In Osterode am Harz ist in der Nacht zum 10. Oktober 2026 ein 37-jähriger Mann aus Herzberg an einem Fußweg erschossen worden. Drei Tage später nahm die Polizei einen 29-jährigen Osteröder fest, der das Opfer gekannt haben soll. Er sitzt in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen.
Im Prozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat das Landgericht Rostock zusätzliche Verhandlungstage reserviert und ein neues Handydaten-Gutachten abgelehnt. Nach dem psychiatrischen Gutachten am 8. Oktober sind die Plädoyers für Ende Oktober geplant, das Urteil gegen die angeklagte Gina H. wird für den 10. November erwartet.
Die nahe dem Zeiss-Großplanetarium in Berlin-Prenzlauer Berg gefundene Frau wurde durch Fremdeinwirkung getötet, das ergab die Obduktion. Die Ermittler identifizierten die 46-Jährige und wandten sich mit einem Foto und einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit. Eine Mordkommission ermittelt, ein Tatverdächtiger ist nicht bekannt.
Rund zwei Tage nach den tödlichen Schüssen am Berliner Bahnhof Zoo hat die Mordkommission einen Tatverdächtigen identifiziert. Er ist weiterhin flüchtig. Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Friedrichshain stellten Ermittler Beweismittel und ein hochwertiges Fahrzeug sicher.
Nach einem Streit auf dem Hardenbergplatz am Berliner Bahnhof Zoo wurde ein 30-Jähriger erschossen. Der Schütze floh mit einem Fahrzeug; wenige Tage später ermittelte die Mordkommission einen weiterhin flüchtigen Tatverdächtigen und durchsuchte eine Wohnung. Ein Motiv ist offiziell nicht bestätigt.
Auf dem Mobiltelefon des Tatverdächtigen Abdul B. fanden Ermittler ein am Tattag aufgenommenes Video mit einem Treueschwur auf den IS. Recherchen zeigen außerdem, dass ein BKA-System ihn bereits Wochen vor dem Anschlag in die höchste Risikokategorie eingestuft hatte.
Ein erstes psychiatrisches Gutachten sieht Hinweise auf eine Erkrankung des 20-jährigen Tatverdächtigen. Das Amtsgericht hob den Untersuchungshaftbefehl auf und ordnete die einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.
Am Rande des Christopher Street Day fährt ein Mann am 25. Juli 2026 mit einem Kastenwagen in eine Menschenmenge im Berliner Tiergarten und attackiert Passanten mit einer Stichwaffe. Eine Frau stirbt, 29 Menschen werden verletzt. Der als islamistischer Gefährder bekannte Tatverdächtige Abdul B. wird einen Tag später bei einem Polizeieinsatz in Berlin-Spandau erschossen.
In einer Regensburger Hypovereinsbank-Filiale erstach ein 20-Jähriger am 23. Juli 2026 einen Bankmitarbeiter. Ein Raub war in der bargeldlosen Filiale gar nicht möglich, das Opfer gilt als Zufallsopfer. Der Tatverdächtige war weniger als 24 Stunden zuvor in Polizeigewahrsam gewesen.
Die rechtsmedizinische Untersuchung und neue Zeugenaussagen haben die Todesumstände geklärt: Der an der Uecker gefundene 42-Jährige ertrank nach vorläufigem Ermittlungsstand bei einem Unfall.
Gegen den 45-jährigen Tatverdächtigen ist Haftbefehl wegen Mordes erlassen worden. Die Obduktion bestätigte, dass die 35-jährige Angestellte an Stichverletzungen starb.
Ein 42-Jähriger wurde am Morgen des 19. Juli 2026 leblos an der Uecker in Torgelow gefunden. Die Todesumstände sind ungeklärt, die Kriminalpolizei Anklam sucht Zeugen für die vorangegangene Nacht.
In einer Spielothek im Nürnberger Stadtteil Tafelhof kam es am 19. Juli 2026 zu einem Tötungsdelikt. Ein 45-jähriger Besucher wurde festgenommen, eine 35-jährige Angestellte starb trotz Reanimationsversuchen am Tatort.
