroffen zu haben.
Ein Versicherungsvertreter kauft zwei Unzen Arsen, unterschreibt dafür sogar die vorgeschriebene Giftliste, und vergiftet damit seine 14 Jahre ältere Ehefrau. Edward Ernest Black brauchte für die Tat kaum ein Alibi, denn er hatte sich selbst als Käufer des Gifts registrieren lassen.
Ein Streit um den Preis eines Zierschwerts endete für die Verkäuferin Elsie May Batten tödlich. Der Täter Edwin Albert Bush wurde als erster Krimineller Großbritanniens durch das damals brandneue Identikit-Verfahren überführt.
Ein Soldat schmuggelte eine Panzerabwehrmine unter das Sitzkissen des Rollstuhls seines eigenen Vaters: Der Anschlag in einer Kleinstadt in Essex 1943 zeigte, wie weit jahrelange häusliche Gewalt einen 19-Jährigen treiben konnte.
Ein brennender Stall in Yorkshire, die verkohlte Leiche des Farmbesitzers darin: Der letzte Satz des Verurteilten auf dem Schafott klang wie ein Geständnis zu einem ganz anderen, bis heute ungeklärten Verbrechen.
Faryadi Sarwar Zardad kontrollierte in den 1990er Jahren als Warlord einen Straßenabschnitt zwischen Kabul und Jalalabad, an dem seine Miliz Reisende ausraubte, folterte und tötete. 2005 wurde er in einem beispiellosen Verfahren von einem britischen Gericht wegen Folter und Geiselnahme verurteilt.
Ein Geruch von Kohlegas im Schlafzimmer, ein leergetrunkenes Glas Limonade und ein Ehemann, der verdächtig ruhig am Fenster stand: Eugène Marie Chantrelle inszenierte 1878 in Edinburgh einen Unfalltod, um eine Lebensversicherung zu kassieren, und lieferte damit einen der ersten Fälle, in denen forensische Toxikologie einen Mord überführte.
Ein selbstgebildeter Gelehrter, der Griechisch, Latein, Hebräisch und Arabisch beherrschte und als einer der Ersten die Verwandtschaft der keltischen mit anderen europäischen Sprachen erkannte, trug 13 Jahre lang ein Geheimnis mit sich: den Mord an seinem eigenen Freund.
Ein Polizist wollte nur ein gestohlenes Auto überprüfen, dann erschoss ihn Frederick Guy Browne aus nächster Nähe. Am Ende überführte ihn ausgerechnet ein Mikroskop, mit dem Ballistik-Experten eine winzige Kratzspur auf einer Patronenhülse seiner Waffe zuordneten.
Frederick Bywaters erstach 1922 in einer Londoner Vorstadt den Ehemann seiner Geliebten. Verurteilt wurde er zusammen mit ihr, obwohl sie an der Tat selbst gar nicht beteiligt war, ein Fall, der bis heute als eines der fragwürdigsten Todesurteile Großbritanniens gilt.
Der britische Armeeunteroffizier Frederick Emmett-Dunne erschlug 1953 in einer Kaserne in Duisburg seinen Vorgesetzten und täuschte dessen Suizid vor, um die Witwe heiraten zu können. Er wurde 1965 aus der Haft entlassen.
Ein Tagebucheintrag von nur sechs Wörtern überführte 1867 einen Anwaltsgehilfen aus der englischen Provinz: „Killed a young girl. It was fine and hot.“ Der Mord an der achtjährigen Fanny Adams war so grausam, dass sein Name bis heute in einer britischen Redewendung weiterlebt, wenn auch kaum jemand ihren Ursprung kennt.
George Chapman vergiftete zwischen 1897 und 1902 drei Frauen, die er jeweils als seine Ehefrau ausgab, langsam mit Brechweinstein. Ein Scotland-Yard-Ermittler hielt ihn später sogar für Jack the Ripper, eine Theorie, die bis heute umstritten bleibt.
Nach dem Mord an einer Frau in Wimbledon versteckte sich der Täter zwei Wochen lang in einer Höhle an der Küste von Sheppey, bis ein aufmerksamer Polizist ihn wiedererkannte: Die Jury brauchte für ihr Urteil nur fünfzehn Minuten.
Ein Landwirt in finanzieller Not baut eine Autobombe für seine eigene Frau, und als der Plan misslingt, erschießt er kurzerhand seinen Nachbarn und schneidet sich selbst mit dem Messer, um wie ein Opfer auszusehen. Der Fall Graham Backhouse von 1984 gilt als einer der bizarrsten Mordfälle der englischen Provinz.
Graham Young vergiftete von seinem 14. Lebensjahr an Familienmitglieder und später Arbeitskollegen mit Thallium und Antimon. Der „Teekannen-Vergifter“ starb 1990 in britischer Haft.
Als seine Geliebte ihm eröffnete, sie werde zu ihrem Mann zurückkehren, stahl Henry John Burnett das Gewehr seines Bruders und erschoss den Ehemann in dessen eigener Küche. Er wurde der letzte Mensch, der in Schottland gehängt wurde.
Eine Frau reist unter falschem Namen an die englische Küste und wird tags darauf tot am Strand gefunden, erwürgt mit einem Schnürsenkel. Erst eine goldene Halskette in einem Londoner Zimmer führt die Ermittler 1900 zum eigenen Ehemann des Opfers.
Ein angesehener Rechtsanwalt in einer walisischen Kleinstadt lädt seinen einzigen Geschäftsrivalen zum Tee mit selbstgebackenem Gebäck ein, der Mann überlebt nur knapp. Die Spur führt zu einem Giftmord, der Herbert Rowse Armstrong 1922 zum bis heute einzigen britischen Anwalt machte, der wegen Mordes gehängt wurde.
Zwei zehnjährige Freundinnen wollten nur Süßigkeiten kaufen und kamen nie wieder nach Hause. Der Fall des Schulhausmeisters Ian Huntley erschütterte 2002 ganz Großbritannien und deckte auf, wie ein Mann trotz jahrelanger Missbrauchsvorwürfe unbehelligt an einer Schule arbeiten konnte.
Jack the Ripper tötete 1888 im Londoner East End mindestens fünf Frauen auf besonders brutale Weise. Der bis heute berühmteste ungeklärte Serienmordfall der Geschichte hat trotz zahlloser Verdächtigentheorien nie eine gesicherte Täteridentität hervorgebracht.
Zwischen 1964 und 1965 tötete ein bis heute unbekannter Täter in London mindestens sechs Frauen, meist Sexarbeiterinnen, und legte ihre unbekleideten Leichen nahe der Themse ab. Scotland Yard führte eine der größten Fahndungen seiner Geschichte, ohne den Täter je zu fassen.
James Camb schob 1947 die Leiche einer jungen Schauspielerin durch das Bullauge einer Kabine ins Meer, spurlos, ohne Zeugen, ohne Körper. Es war die erste britische Mordverurteilung seit über einem Jahrzehnt, bei der nie eine Leiche gefunden wurde.
Fünf Familienmitglieder erschossen in einer einzigen Nacht auf einem Bauernhof in Essex, die Polizei hielt es zunächst für einen Mord-Suizid der psychisch kranken Tochter. Jeremy Bamber sitzt seit 1986 wegen des Fünffachmords, beteuert bis heute seine Unschuld.
Ein angesehener Hausarzt aus Kent tötete seine erste Ehefrau angeblich an einem Herzinfarkt im Spanienurlaub, kassierte die Versicherungssumme und drogte zwei Jahre später seine zweite Frau mit Morphium, bevor er ihr die Kehle durchschnitt. Nur die Januarkälte rettete ihr das Leben.
Ein gescheiterter Kaufmann wartet in der Lobby des britischen Unterhauses auf den Premierminister, zieht eine Pistole und feuert aus nächster Nähe. Bis heute ist John Bellingham von 1812 der einzige Mensch, dem die Ermordung eines amtierenden britischen Regierungschefs gelang.