Eine Senatsantwort dokumentiert erstmals gebündelt, welche Hilfen Bremen nach der Geiselnahme von Gladbeck gewährte. Betroffene können auch heute noch Leistungen nach dem SGB XIV beantragen.
Der bisherige Artikel vertauschte zwei Opfer des Schulamoklaufs von 1983. Englischlehrer Franz-Adolf Gehlhaar überlebte schwer verletzt, während Schulleiter Hans-Peter Schmitt erschossen wurde.
Der Bundesgerichtshof hat die Revision von Stefan R. verworfen. Die lebenslange Freiheitsstrafe wegen des Mordes an Stefan T. und die besondere Schwere der Schuld sind damit rechtskräftig.
Fünf Morde bei Lüneburg blieben 1989 jahrelang ungeklärt, bis eine DNA-Spur 2016/17 den Verdacht auf Kurt-Werner Wichmann lenkte, der jedoch bereits vor einer Anklage Suizid begangen hatte. Die Netflix-Serie Dig Deeper griff den Fall 2021 wieder auf.
Am 19. September 2010 tötete die Rechtsanwältin Sabine Radmacher in Lörrach innerhalb weniger Stunden ihren fünfjährigen Sohn, ihren Ex-Partner und einen Krankenpfleger, bevor sie von der Polizei erschossen wurde. Ein Motiv blieb ungeklärt.
Aus einem Banküberfall in Gladbeck wurde im August 1988 eine Geiselnahme quer durch Deutschland und die Niederlande. Polizei und Presse verloren zeitweise die Kontrolle, drei Menschen starben.
Zwölf tote Jungen, keine eindeutige Todesursache und mehr als 150 Zeugen: Das Schweriner Schwurgericht verurteilte Adolf Seefeld 1936 in einem Indizienprozess.
Albrecht B. erschlug im Dezember 2020 im niedersächsischen Wrestedt die Mutter einer Frau, die er zuvor monatelang gestalkt und wegen deren Strafanzeige er sich rächen wollte. Sein Nachname wurde in der Berichterstattung durchgängig anonymisiert.
Alexander Keith Jr. verübte 1875 im Hafen von Bremerhaven einen Versicherungsbetrug mit einer Zeitbombe, der vorzeitig explodierte und 83 Menschen tötete. Er nahm sich kurz darauf selbst das Leben.
Am 19. Oktober 1988 verurteilte das Kieler Schwurgericht Alwin Niemann wegen des Totschlags an drei Frauen und der Vergewaltigung einer vierten Frau zu lebenslanger Haft. Frühere Angaben nannten Name, Opferzahl und Urteilsjahr falsch.
Andreas Dippold misshandelte 1903 zwei Brüder, die ihm als Hauslehrer anvertraut waren. Heinz Koch starb an den Folgen; verurteilt wurde der Lehrer wegen Körperverletzung mit Todesfolge.
Andreas Bichel lockte zwischen 1806 und 1808 junge Frauen mit einem angeblichen Blick in die Zukunft in sein Haus im oberpfälzischen Regendorf und tötete mindestens zwei von ihnen. Der Fall zählt zu den bekanntesten deutschen Kriminalfällen des frühen 19. Jahrhunderts.
Arsen im Salz und ungewöhnlich gut erhaltene Leichen entlarvten Anna Margaretha Zwanziger. Die Prozessakten dokumentieren drei Tötungen und zahlreiche Vergiftungen, für die sie 1811 hingerichtet wurde.
Armin Meiwes tötete 2001 den 43 Jahre alten Bernd Jürgen Armando Brandes, zerstückelte die Leiche und aß Teile davon. Nach einem aufgehobenen Totschlagsurteil wurde er 2006 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.
Monatelang schliefen Frankfurts Obdachlose aus Angst nicht mehr allein. Arthur Gatter tötete 1990 sieben Männer, wurde gefasst und starb noch vor seinem Prozess durch Suizid.
Arwed Imiela wurde 1973 wegen vier Morden aus Habgier verurteilt. Ein auffälliger Scheck führte zu ihm; die Leichen zweier Frauen wurden auf Fehmarn gefunden, zwei weitere blieben verschwunden.
Beate Schmidt, damals unter dem Namen Wolfgang Schmidt bekannt, tötete zwischen 1989 und 1991 als „Bestie von Beelitz“ sechs Menschen in Brandenburg, darunter einen Säugling.
Berthold Wehmeyer erwürgte 1947 auf einer Hamsterfahrt in der Prignitz eine ältere Frau, um an ihre Kartoffeln zu gelangen. Er war der letzte Mensch, der 1949 in Westberlin hingerichtet wurde.
Bianka Weidemann beteiligte sich 1995 mit Thomas Lemke an der Entführung und Ermordung von Dagmar Kohlmann. Das Landgericht Essen verurteilte sie 1997 wegen Mordes zu sechs Jahren Haft.
84 Geständnisse machten Bruno Lüdke zum angeblich schlimmsten Serienmörder Deutschlands. Beweise gab es nicht, einen Prozess auch nicht, heute gilt er als Opfer eines nationalsozialistischen Polizeikonstrukts.
Drei Morde standen vor Gericht, doch ein Urteil gab es nie: Carl Großmann nahm sich während des Prozesses das Leben. Wie viele Frauen tatsächlich in seiner Berliner Wohnung starben, blieb ungeklärt.
Eine übrig gebliebene Praline entlarvte die Mordserie von Christa Lehmann mit dem Pflanzenschutzmittel E605. Exhumierungen bestätigten zwei frühere Vergiftungen, 1954 erhielt sie drei lebenslange Freiheitsstrafen.
David Edward Maust tötete zwischen 1974 und 2003 mindestens fünf Jungen und junge Männer, den ersten davon während seines Militärdiensts in Deutschland, die übrigen in den USA. Kurz nach seiner endgültigen Verurteilung 2005 nahm er sich in der Haft das Leben.
Der frühere sächsische LKA-Beamte Detlev Günzel tötete 2013 einen Geschäftsmann, den er über eine Kannibalismus-Fetisch-Website kennengelernt hatte, und zerstückelte die Leiche. Nach zwei Instanzen verhängte der Bundesgerichtshof 2018 selbst lebenslange Haft.
Dirk Palm tötete 2012 drei Männer aus der Berliner Schwulenszene mit Gammabutyrolacton und beraubte sie. Das Berliner Landgericht verurteilte ihn wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft.
Egidius Schiffer, der „Würger von Aachen“, tötete zwischen 1983 und 1990 fünf junge Frauen im Dreieck zwischen Aachen, Heinsberg und Mönchengladbach und wurde erst 2007 durch einen Zufall überführt.
Ohne dass eine Leiche gefunden worden war, verurteilte das Hamburger Schwurgericht Elisabeth Wiese 1904 wegen fünffachen Kindsmordes zum Tode. Zeitgenössische Prozessberichte belegen den außergewöhnlichen Indizienprozess.
Ernst-Dieter Beck erwürgte zwischen 1961 und 1968 drei Frauen in seinem Heimatort Rehme bei Bad Oeynhausen, jeweils im Abstand mehrerer Jahre. Erst nach dem dritten Mord gelang den Ermittlern seine Überführung.
Ernst August Wagner erstach 1913 in Degerloch seine Frau und seine vier Kinder und erschoss anschließend im württembergischen Mühlhausen an der Enz neun weitere Menschen aus wahnhafter Furcht vor Bloßstellung. Er wurde als unzurechnungsfähig in eine Anstalt eingewiesen.
Erwin Hagedorn tötete zwischen 1969 und 1971 drei Kinder in Eberswalde, DDR. Als 20-Jähriger wurde er 1972 als letzter Zivilist in der DDR wegen eines gewöhnlichen Verbrechens hingerichtet.
Erwin Mikolajczyk erschoss 1994 im Amtsgericht Euskirchen sechs Menschen, darunter den Richter, der ihn kurz zuvor verurteilt hatte, und seine Ex-Freundin. Anschließend tötete er sich selbst mit einer selbstgebauten Bombe.