Die Polizei prüfte 163 Todesfälle aus der Praxis von John Bodkin Adams, doch vor Gericht stand nur der Tod von Edith Alice Morrell. Die Jury sprach den Arzt 1957 frei.
Wegen eines Raubmords, bei dem das Opfer bei lebendigem Leib zerstückelt wurde, saß John Bowden fast 40 Jahre in Haft, floh zweimal und wurde erst 2020 entlassen, nachdem er sich im Gefängnis jahrzehntelang als Aktivist gegen Missstände im Strafvollzug einen Namen gemacht hatte.
John Cannan verschleppte und erschlug 1987 eine Bankmanagerin in Bristol, kaum ein Jahr nach seiner Entlassung aus der Haft für eine frühere Vergewaltigung. Bis zu seinem Tod 2024 galt er zudem als Hauptverdächtiger im bis heute ungeklärten Verschwinden der Immobilienmaklerin Suzy Lamplugh.
John Childs gestand 1979 sechs Auftragsmorde und behauptete, jede Leiche in seiner Wohnung in Poplar zerstückelt und verbrannt zu haben, sodass nie ein Körper gefunden wurde. Ein Berufungsgericht stellte 2003 fest, dass er ein „pathologischer Lügner“ war, und ließ offen, wie viele seiner Geständnisse überhaupt stimmten.
Als drei Leichen hinter einer tapezierten Küchenwand auftauchten, war John Christie bereits verschwunden. Die Entdeckung von 1953 legte acht Tötungen und einen der folgenreichsten britischen Justizirrtümer offen.
John Haigh tötete zwischen 1944 und 1949 in London mindestens sechs Menschen und löste ihre Leichen in Schwefelsäure auf, um sich ihr Vermögen anzueignen. Vor Gericht behauptete er vergeblich, das Blut seiner Opfer getrunken zu haben.
Blutige Geldscheine, eine Jacke und sein Reisepass lagen im selben Zimmer: So endete John James Alcotts Flucht nach dem Raubmord am Bahnhof Ash Vale. Eine frühere Tötung in Deutschland hatte noch nicht zu einer dauerhaften Haft geführt.
Fünf fremde Pässe trug John Martin Scripps bei seiner Festnahme bei sich. In Singapur wurde er wegen eines Touristenmords verurteilt, die Polizei in Thailand ordnete ihm einen ähnlichen Doppelmord zu.
Zwei zerstückelte frühere Partnerinnen wurden in Kanälen in Rotterdam und London gefunden. John Sweeney erhielt dafür 2011 am Old Bailey lebenslange Haft ohne Aussicht auf Entlassung.
Ein Polizist der Kent Police erschlug seine schwangere Frau und zwei ihrer Kinder mit einem Hammer, nachdem sie ihm eröffnet hatte, ihn zu verlassen, während die Behörden vier zuvor gemeldete Fälle häuslicher Gewalt in seiner Akte folgenlos ließen.
Er hatte Kollegen im Krankenhaus gegenüber mehrfach damit geprahlt, mit Insulin lasse sich der perfekte, unauffindbare Mord begehen. 1957 versuchte ein Krankenpfleger aus Bradford genau das an seiner eigenen, schwangeren Frau, und wurde damit ungewollt zum Protagonisten des ersten gerichtlich bewiesenen Insulinmordes der Geschichte.
Milly Dowler verschwand 2002 auf dem Heimweg, erst neun Jahre später wurde Levi Bellfield wegen ihres Mordes verurteilt. Zuvor hatte ein Gericht ihn bereits zweier weiterer Morde und eines Mordversuchs schuldig gesprochen.
Ein Geständnis im Gefängnis brachte Leslie Patrick Bailey mit dem seit sechs Jahren vermissten Mark Tildesley in Verbindung. Er gehörte zu einer Tätergruppe um Sidney Cooke und wurde wegen seiner Beteiligung am Tod dreier Jungen verurteilt.
Aus Angst, das britische Jugendamt könnte ihr die Kinder wegnehmen, erstickte eine Mutter 2010 in einem Hotelzimmer an der Costa Brava ihre eigenen zwei Kinder. Lianne Smith verbrachte danach die Nacht neben den Leichen und schrieb Abschiedsbriefe.
Die britische Kinderkrankenschwester Lucy Letby wurde wegen sieben Morden und sieben Mordversuchen an Säuglingen verurteilt. Ihre Verurteilungen werden seit 2025 von der Criminal Cases Review Commission geprüft.
Mahmod Mahmod ordnete 2005 gemeinsam mit seinem Bruder Ari Mahmod die Ermordung seiner Tochter Banaz an, weil sie sich von ihrem gewalttätigen Ehemann getrennt und eine neue Beziehung begonnen hatte.
Ein Geschworenengericht sprach Mario Celaire 2002 vom Mord an seiner Ex-Freundin frei, in weniger als drei Stunden. Erst der Überlebenskampf einer zweiten Ex-Freundin brachte ihn Jahre später doch noch vor Gericht, als erste Person in Großbritannien, die für dieselbe Tat ein zweites Mal verurteilt wurde.
Ein fünfjähriges Mädchen verschwindet auf dem kurzen Heimweg von einer Freundin, ihr Nachbar behauptet, er habe sie versehentlich überfahren und wisse nicht mehr, wo er die Leiche gelassen habe: Bis heute wurde April Jones nie gefunden.
Mohammed Saleh Ali beteiligte sich 2006 in London an der Ermordung von Banaz Mahmod. Nach seiner Auslieferung aus dem Irak wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.
Ein Doppelmord aus Spielschulden endete am Galgen von Pentonville: Myer Abramovich erstach ein Gastwirt-Ehepaar in seinem eigenen Lokal und zündete anschließend das Gebäude an, um die Tat zu vertuschen.
Er hielt sich für schlauer als Scotland Yard und floh nach der Tat in seine marokkanische Heimat, überzeugt, sein Land liefere niemanden an Großbritannien aus. Der Mann, der 1970 in einer Belgravia-Villa den Butler eines Fernsehmoguls fast enthauptete, irrte sich gewaltig, sobald er wieder europäischen Boden betrat.
Nach einem Streit um seine Männlichkeit erwürgte Nicholas Boyce seine Frau, zerlegte ihre Leiche und kochte das Fleisch, damit es wie ein Sonntagsbraten aussah, ehe er die Überreste in der Themse entsorgte. Ihr Tagebuch aus ihrer Zeit als Gouvernante der Kinder von Lord Lucan lieferte später neue Hinweise im bis heute ungelösten Fall.
Patrick Byrne enthauptete zwei Tage vor Weihnachten 1959 eine junge Frau in einem Birmingham Wohnheim und hinterließ eine Notiz, die die Tat als etwas beschrieb, das er selbst nie für möglich gehalten hätte. Ein Gutachten rettete ihn vor dem Galgen, sein weiteres Schicksal nach der Haft liegt bis heute im Dunkeln.
„The Fiend of the Gorbals“ tötete 1934 einen Soldaten und kam trotz Zeugen mit Totschlag davon. Elf Jahre später griff er erneut zum Messer, dieses Mal ohne Entkommen.
Fünf Schüsse und ein Würgemal am Hals: Als Ermittler die Leiche der 21 Jahre alten Edith Constance Drew-Bear auf einem Golfplatz bei Brighton fanden, deutete zunächst alles auf eine brutale Hinrichtung hin. Verantwortlich war ihr eigener Freund.
Peter Chester vergewaltigte und erwürgte 1977 seine siebenjährige Nichte in der Wohnung seiner eigenen Schwester. Über 30 Jahre und sieben abgelehnte Bewährungsanträge später gilt er der britischen Bewährungsbehörde bis heute als zu gefährlich für eine Freilassung.
Peter Sutcliffe wurde 1981 wegen dreizehn Morden verurteilt. Ein amtlicher Untersuchungsbericht zeigte anschließend, wie Fehlentscheidungen der Polizei seine Serie verlängert hatten.
Peter Tobin vergewaltigte und ermordete zwischen 1991 und 2006 in England und Schottland mindestens drei junge Frauen und wurde jahrelang auch als möglicher „Bible John“ verdächtigt.
Vier Wochen lang glaubte niemand, dass mit der Familie in Cheadle Hulme etwas nicht stimmte. Dann öffnete die Polizei ein Haus, in dem eine Mutter und drei Kinder seit Wochen tot lagen, erschlagen vom eigenen Familienvater, der sich derweil unbehelligt in Thailand aufhielt.
Ein 15-Jähriger schleicht nachts um ein Haus in Lincolnshire, um durchs Fenster zu spähen. Als die Bewohnerin ihn dabei erwischt, tötet er die Frau mit einem Messer, dessen abgebrochene Spitze ihn Monate später überführt.
Ein gefälschtes Testament, eine vergiftete Flasche Stout und zwei Menschen, die nie das eigentliche Ziel waren: In Croydon starb 1907 ein Ehepaar an einem Gift, das für einen ganz anderen Zeugen bestimmt war.
Robert Black entführte und tötete zwischen 1981 und 1986 vier Mädchen in Großbritannien. 1990 wurde er nach der Entführung eines weiteren Kindes festgenommen; das Mädchen wurde lebend in seinem Lieferwagen gefunden.
Eine 17-Jährige verlässt abends ihr Elternhaus mit einem Bekannten, der Tequila trinkt und zusehends aggressiv wirkt. Am nächsten Morgen findet man ihre verbrannte Leiche auf einem Hügel bei Wishaw, aufgeschichtet wie ein Scheiterhaufen.
Robert Maudsley tötete zwischen 1974 und 1978 in London und in britischen Haftanstalten vier Menschen. Mehr als vier Jahrzehnte verbrachte er in besonders gesicherter Einzelhaft; 2025 wurde er aus Wakefield verlegt.
Ein unschuldiger Mann saß 16 Jahre für einen Mord, den er nie begangen hatte. Erst eine DNA-Spur von einem Klebeband überführte 2006 den wahren Täter: Ronald Castree.
Sieben Jahre lebte er mit seiner Lebensgefährtin und ihren Kindern zusammen, dann sagte sie einen einzigen Satz zu ihm, und noch in derselben Nacht griff er zu Hammer und Rasiermesser. Der Fall Samuel Atherley aus dem Nottingham des Jahres 1909 endete am Galgen.
Ein Eiswagen, zwanzig Meter bis zur Haustür, und ein Nachbar, den die ganze Straße nur „Tony the Pervert“ nannte: Der Mord an der dreijährigen Rosie Palmer 1994 in Hartlepool zeigte, wie viele Warnzeichen ein System ignorieren kann, bevor es zu spät ist.
Stephen Akinmurele war wegen fünf Tötungen älterer Menschen auf der Isle of Man und in Blackpool angeklagt. Vor dem Prozess nahm er sich 1999 in Untersuchungshaft das Leben.
Stuart Campbell entführte 2001 seine eigene 15-jährige Nichte auf dem Weg zur Bushaltestelle und tötete sie. Bis heute weigert er sich, den Fundort ihrer Leiche preiszugeben, obwohl er selbst seit über zwanzig Jahren in Haft sitzt.
Thomas Hamilton erschoss am 13. März 1996 in der Turnhalle der Grundschule von Dunblane in Schottland 16 Kinder und deren Lehrerin, bevor er sich selbst tötete. Das Massaker führte zu einem weitreichenden Handfeuerwaffenverbot in Großbritannien.
Drei Angehörige starben, Thomas Griffiths Wainewright profitierte, doch kein Gericht bewies eine Vergiftung. Verurteilt wurde der gefeierte Kunstkritiker 1837 wegen Fälschung, die Mordlegende wuchs erst danach.
Eine Stellenanzeige als tödliche Falle: Der Chauffeur Thomas Henry Allaway lockte eine junge Köchin mit einem gefälschten Jobangebot nach Bournemouth und erschlug sie in einem abgelegenen Feld. Reifenspuren und ein einzigartiges Auto überführten ihn.
Zwei fünfjährige Freundinnen hörten Klaviermusik aus einem Nachbarhaus und gingen neugierig hinein. Zwei Tage später fand die Polizei ihre Leichen im Schlafzimmer des 71-jährigen Tom Lionel Burns, der danach als unzurechnungsfähig für dauerhaft verwahrt erklärt wurde.
Vier Geiseln in einem Sicherheitskäfig, übergossen mit Spiritus, ein brennendes Streichholz: Victor Castigador rächte 1989 einen beruflichen Streit in einer Londoner Spielhalle mit einem der grausamsten Verbrechen Sohos.
Ein schottisches Gericht hält William Beggs weiter wegen eines Mordes von 1999 fest. Eine frühere englische Mordverurteilung war dagegen aufgehoben worden, obwohl er einräumt, den Mann getötet zu haben.
Ein Toter im Bett, der noch Miete schuldete, brachte William Burke auf eine lukrative Geschäftsidee: Leichen an einen Anatomieprofessor verkaufen. Als der Nachschub knapp wurde, begann er gemeinsam mit seinem Komplizen, selbst für neue Leichen zu sorgen, sechzehnmal binnen zehn Monaten.
Ein Liebhaber steht früh am Morgen vor einem Polizisten in Wandsworth und sagt einen einzigen Satz: Er habe gerade sein Mädchen getötet. William Charles Benson wurde für den Mord an seiner Geliebten Charlotte Harbour 1928 gehängt, als eine der letzten Hinrichtungen einer klassischen englischen Dreiecksgeschichte.
An einem Februarabend 1889 betrat ein Mann die Polizeiwache von Dundee und erklärte, er sei Jack the Ripper und wolle sich stellen. William Henry Bury hatte tatsächlich gerade seine Frau ermordet, ob er auch der berüchtigtste Serienmörder Londons war, ist bis heute umstritten.
Ein 17-Jähriger nahm die Freundlichkeit eines älteren Mannes an, ließ sich von ihm Mahlzeiten bezahlen und erstach ihn wenig später mit einer Schusterahle: Für den Mord an George Jones auf Sutton Common bei London wurde William Nelson Adams 1919 zum Tode verurteilt, dann im letzten Moment begnadigt.
Ein zurückgelassener Bowler-Hut verriet Kopfform und Haarfarbe des Täters, und führte die Polizei zu William Thomas Butler, der den Juwelier Ernest Percival Key an Heiligabend 1938 wegen einer Schuld von 15 Pfund über dreißigmal niederstach.
Ein Kollege lud sie zu einem Absacker auf ihr Zimmer ein, ein an sich harmloser Cider wurde ihr zum Verhängnis. Der Krankenpfleger Kevin Cobb tötete eine Kollegin mit einem Beruhigungsmittel und verging sich über Jahre an weiteren Patientinnen, ehe ein Zufall die Wahrheit ans Licht brachte.
Als drei seiner Komplizen aus der brennenden Spielhalle flohen, blieb ein 17-Jähriger zurück und half beim Anzünden. Paul Stephen Clinton war der jüngste Beteiligte an einem der grausamsten Raubmorde, die Soho je erlebt hat.
Nach dem Morphintod seiner vierten Ehefrau geriet der Arzt Robert George Clements 1947 unter Mordverdacht. Er starb vor einer Vernehmung; auch die drei früheren Todesfälle blieben ungeklärt.