Eugen Berwald erdrosselte 1994 zusammen mit seiner Frau sechs Menschen in einem Frankfurter Edelbordell, den Betreiber, dessen Ehefrau und vier Prostituierte. Die Ermittler vermuteten zunächst die russische Mafia hinter der Tat.
Erschoss am 29. Juni 2026 sechs Mitarbeiter einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade nach einem Sorgerechtsstreit um seine Tochter, beging drei Wochen später in Untersuchungshaft Suizid.
Die Hinrichtung von Eugen Weidmann lockte 1939 Tausende vor das Gefängnis von Versailles und veränderte Frankreichs Vollstreckungspraxis. Zuvor hatte das Gericht ihn für sechs Morde im Jahr 1937 zum Tode verurteilt.
Frank Gust legte die Leichen seiner vier Opfer bewusst an sichtbaren Orten ab. Ein Duisburger Gericht verurteilte den als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannten Täter 2000 zu lebenslanger Haft.
Franz Lorbach war der Freund und Komplize von Werner Boost bei dessen Überfällen auf Liebespaare im Raum Düsseldorf zwischen 1953 und 1956 und wurde 1959 wegen Beihilfe zum Mord verurteilt.
Der britische Armeeunteroffizier Frederick Emmett-Dunne erschlug 1953 in einer Kaserne in Duisburg seinen Vorgesetzten und täuschte dessen Suizid vor, um die Witwe heiraten zu können. Er wurde 1965 aus der Haft entlassen.
24 Mordschuldsprüche, 21 gestandene Tötungen und drei nicht bewiesene Anklagepunkte: Die erhaltene Ersatzüberlieferung zeigt, wie das Gericht den Fall Fritz Haarmann 1924 einordnete.
Ein tödlich verwundeter Forstaufseher lieferte noch die Beschreibung, die Friedrich Schumanns Festnahme auslöste. Das Berliner Schwurgericht verurteilte ihn 1920 wegen sechs Morden zum Tode.
Fritz Angerstein erschlug und erstach 1924 in Haiger acht Menschen aus seinem nächsten Umfeld, darunter seine Ehefrau, um eine aufgeflogene Unterschlagung zu vertuschen. Der Fall galt als einer der aufsehenerregendsten der Weimarer Republik.
Weiße Arsenkörner in einem Stück Schinken beendeten Gesche Gottfrieds fünfzehn Morde umfassende Giftserie. 1831 folgte auf dem Bremer Domshof die letzte öffentliche Hinrichtung der Stadt.
Grete Beier vergiftete und erschoss 1907 ihren Verlobten, um die Hochzeit mit ihm zu verhindern, und inszenierte die Tat als Selbstmord. Sie war die letzte Frau, die im Königreich Sachsen öffentlich hingerichtet wurde.
Günter Hermann Ewen erschoss im Mai 1999 innerhalb weniger Stunden fünf Menschen in Dillingen an der Saar, Frankreich und Luxemburg, bevor er sich bei seiner Festnahme selbst tötete.
Gundolf Köhler zündete 1980 auf dem Münchner Oktoberfest eine selbstgebaute Rohrbombe, die 13 Menschen einschließlich ihm selbst das Leben kostete und über 200 weitere verletzte. Der Anschlag gilt bis heute als der schwerste rechtsextreme Terroranschlag der bundesdeutschen Geschichte.
Hans Grans lebte und handelte mit Fritz Haarmann und wurde 1926 wegen Beihilfe zu einem Mord zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Er starb 1975 in Hannover.
Hans-Jürgen Schröder ermordete zwischen 1969 und 1984 fünf junge Frauen im Großraum Hamburg. Eine DNA-Reihenuntersuchung führte 2011 über seinen Bruder zu ihm.
Heinz Schmidt erschoss am 20. Juni 1913 in einer Bremer Schule fünf Mädchen, getrieben von einem Wahn gegen die Jesuiten. Der Fall gilt als eines der ersten dokumentierten Schulattentate der Geschichte.