Einen Monat bevor er zwei Wanderer am Küstenweg erschoss, trat der Waliser John William Cooper in einer Fernsehshow auf, in der Kandidaten auf eine Zielscheibe warfen. Genau diese Aufnahme überführte ihn zwei Jahrzehnte später als vierfachen Mörder.
Monatelang glaubten Freunde und Verwandte, das Paar sei einfach auf großer Wohnmobiltour durch Europa. In Wahrheit lag die Frau längst tot an einem schottischen See. William Collis erwürgte seine getrennt lebende Ehefrau und inszenierte danach wochenlang ihr angebliches gemeinsames Leben.
Er drückte ab und tötete einen Polizisten, saß danach nur zehn Jahre und lebte anschließend jahrzehntelang unbehelligt als Klempner: Sein Komplize wurde für genau diesen Schuss gehängt, weil Christopher Craig selbst als 16-Jähriger zu jung für die Todesstrafe war.
Drei Bomben in 13 Tagen sollten Großbritannien in einen Rassenkrieg stürzen: David Copeland wählte seine Ziele gezielt nach Hautfarbe, Herkunft und sexueller Orientierung aus und tötete am Ende drei Menschen in einem Pub in Soho, den er allein wegen dessen homosexueller Stammgäste ausgesucht hatte.
Ein Gitarrist aus Brighton behauptete vor Gericht, seine Sexualpartnerin sei bei einvernehmlichem Atemspiel gestorben, nicht durch Mord: Graham Coutts musste deshalb zweimal vor Gericht, und der Fall veränderte am Ende sogar das britische Gesetz gegen extreme Pornografie.
Im Pub sangen sie gemeinsam Duette und riefen sich Kosenamen zu, Jahre später stand einer der beiden am Galgen des anderen: James Corbitt erwürgte 1950 seine Geliebte aus Eifersucht und wurde ausgerechnet von seinem Kneipenfreund, dem Henker Albert Pierrepoint, hingerichtet.
Ein Traum ihrer Stiefmutter enthüllte 1828 ein Verbrechen, das ein Jahr zuvor fast perfekt vertuscht worden war: In einer Scheune bei Polstead fanden Ermittler die Leiche der jungen Maria Marten, erschossen von ihrem Liebhaber, der bereits eine neue Frau geheiratet hatte.
Ein gefälschter Notruf lockt zwei Polizistinnen in einen Hinterhalt: Dale Cregan tötete 2012 im Streit zweier verfeindeter Drogenhändler-Familien vier Menschen, darunter die beiden Beamtinnen, und sitzt seither ohne jede Aussicht auf Entlassung in Haft.
Vier Frauen starben während weniger Februartage im verdunkelten London. Gordon Cummins wurde wegen eines Mordes verurteilt, die drei weiteren Tötungen schrieb ihm die Polizei zu.
Ein Kapitän erkennt auf hoher See ein verkleidetes Liebespaar wieder und funkt seine Beobachtung an Land: Hawley Harvey Crippen wurde 1910 als erster Mörder der Geschichte per Funktelegraphie gefasst, nachdem er seine Frau vergiftet und zerstückelt hatte.
Ein ehemaliger Bergarbeiter kehrt zu seiner früheren Geliebten zurück und erschießt deren Ehemann, als der ihm freundlich die Hand reichen will: Thomas Craig wurde für diese Tat 1910 in Durham gehängt.
Thomas Neill Cream nannte in einem Erpressungsbrief ein Opfer, dessen Tod noch als Alkoholvergiftung galt. Das Täterwissen führte 1892 zum Prozess gegen den Giftmörder.
Mitten am helllichten Tag, umringt von hunderten Passanten, erstach ein Mann im Jahr 2000 in der Markthalle von Covent Garden einen zwölfjährigen Jungen. Edward Alexander Crowley hatte seinen Namen zuvor zu Ehren des Okkultisten Aleister Crowley ändern lassen und war seit Jahrzehnten schwer psychisch krank.
Unter dem Fußboden seines Hauses in Rainhill lag seine Frau, unter dem Feuerplatz eines Hauses in Melbourne seine zweite Frau: Frederick Bailey Deeming heiratete, tötete und zog weiter, bis ihm 1892 in Australien der Prozess gemacht wurde. Ein hartnäckiges Gerücht wollte in ihm sogar Jack the Ripper erkennen.
Zwei Gleisarbeiter, seit Jahren befreundet, trafen sich freitags immer zum Dominospielen. 1924 erschlug Hubert Ernest Dalton seinen langjährigen Kollegen wegen dessen Lohntüte mit einem Hammer und schnitt ihm anschließend die Kehle durch.
Zwei Verurteilungen wegen versuchten Mordes an Frauen hatte er bereits hinter sich, als eine 23-Jährige 2004 in einer Wohnung im nordenglischen Lancaster erwürgt aufgefunden wurde. Paul Culshaw bestritt die Tat bis zuletzt, wurde aber zu einer Haft ohne jede Aussicht auf Entlassung verurteilt.
Ein gefeierter Maler der viktorianischen Kunstszene ersticht 1843 im Park seinen eigenen Vater, weil er ihn für den leibhaftigen Teufel hält. Richard Dadd verbrachte danach über vier Jahrzehnte in psychiatrischer Verwahrung und schuf dort einige seiner berühmtesten Gemälde.
Einen Tag bevor er die Leichen seiner Frau und ihrer Zwillinge angeblich fand, bewarb er sich bereits als 34-jähriger Witwer um eine neue Stelle. Der Zeitpunkt sollte ihn 1905 überführen.
Ein Kunststudent fertigte eine Trophäenplakette mit den Namen seiner liebsten Serienmörder und führte eine Liste künftiger Opfer, bevor er zwei Menschen in Milton Keynes tötete.
Ein hoch verschuldeter Buchmacher wurde für einen Raubmord im Zug gehängt, obwohl nie eine Waffe gefunden und kein einziger gestohlener Geldschein je bei ihm nachgewiesen wurde. Bis heute gilt der Fall als einer der umstrittensten Justizirrtümer Großbritanniens.
Ein Unschuldiger saß zwölf Jahre in Spanien im Gefängnis für eine Vergewaltigung, die in Wahrheit ein britischer Koch begangen hatte, der Jahre später eine 18-jährige Sängerin ermordete.
Ein Mann mit zwei einschlägigen Vorstrafen aus Lettland lauerte einer 17-jährigen Schülerin auf dem Schulweg in einem Londoner Vorort auf. Acht Tage blieb die Tat unentdeckt.
Am Tag der königlichen Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton nutzte ein Geschäftsmann aus Coventry die landesweite Ablenkung, um eine ganze Familie auszulöschen, mit der er seit über einem Jahrzehnt in einem ruinösen Rechtsstreit lag. Anxiang Du floh anschließend bis nach Marokko, wo er erst 14 Monate später gefasst wurde.
Ein Skelett unter den Trümmern einer zerbombten Londoner Kapelle sollte wie ein gewöhnliches Blitzkrieg-Opfer aussehen. Stattdessen überführte ein forensischer Pfad aus Zahnabdrücken und einer übereinandergelegten Fotografie den Ehemann des Toten, Harry Dobkin, des Mordes.
Ein neuer Wäschereigehilfe behauptete, sein Chef sei plötzlich nach China zurückgekehrt und habe ihm das Geschäft überlassen. Die Kolleginnen glaubten ihm nicht lange: Unter dem Kellerboden der Sheffielder Wäscherei fanden Ermittler die Leiche des angeblich Abgereisten, erschlagen und in einem Koffer vergraben.
Ein Jahr lang häuften sich in Westlondon Überfälle auf Frauen mit denselben eigenartigen kreisförmigen Abdrücken auf der Haut, ohne dass die Polizei einen Zusammenhang zum ungeklärten Mord an einer jungen Frau in Kilburn herstellte. Erst ein gestohlenes Feuerzeug führte zu dem 19-jährigen Gardesoldaten Michael Douglas Dowdall.
Vier Jahre lang erzählte ein Mann jedem im Dorf, seine Verlobte sei auf Weltreise. In Wahrheit lag sie die ganze Zeit erschossen in einem zugeschütteten Entwässerungsgraben seines eigenen Bauernhofs. Samuel Herbert Dougal lebte von ihrem Vermögen, bis eine schwangere Hausangestellte vor Gericht zog und alles ins Rollen brachte.
1986 reichten die Beweise gegen David Mulcahy nicht. Fünfzehn Jahre später verurteilte ihn der Old Bailey wegen drei gemeinsam mit John Duffy begangener Morde.
John Duffy wurde 1988 wegen zweier Morde verurteilt und gestand später die Beteiligung an einem dritten. Erst der Prozess gegen David Mulcahy belegte 2001 die gemeinsame Mordserie.
Mark Edmonds brach 1984 in ein Reihenhaus in Lincoln ein, um rund 40 Pfund aus einem Gaszähler zu stehlen, und erstach dabei eine Mutter und ihre fünfjährige Tochter. Achtundzwanzig Jahre später floh er aus einem offenen Gefängnis und tauchte tagelang unter.
Paul Dyson erwürgte 2005 seine Verlobte Joanne Nelson nach einem Streit über die Wäsche und trat anschließend selbst als besorgter Partner vor die Kameras, um öffentlich nach ihr zu suchen. Ein Ermittler entdeckte die verräterischen Spuren an seinen eigenen Händen.
Thomas Dudley überlebte 1884 einen Schiffbruch auf hoher See, indem er mit zwei Kameraden den 17-jährigen Schiffsjungen Richard Parker tötete und aß. Der Fall gilt bis heute als Grundsatzurteil: Not rechtfertigt keinen Mord.
Ein sechzehnjähriger Bankbote verschwindet auf dem Rückweg von der Lohnauszahlung spurlos, sein Leichnam wird in einer öffentlichen Toilette gefunden. Alexander Edmunstone tötete 1909 im schottischen Fife einen Boten wegen dessen Lohngeldes und wurde noch im selben Jahr gehängt.
Eine Vierjährige verschwindet spurlos aus ihrem Zuhause im Süden Londons, tagelang sucht die Polizei vergeblich. Derrick Edwardson lockte 1957 im Londoner Stadtteil Upper Norwood ein kleines Mädchen mit Süßigkeiten in seine Wohnung, missbrauchte und tötete es und versteckte die Leiche im eigenen Kohlenkeller.
Ein Nachbar hört einen Schrei aus dem Haus des scheinbar perfekten Ehepaars, Tage später steht der Ehemann bei der Polizei und meldet seine Frau als vermisst. Ernest Elmes erschlug 1953 im Londoner Stadtteil Tottenham seine Ehefrau und verbrannte die zerstückelte Leiche im Kesselhaus seiner Arbeitsstelle.
Ein Handflächenabdruck verband Kenneth Erskine mit einer Serie von sieben Tötungen in London. 2009 reduzierte ein Berufungsgericht die Mordschuldsprüche wegen schwerer Schizophrenie auf Totschlag.
Ein Bankangestellter wird mit einem Schuhmachermesser niedergestochen, bevor er noch selbst sterbend ein Beweisstück aus dem Fenster wirft. Norman Elliott ermordete 1928 im englischen Ferryhill einen Bankangestellten bei einem Raubüberfall und wurde in Durham gehängt.
Zweifacher kanadischer Mittelgewichtsmeister, gefeiert für seinen aggressiven Boxstil und seine miserable Deckung, in 102 Kämpfen unzählige Male am Kopf getroffen. 1935 erschoss der „punch drunk“ gewordene Boxer Del Fontaine seine junge Geliebte aus Eifersucht und wurde dafür in London gehängt.
Ohne erkennbaren Anlass schnitt ein Schlosser aus Birmingham 1925 seiner Lebensgefährtin die Kehle durch, wusch danach in aller Ruhe das Messer ab und stieg wenig später in eine Straßenbahn, um einem Polizisten spontan zu gestehen. John Fisher wurde 1926 dafür gehängt, einer der letzten Fälle vor der Modernisierung des britischen Strafvollzugs.
Ein Adliger lässt seinen eigenen Verwalter niederknien und erschießt ihn wegen einer Bagatelle. Laurence Shirley, 4. Earl Ferrers, wurde 1760 als bislang letzter englischer Peer öffentlich gehängt, in seiner besten Kutsche und mit seidenem Strick, wie es sein Stand angeblich verlangte.
Ein arbeitsloser DJ kauft an einer Tankstelle Benzin, kündigt dem verdutzten Tankwart an, „ein Haus zu erledigen“, und gießt es Minuten später durch den Briefschlitz eines Reihenhauses in Chingford. Sieben Menschen, darunter Zwillingsschwestern von drei Jahren, starben 1999 durch Richard Fieldings Brandanschlag auf die Familie seines ehemaligen Schulfreunds.
Er trank das Bier seines Opfers und sah einen Film, während der Mann nebenan im Sterben lag. Stephen Farrow tötete 2012 innerhalb weniger Wochen einen Geistlichen und eine pensionierte Lehrerin und wurde als einer von nur wenigen Briten je zu einer echten lebenslangen Haft ohne jede Aussicht auf Entlassung verurteilt.
Ein Butler mit tadellosen Manieren, der reiche Haushalte plünderte und binnen weniger Monate fünf Menschen tötete, darunter den eigenen Halbbruder. Ein falsches Nummernschild an einem Mietwagen brachte den „Monster Butler“ 1978 zu Fall.
Nach dem Mord an einer 21-jährigen Hausangestellten im noblen Royal Automobile Club in London 1972 blieb die Polizei monatelang ohne Spur, bis der Täter selbst einen Brief an Scotland Yard schrieb. Seine eigene Handschrift überführte ihn.
Ein Londoner Weber ertränkte 1802 seine Frau und ihr Säuglingskind im Paddington-Kanal. Zwei Wochen nach der Hinrichtung ließ ein italienischer Wissenschaftler seine Leiche mit Elektroschocks zucken, ein Auftritt, der später Mary Shelleys „Frankenstein“ mit inspirierte.
Ein notorischer Hochstapler versicherte 1929 das Leben seiner Mutter, erwürgte sie im Hotelzimmer und zündete den Raum an, um den Mord als Unfall zu tarnen. Ein winziger Bluterguss am Kehlkopf, den nur ein Gerichtsmediziner fand, brachte ihn an den Galgen.
Ein Arbeiter aus Glasgow träumte 1878, ein weißes Ungeheuer bräche in sein Haus ein, und packte es, um es zu Boden zu schmettern. Als er aufwachte, hielt er seinen toten 18 Monate alten Sohn in den Armen. Ein Gericht sprach ihn frei, weil er im Schlaf gehandelt hatte.
Ein junger Krankenpfleger injizierte seinen Patienten heimlich Medikamente, die ihre Atmung stoppten, nur um sie anschließend selbst wiederzubeleben und den Nervenkitzel der Rettung zu genießen. Benjamin Geen tötete so zwei Menschen und schädigte 15 weitere, bevor Ärzte das Muster durchschauten.
Suzanne Pilley verschwand 2010 auf dem Weg zur Arbeit spurlos, ihre Leiche wurde nie gefunden. Überführt wurde ihr Kollege und Ex-Geliebter David Gilroy dennoch: allein durch Überwachungskameras, Handydaten und Leichenspürhunde.
Jahrzehnte bevor eine einsame Hochebene bei Manchester durch spätere, weit bekanntere Mordfälle traurige Berühmtheit erlangte, diente dieselbe Landschaft schon 1947 einem 24-jährigen Mann als Versteck für die Leichen eines älteren Ehepaars.