Helmut Weidenbröker wurde 1987 wegen der Tötung von Beate Görtz zu lebenslanger Haft verurteilt. Vier weitere Sexualmorde in der Region Aachen wurden ihm zugeschrieben, aber nie gerichtlich nachgewiesen.
Heinrich Pommerenke vergewaltigte und ermordete 1959 in Baden-Württemberg mehrere Frauen und Mädchen und war bis zu seinem Tod 2008 Deutschlands am längsten inhaftierter Gefangener.
Herisch Ali Abdullah erwürgte 2005 in dessen Grünwalder Villa den Münchner Modemacher Rudolph Moshammer. Ein Streit um Bezahlung für sexuelle Dienste eskalierte zu einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der bayerischen Nachkriegsgeschichte.
Horst David, der „Würger von Regensburg“, erwürgte zwischen 1975 und 1993 sieben Frauen. Erst 1994, fast zwanzig Jahre nach der ersten Tat, überführte ihn ein Fingerabdruck-Abgleich.
Ein Katana-Angriff führte die Ermittler 2001 zum gesuchten „Phantom von Kehl“. Jacques Plumain gestand zwei Morde und einen Mordversuch im deutsch-französischen Grenzgebiet.
Joachim Kroll vergewaltigte, tötete und aß teilweise Teile seiner Opfer zwischen 1955 und 1976 in Duisburg und im Ruhrgebiet. Wegen dieser Taten wurde er als „Ruhrkannibale“ bekannt, gerichtlich bestätigt wurden acht Morde.
Johann Eichhorn tötete zwischen 1931 und 1938 im Raum München fünf Frauen und verübte zahlreiche Sexualstraftaten. Ein gescheiterter Angriff führte 1939 zu seiner Identifizierung.
Josef Kramer war KZ-Kommandant in Natzweiler-Struthof, Auschwitz-Birkenau und Bergen-Belsen und als „Bestie von Belsen“ bekannt. Er wurde 1945 wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt und gehängt.
Jürgen Bartsch tötete zwischen 1962 und 1966 vier Jungen im Raum Velbert-Langenberg. Der Fall löste eine bis heute nachwirkende Debatte über Schuldfähigkeit, Jugendstrafrecht und die tödlich verlaufene Kastration des Täters 1976 aus.
Nur fünf Tage lagen 1985 zwischen zwei tödlichen Angriffen in Baden-Baden. Jürgen Hein war wenige Monate zuvor nach langen Haftzeiten entlassen worden, doch die frei zugängliche Überlieferung des Falls stützt sich bis heute nur auf eine Täterdatenbank.
Karel Charva erschoss 1983 an einer Schule in Eppstein-Vockenhausen fünf Menschen, drei Kinder, einen Lehrer und einen Polizisten, und richtete sich anschließend selbst. Ein Motiv für den Amoklauf blieb ungeklärt.
Giftspuren in exhumierten Knochen machten den Prozess gegen Karl Hopf 1914 zu einem frühen forensischen Schlüsselverfahren. Verurteilt wurde er wegen eines Giftmordes und vier Mordversuchen.
Der Theologiestudent Karl Ludwig Sand erstach 1819 den Schriftsteller August von Kotzebue aus nationalistischer Überzeugung. Das Attentat lieferte den Vorwand für die Karlsbader Beschlüsse und die Verfolgung der deutschen Burschenschaftsbewegung.
Karl Denke, genannt „Papa Denke“, tötete zwischen 1903 und 1924 in Münsterberg in Schlesien mindestens 30 Wanderarbeiter und Bettler und verwertete ihr Fleisch. Er nahm sich unmittelbar nach seiner Festnahme das Leben.
Acht Jahre nach einer Haftstrafe wegen eines tödlichen Raubüberfalls soll Klaus Peter Sobig erneut getötet haben. Die Angaben zu beiden Bielefelder Taten stammen jedoch ausschließlich aus einem nicht weiter belegten Nachschlagewerk.
Mit 13 Jahren soll Kurt-Friedhelm Steinwegs erstmals getötet haben. Das spätere Verfahren schrieb ihm sechs Tötungen zwischen 1974 und 1983 zu, bei zwei frühen Taten sprach ihn das Gericht wegen fehlender Reife frei.