Ein Cricketspieler aus gutem Hause erschlug 1952 seine Eltern mit einem Bleirohr, weil sie ihm das Auto verweigerten. Sein Prozess zeigte schonungslos die Grenzen des damaligen englischen Schuldfähigkeitsrechts auf und trug zur späteren Reform des Mordparagrafen bei.
Ein brennender Schuppen, ein Abschiedsbrief und eine Leiche mit den Zähnen eines viel jüngeren Mannes: 1933 hielt London den Tod von Samuel James Furnace für Suizid, bis ein Gerichtsmediziner erkannte, dass der vermeintlich Tote in Wahrheit ein Mörder auf der Flucht war.
Ein Schuss hinter dem Bankschalter von Bordon Camp, ein Bankangestellter tot, und ein Soldat, der sich seine Hochzeit erkaufen wollte: der Fall Abraham Goldenberg von 1924.
Ein Picknick im New Forest endete 1956 mit zwei Toten: Albert Goozee tötete seine Vermieterin und deren 14-jährige Tochter, nachdem seine Affäre mit der Mutter aufgeflogen war.
Er wollte für einen Tag Freddy Krueger sein. Innerhalb von 48 Stunden tötete Daniel Gonzalez 2004 vier Menschen in London und Sussex, inspiriert von Horrorfilmen.
Er kannte das Haus, die Routine und die Räume genau, denn er hatte dort als Chauffeur gearbeitet. Leslie Green erschlug 1952 seine frühere Arbeitgeberin für Schmuck im Wert von 3.000 Pfund.
Achtzehn Jahre nach seinem ersten Mord kam Malcolm Green auf Bewährung frei. Zwei Jahre später zersägte er die Leiche eines neuseeländischen Rucksacktouristen und verteilte die Teile in Plastiktüten entlang südwalisischer Landstraßen.
Ein Ausbilder der Royal Navy lud junge Matrosen nach durchzechten Nächten zu sich nach Hause ein, wer seine Annäherungen ablehnte, überlebte die Nacht nicht. Der Richter nannte Allan Grimson einen Serienmörder, auch wenn ihm nur zwei Morde nachgewiesen werden konnten.
Ein Rockknopf und ein Regimentsabzeichen, mit einem Stück Draht notdürftig zusammengehalten, wurden 1918 zum einzigen handfesten Beweis gegen einen jungen Kriegsveteranen. David Greenwood beteuerte fünfzehn Jahre lang seine Unschuld, ohne dass ihm je jemand glaubte.
Nach dem Tod seiner Frau heiratete er innerhalb weniger Monate erneut, eine Jury sprach von Gift, doch am Ende reichte ein einziger Schluck aus derselben Flasche, um Harold Greenwood vor dem Galgen zu retten.
Eine Woche vor der Hochzeit erklärte seine Verlobte, sie wolle ihn doch nicht heiraten. John Gurd machte deren Onkel dafür verantwortlich, erschoss ihn und tötete auf der anschließenden Flucht auch noch den Polizisten, der ihn stellen wollte.
Vier Jungen aus derselben nordenglischen Nachbarschaft verschwanden zwischen 1990 und 1994, drei Leichen wurden gefunden und teils angezündet, doch für den vierten Mord dauerte es fast zwanzig weitere Jahre, bis Steven Grieveson dafür verurteilt wurde.
Ein Taxifahrer aus Swindon führte einen Ermittler zu einer zweiten Leiche, bevor dieser ihn überhaupt über seine Rechte belehren konnte, ein Verfahrensfehler, der einen Mordfall fast platzen ließ.
Ein englischer Geistlicher wartet mit zwei Pistolen vor einem Londoner Theater auf die Frau, die ihn abgewiesen hat, und erschießt sie 1779 auf offener Straße.
Ein Mann wird 1962 gehängt, obwohl das entscheidende Beweismittel gegen ihn eine bloße Erinnerung an einen einzigen Satz ist. Vier Jahrzehnte später soll eine Exhumierung endgültig klären, ob England einen Unschuldigen hinrichtete.
Ein Chauffeur wollte einen gefeierten Dramatiker zu einem Termin abholen und fand ihn stattdessen erschlagen in seinem Bett, neben der Leiche eines langjährigen Partners, der sich selbst gerichtet hatte.
Ein gefälschter Brief einer angeblichen stellvertretenden Schulleiterin lockte einen elfjährigen Jungen 2006 in ein Wohnhaus in Bury, aus dem er nicht mehr lebend herauskam.
Ein Pathologe erklärte die nackte Leiche einer Frau in einem verschlossenen Zimmer 2002 zum Herzinfarkt, obwohl Kopfverletzungen sichtbar waren. Der Mann, der sie tatsächlich erwürgt hatte, tötete in den folgenden Monaten zwei weitere Frauen, bevor Müllsäcke mit zerstückelten Leichenteilen ihn verrieten.
Fünf Wochen kannten sie sich, dann brachte er sie aus Langeweile um, wie er später Psychiatern erzählte. Was danach mit Teilen ihrer Leiche geschah, prahlte er gegenüber rund zwei Dutzend Bekannten, bis einer davon die Polizei alarmierte.
Zwei brasilianische Poker mit ihren Enden zu einem Kreuz an den Füßen einer Toten drapiert. Was Ermittler auf Anglesey 2001 vorfanden, sah aus wie ein Ritual, weil der 17-jährige Täter selbst überzeugt war, durch das Trinken von Menschenblut unsterblich zu werden.
Nach dem Mord an einer 17-Jährigen ließ sich der Täter durch ein präpariertes Alibi zunächst wieder freilassen, feilte danach heimlich seine Zähne ab, um Bissspuren an weiteren Opfern nicht mehr zuordnen zu können, und tötete ungestört ein zweites und drittes Mal.
Sechzehn Morde, aber nur einer stand je vor Gericht: Weil William Hare als Kronzeuge gegen seinen Komplizen aussagte, ging er straffrei aus, während sein Geschäftspartner am Galgen endete. Sein weiteres Schicksal nach der Freilassung blieb für immer im Dunkeln.
Er erschlug eine Frau in ihren Siebzigern mit einem Reifenheber und einer Planke, erwürgte anschließend auch noch ihren Hund und wurde wenig später erwischt, wie er ihren Schmuck im Pfandhaus verkaufte.
Für rund zweieinhalbtausend Pfund Beute erschoss ein maskierter Bankräuber mit einer abgesägten Flinte eine 20-jährige Bankangestellte, die kurz zuvor erst ihren Führerschein gemacht hatte. Erst nach über 15.000 Türklingel-Befragungen fasste Scotland Yard ihn.
Pfadfinder, Messdiener und Musterschüler mit zehn guten Schulabschlüssen: Auf dem Papier war er ein Vorzeigejugendlicher. Dann stach er auf eine ihm völlig unbekannte Krankenschwester über 70 Mal ein, weil ihm langweilig war.
Acht Tage lang log er seiner eigenen Familie ins Gesicht, während die Leiche der zwölfjährigen Enkelin seiner Partnerin nur wenige Meter über ihren Köpfen im Dachboden lag.
Ein von 9 auf 909 Pfund gefälschter Scheck brachte Scotland Yard auf seine Spur: Fadenfallen an frischen Gräbern überführten den walisischen Landwirt, der seine eigene Tante und seinen Onkel erschlagen und auf dem gemeinsamen Hof verscharrt hatte.
Benzin durch den Briefschlitz, Rache für eine gescheiterte Beziehung: Graham Heaps tötete die dreijährige Francesca Bimpson durch Brandstiftung und wurde am nächsten Morgen bewusstlos vor dem Haus gefunden.
Innerhalb weniger Wochen folterte und tötete Neville Heath 1946 zwei junge Frauen in London und Bournemouth, mit einer Brutalität, die selbst erfahrene Gerichtsmediziner erschütterte, bevor ausgerechnet die Schwester seines zweiten Opfers ihn erkannte.
Ein bewusstloser Freund auf dem Sofa, ein Hammer und über 13.000 Pfund in bar und Drogen: Phillip Heggarty erschlug 2003 seinen besten Trinkkumpan und verbrannte die Leiche in dessen eigenem Auto, um die Tat zu vertuschen.
Ein Pfarrer, ein Streit um Zehntabgaben und ein gedungener Mörder, der selbst nur einen Tag überlebte: Der Auftragsmord an Reverend George Parker blieb 24 Jahre lang ungeklärt, bis ein Bauarbeiter 1830 ein Skelett unter einer Scheune fand.
Ein Nudelholz als Mordwaffe und ein flaches Grab in Wales: Robert Healey tötete seine Frau und seine dreizehnjährige Stieftochter, bevor er sich sechs Wochen später selbst der Polizei stellte.
Eine Funkerin der Royal Air Force verlässt eine Tanzveranstaltung, um pünktlich zu ihrem Nachtdienst zu erscheinen, und legt die letzte Meile nie zurück. Ein aus dem Gefängnis geschmuggelter Brief verrät später den Kameraden, der sie auf dem dunklen Weg abgefangen hatte.
Als seine Frau ihn verlässt und bei ihrer Schwester Zuflucht sucht, fährt ein Mann nachts mit dem Fahrrad zu deren Haus in Southampton. Er hat keine Waffe dabei, nur einen Kanister Benzin, und will sich nicht an der Schwester rächen, sondern an ihren schlafenden Kindern.
Zwei kleine Mädchen bekommen auf dem Heimweg von der Schule eine Mitfahrgelegenheit in einem Armeelastwagen angeboten. Drei Tage später werden ihre Leichen in einem Waldstück in Buckinghamshire gefunden, ein Wäschezeichen auf einem liegen gelassenen Taschentuch führt die Ermittler direkt zum Fahrer.
Ein verwitweter Ziegeleiarbeiter aus West Lothian gilt in seinem Dorf als überfordert und trinkfreudig, seine beiden kleinen Söhne als lästige Bürde. 1911 verschwinden die Jungen spurlos, fast zwei Jahre lang glaubt niemand an ein Verbrechen, bis ein Pflüger am Rand eines Steinbruchs etwas findet, das alles ändert.
Ein Maler lädt ein elfjähriges Mädchen mit gebrochenem Arm in sein Atelier ein, angeblich um ihr beim Malen Gesellschaft zu leisten. Wenig später ist die Leiche der jungen Margaret Spevick auf der Flucht nach Spanien schon fast vergessen, bis ein Fingerabdruck alles ändert.
Eine Woche lang lagen drei Leichen unentdeckt in einer Wohnung in Slough, bevor der Verwesungsgeruch auffiel. Der wohnsitzlose Alan Hobbs hatte sie in einem Amphetaminrausch mit Meißel, Messern und einer Axt getötet.
Ein Bahnhof in Wood Green, ein Verdacht auf Untreue und zwei Tote binnen weniger Minuten: 1869 verübte der Zimmermann Frederick Hinson einen der brutalsten Eifersuchtsmorde im viktorianischen London.
Acht Tage lang jagten über 500 Polizisten einen Mann, der innerhalb einer Woche vier Menschen getötet hatte, darunter seine eigene Freundin und deren Zwillingsschwester. 2004 erschütterte der Fall des Müllmanns Mark Hobson Nordengland.
Ein Anruf bei der Feuerwehr, ein angeblicher Suizid im Gasofen und eine Autopsie, die alles widerlegte: 1934 endete der Fall des Elektroingenieurs Reginald Ivor Hinks am Galgen in Bristol.
Ein Einbrecher, der sich am Tatort erst noch rasierte, ein Fingerabdruck auf einer Milchflasche und die allererste Verbrecherfahndung im britischen Rundfunk: Der Fall Stanley Eric Hobday veränderte 1933 die Polizeiarbeit in Großbritannien.
Ein an den Nerven zerrütteter Kriegsveteran erschoss seine Geliebte am Weihnachtsabend 1919 in den Dünen von Lytham St Annes. Im Hintergrund stand eine frisch abgeschlossene Lebensversicherung über 5.000 Pfund, die ausgerechnet ihn begünstigte.
Acht Jahre lang lag die Leiche einer Frau unentdeckt auf dem Grund des tiefsten Sees Englands, konserviert durch das kalte, sauerstoffarme Wasser. Gefunden wurde sie nur durch Zufall, als Taucher nach einer ganz anderen Vermissten suchten.
Ein 21-jähriger Landarbeiter wurde 1938 innerhalb weniger Wochen verurteilt und gehängt, obwohl mehrere Zeugen ihn zur Tatzeit an einem anderen Ort gesehen hatten. Jahrzehnte später gestand ausgerechnet sein eigener Vater auf dem Sterbebett die Tat.
Fast ein Jahr lang galt die 14-jährige Hannah Williams als vermisst, bis Arbeiter ihre Leiche auf dem Gelände eines Zementwerks fanden. Der als „Wolfman“ bekannte Robert Lesarian Howard hatte bereits seit den 1960er Jahren eine lange Spur sexueller Gewalttaten hinter sich, als er sie tötete.
Für die Übernahme einer Spedition ließ eine Bande 2003 eine ganze fünfköpfige Familie verschwinden, darunter zwei Babys, deren Leichen bis heute nicht gefunden wurden. William Horncy war einer der beiden Haupttäter und wurde zu lebenslanger Haft ohne jede Aussicht auf Entlassung verurteilt.
Fast zwei Jahrzehnte lang glaubte man in einer nordirischen Kleinstadt an einen tragischen Doppelselbstmord, bis der Zahnarzt selbst vor seiner Kirchengemeinde gestand: Er hatte seine Frau und den Ehemann seiner Geliebten mit Autoabgasen getötet und die Tat wie einen gemeinsamen Suizid aussehen lassen.
Ihre Hinrichtung war bereits angesetzt, als in letzter Minute eine Begnadigung sie vor dem Galgen rettete: Die 18 Jahre alte Kellnerin Elizabeth Jones wurde 1944 gemeinsam mit ihrem Komplizen wegen Mordes an einem Taxifahrer zum Tode verurteilt, ein Fall, der als Cleft-Chin-Mord in die britische Kriminalgeschichte einging.
Ein aus dem Gefängnis geschmuggeltes, gefälschtes Geständnis wandte sich am Ende gegen ihn selbst: Francis Joseph Huchet wurde 1959 als letzter Mensch auf den Kanalinseln gehängt, verurteilt für den Raubmord an einem Landarbeiter in den Dünen von Jersey.
Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen amerikanischen Milliardär und Filmproduzenten: Dieser Howard Hughes war ein vielfach vorbestrafter Mann aus Wales, der 1995 die siebenjährige Sophie Hook aus dem Gartenzelt ihrer Großeltern entführte, missbrauchte und ermordete, obwohl die Polizei ihn längst als Gefahr für Kinder kannte.
Er gab sich als amerikanischer Fallschirmjäger-Offizier und Chicagoer Gangster aus, dabei war er ein schwedischer Deserteur der US-Armee: Innerhalb einer einzigen Woche im Herbst 1944 verwandelte sich eine Begegnung in einem Londoner Teeladen in eine Serie bewaffneter Überfälle, die mit dem Mord an einem Taxifahrer endete.
Er wollte die Frau des mächtigsten Zeitungsverlegers Großbritanniens entführen und erpresste stattdessen wochenlang eine Familie, die mit dem Fall nichts zu tun hatte: Arthur Hosein verwechselte sein Opfer und beging damit einen der berühmtesten Mordfälle Englands ohne Leiche.