Kurt-Werner Wichmann gilt als dringend verdächtig, 1989 bei Lüneburg fünf Menschen getötet zu haben, darunter die beiden Doppelmorde im Göhrde-Wald, starb aber vor einer Anklage durch Suizid.
Drei Mädchenmorde erschütterten 1968 und 1969 das Coburger Land. Manfred Wittmann erhielt dafür lebenslange Haft und kam erst 2013 nach 43 Jahren frei.
Magnus Gäfgen entführte und tötete 2002 den elfjährigen Jakob von Metzler in Frankfurt am Main. Die Androhung von Folter bei seinem Verhör löste eine bis heute nachwirkende rechtsstaatliche Debatte aus.
Marcel Müthing half Thomas Lemke 1996 bei der Entführung von Patricia Wright und war an der Vergewaltigung und Ermordung der jungen Frau beteiligt. Er erhielt fünf Jahre Haft.
Erst der Gang einer Schwiegertochter zum Anwalt brachte die Ermittlungen ins Rollen. Maria Velten gestand fünf Vergiftungen, das Landgericht Krefeld verurteilte sie 1984 wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft.
Marianne Bachmeier erschoss 1981 im Lübecker Gerichtssaal den Mörder ihrer siebenjährigen Tochter Anna. Der Fall löste eine bis heute anhaltende gesellschaftliche Debatte über Selbstjustiz und Rechtsstaatlichkeit aus.
Sechs Giftmorde bewies das Kölner Gericht Marianne Nölle 1993. Höhere Verdachtszahlen blieben dagegen unbewiesen, ein Geständnis legte die Altenpflegerin nie ab.
Martin Peyerl erschoss am 1. November 1999 als 16-Jähriger von den Fenstern der elterlichen Wohnung in Bad Reichenhall aus vier Menschen und sich selbst, einer der ersten dokumentierten Amokläufe in Deutschland.
Martin Ney tötete als „Maskenmann“ zwischen 1992 und 2001 drei Jungen in Norddeutschland und missbrauchte über 40 weitere Kinder. 2012 in Deutschland zu lebenslanger Haft verurteilt, wurde er im Juni 2026 in Frankreich wegen eines vierten Mordes erneut verurteilt, das Urteil ist wegen seiner Berufung noch nicht rechtskräftig.
Mathias Kneißl war ein bayerischer Wilderer und Räuber, der 1900 bei einem Fluchtversuch zwei Polizisten erschoss. Er wurde 1902 hingerichtet, gilt in Bayern aber bis heute als Volksheld.
Der US-Schriftsteller wurde 2003 für den Tod seiner Frau Kathleen verurteilt, die am Fuß einer Treppe starb. Prozessthema wurde auch der fast identische Tod einer Freundin der Familie 1985 in Deutschland.
Nach seiner Festnahme wegen eines Sexualdelikts gestand Michael Wolpert fünf Tötungen im Rhein-Main-Gebiet. Später widerrief er, doch das Landgericht Darmstadt verurteilte ihn im Revisionsverfahren zu lebenslanger Haft.
Die Krankenschwester Michaela Roeder tötete zwischen 1984 und 1986 auf der Intensivstation eines Wuppertaler Krankenhauses mehrere Patienten mit gezielten Medikamentenüberdosen. 1989 wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt.
Ein Vorschlaghammer aus dem Besitz seiner Familie brachte die Ermittler auf die Spur des Polizisten Norbert Poehlke. Er erschoss sechs Menschen, darunter seine Frau und zwei Söhne.
Mehr als 130 Exhumierungen waren nötig, bis ein Gericht das Ausmaß von Niels Högels Patiententötungen festhalten konnte. Der Krankenpfleger erhielt 2019 für 85 Morde eine lebenslange Gesamtfreiheitsstrafe.
Olaf Däter erstickte im Juni 2001 innerhalb von nur zehn Tagen fünf ältere Frauen in Bremerhaven, die er zuvor als Altenpfleger betreut hatte. Die Presse nannte ihn den „Oma-Mörder“.