Nur Stunden nach der Hochzeitsfeier ihrer Tochter drang ein entflohener Häftling in das Haus der Familie Laitner ein und tötete drei ihrer Mitglieder: Arthur Hutchinson, „The Fox“ genannt, gehört zu den wenigen britischen Straftätern mit einem echten „whole life“-Urteil.
Ein Polizist im Feierabend stolperte zufällig in einen bewaffneten Raubüberfall und bezahlte dafür mit seinem Leben: James Francis Hurley erschoss den Beamten, floh Jahre später aus der Haft und blieb 13 Jahre lang unauffindbar.
Seine eigene Hinrichtung dauerte nur sieben Sekunden, schneller als jede andere in der britischen Geschichte: James Inglis erwürgte eine Frau wegen eines Streits ums Geld und ging danach fast im Laufschritt zum Galgen.
Fünf Jahrzehnte nach der Tat gestand der jüngere von zwei Brüdern, wo er die Leiche einer entführten Frau vergraben hatte: Nizamodeen Hosein half seinem Bruder bei einer Entführung, die auf einer folgenschweren Verwechslung beruhte.
Eine zwölfjährige Pfadfinderin kehrt nach ihrem Gruppentreffen nicht mehr nach Hause zurück. Erst eine zufällige Bemerkung in einem Friseursalon in London bringt die Polizei auf die Spur des Mannes mit dem schwarzen Vauxhall: Arthur Albert Jones.
Ein 15-jähriger Ladengehilfe wird vom Mordverdacht freigesprochen und als Held gefeiert. Siebzehn Tage später tötet er erneut. Der Fall Harold Jones aus dem walisischen Abertillery wirft bis heute die Frage auf, ob seine kriminelle Karriere 1921 wirklich endete.
Ein 18 Jahre alter Küchenjunge wollte in einem Londoner Hotel nur ein paar Zimmer ausrauben. Als eine Hotelgästin aufwachte, erschlug er sie mit dem Hammer, den er für den Notfall mitgebracht hatte. Der Fall Henry Julius Jacoby wurde zum Symbol für Klassenjustiz im England der 1920er Jahre.
Am Neujahrsabend 1960 zog ein Mann in einer Kneipe in Sheffield einen Revolver und erschoss drei Gäste, weil er selbst hingerichtet werden wollte. Die britische Justiz erklärte Mohamed Ismail für unzurechnungsfähig, seine Geschichte endete Jahre später in Somalia in erneuter Gewalt.
Zwei Kinder verschwinden 1970 auf einem Spaziergang bei London und werden elf Wochen später tot im Epping Forest gefunden. Fast dreißig Jahre bleibt der Fall ungelöst, bis sich ein bereits wegen eines weiteren Kindermords inhaftierter Mann meldet: Ronald Jebson.
Er tötet einen Verkäufer, weil er ihn für einen „Helden“ hält, der es verdient habe. Drei Jahre später sticht er in der geschlossenen Psychiatrie einem der berüchtigtsten Serienmörder Großbritanniens mit einem Kugelschreiber in beide Augen.
Gemeinsam mit seinem Vater verschleppt er einen Mann, foltert ihn stundenlang und trennt der Leiche danach Kopf und Hände ab, angeblich aus Rache für gestohlene Drogen. Der Fall Joseph Jones zeigt, wie ein Familienstreit in reine Auslöschung kippen kann.
Weil er einen Bekannten fälschlich des Drogendiebstahls verdächtigt, lässt ein Vater seinen Sohn eine Entführung planen, die in Verhör, Folter und Mord endet. Am Ende fehlen von der Leiche des Opfers Kopf und Hände, bis heute unauffindbar.
Er kündigt einem Kameraden an, seine schwangere Frau zu erschießen, trägt eine scharfe Patrone bei sich und tut es wenig später auf offener Straße. William Cornelius Jones bestritt vor Gericht, dass der Schuss Absicht war, überzeugte die Jury aber nicht.
Ein Nachbar hört Stöhnen aus dem Hinterhof, findet einen blutenden Mann vor der Tür, dahinter fünf Leichen mit durchschnittener Kehle. An der Wand steht in Bleistift: „Revenge is sweet“. Der Fall William Jones erschütterte 1910 das englische Sunderland.
Als Lkw-Fahrer konnte er quer durch England fahren, ohne dass eine einzelne Polizeibehörde je alle seine Spuren zusammenführte. Der Fernsehsender strahlte eine Rekonstruktion des ersten Mordes aus, wenige Tage später tötete Alun Kyte erneut, fast als hätte ihn die Sendung erst dazu angestachelt.
Sieben Jahre lang blieb der Mord an einem zwölfjährigen Mädchen in London ohne Spur, bis ausgerechnet eine ganz andere Vergewaltigung den Täter über eine DNA-Datenbank verriet. Andrzej Kunowski hatte da in Polen bereits ein Vorleben mit mehr als zwei Dutzend Sexualstraftaten hinter sich, ohne dass es je jemand in England erfuhr.
Ein Obdachloser gesteht der Polizei beiläufig Dutzende Morde, mehr als in jedem britischen Serienmörder-Prozess je verhandelt wurden. Verurteilt wurde er am Ende nur für zwei.
16 Monate lang tauchte er unter falschem Namen in Indien unter und heiratete sogar erneut, bis die Eltern seines Opfers selbst nach Darjeeling reisten, um ihn zu finden. Maninder Pal Singh Kohli wurde später als erster indischer Staatsbürger überhaupt an Großbritannien ausgeliefert.
Ein handgeschriebenes Geständnis auf Anraten der eigenen Ehefrau besiegelte sein Schicksal: William Henry Kennedy belastete sich und seinen Komplizen selbst, nachdem beide einen Polizisten erschossen hatten, der nur das Kennzeichen ihres gestohlenen Wagens notieren wollte.
Vier Tage nach ihrem Verschwinden fand die Polizei nur das leere Auto der 24-jährigen Janie Shepherd, ihre Leiche sollte erst über zwei Monate später auf einem Feld in Hertfordshire auftauchen. Erst zwölf Jahre später, direkt bei seiner Entlassung aus einer anderen Haftstrafe, wurde David Lashley für diesen Mord festgenommen.
Der Arzt George Henry Lamson vertraute darauf, dass sein Gift im menschlichen Körper spurlos verschwindet, genau das hatte er im Studium gelernt. Die Wissenschaft hatte sich seit seinen Vorlesungen weiterentwickelt, und ausgerechnet dieser Fortschritt brachte ihn an den Galgen.
Reggie Kray erstach 1967 einen ehemaligen Komplizen im Keller eines Hauses in Stoke Newington, nachdem ein erster Mordversuch mit der Pistole misslungen war. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Ronnie führte er jahrelang die berüchtigte Londoner Gang „The Firm“ an.
Ronnie Kray erschoss 1966 mitten in einem gut besuchten Pub einen Rivalen, und trotz zahlreicher Zeugen wollte niemand etwas gesehen haben. Als „Ronnie Kray“ beherrschte er mit seinem Zwillingsbruder Reggie jahrelang das Verbrechen im Ostlondoner Underworld-Milieu.
Am 9. August 1967 findet ein Chauffeur den britischen Dramatiker Joe Orton erschlagen in seiner Wohnung in Islington. Ein Porträt des Skandalautors, der auf dem Höhepunkt seines Erfolgs starb.
Am Neujahrsabend 1960 eröffnet ein Mann in einer Kneipe im englischen Sheffield während einer Silvesterfeier das Feuer und tötet drei Menschen. Sein Ziel: von einem Gericht zum Tode verurteilt zu werden, weil sein Glaube ihm den Suizid verbot.
Am 11. Mai 1812 erschießt ein verbitterter Kaufmann den britischen Premierminister Spencer Perceval in der Lobby des Unterhauses. Ein Porträt des einzigen britischen Regierungschefs, der je im Amt ermordet wurde.