Socken an den Händen sollten Fingerabdrücke verhindern, doch biologische Spuren verbanden Ondrej Rigo mit neun Morden in drei Staaten. 1994 erhielt er in Bratislava lebenslange Haft.
Blut an einer Dienstuniform führte die Berliner Ermittler 1941 zu einem Reichsbahn-Mitarbeiter. Paul Ogorzow hatte im verdunkelten Berlin acht Frauen getötet und weitere Frauen angegriffen.
Paul Minow griff im Juli 1907 in Berlin binnen kurzer Zeit vier kleine Mädchen mit einer Schere an, drei von ihnen starben. Der Fall gilt als einer der frühesten dokumentierten Fälle eines Serientäters, der Kinder aus Wut heraus tötete.
Ein fehlgeleiteter Brief an eine Überlebende brachte die Polizei 1930 auf Peter Kürtens Spur. Neun Morde und zahlreiche Angriffe hatten Düsseldorf zuvor monatelang in Angst versetzt.
Peter Nirsch wurde 1581 in Neumarkt in der Oberpfalz hingerichtet. Zeitgenössische Flugschriften schrieben ihm Hunderte Morde zu, doch Geständnisse unter Folter und Sensationsdrucke erlauben keine gesicherte Opferzahl.
Rudolf Pleil prahlte im Braunschweiger Prozess mit weit mehr Taten, als ihm das Gericht nachweisen konnte. Wegen zehn Morden im Harzer Grenzgebiet erhielt er 1950 lebenslange Haft.
Die Rechtsanwältin Sabine Radmacher tötete 2010 in Lörrach ihren fünfjährigen Sohn und ihren Ex-Partner, bevor sie in einem Krankenhaus einen Pfleger erschoss und erstach. Sie wurde noch am Tatabend von der Polizei erschossen.
Sabine Hilschenz ließ zwischen 1988 und 1998 neun eigene Neugeborene sterben und vergrub ihre sterblichen Überreste im Garten ihrer Eltern in Brandenburg. Sie wurde 2006 wegen Totschlags in acht Fällen verurteilt.
Am 2. Dezember 1920 soll die Aussage einer Ehefrau in Spandau eine Mordserie mit elf Toten offengelegt haben. Unabhängige Akten oder zeitgenössische Berichte ließen sich zu dem nur als Schultz bezeichneten Droschkenkutscher jedoch nicht finden.
Thomas Selmayr erwürgte und erstach in der Nacht zum 24. März 2011 im bayerischen Krailling seine beiden minderjährigen Nichten, aus Habgier auf eine Erbschaft. Er wurde 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt.
Der Völkermord-Überlebende Soghomon Tehlirian erschoss 1921 in Berlin den früheren osmanischen Großwesir Talaat Pascha, einen der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an den Armeniern. Ein Berliner Gericht sprach ihn frei.
Sophie Ursinus stand im Verdacht, um 1800 in Berlin ihren Liebhaber, ihren Ehemann und ihre Tante mit Arsen vergiftet zu haben, verurteilt wurde sie 1803 jedoch nur wegen des versuchten Mordes an ihrem Diener, der überlebte.
Stefan R., der sogenannte Kannibale von Pankow, ermordete 2020 einen Mann in Berlin, zerstückelte die Leiche und aß nach Überzeugung des Gerichts Teile davon. Seit November 2022 ist die lebenslange Freiheitsstrafe rechtskräftig.
Robert Steinhäuser erschoss am 26. April 2002 am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt 16 Menschen, bevor er sich selbst tötete. Der Amoklauf zählt zu den schwersten Gewalttaten an einer deutschen Schule.
Ein Medikamentendiebstahl führte 2004 zu einer der größten Mordermittlungen in einem deutschen Krankenhaus. Stephan Letter wurde wegen der Tötung von 28 Patienten verurteilt.
Theresa Antonini erschlug 1809 gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrem 15-jährigen Bruder eine junge Reisende auf einer Postkutschenfahrt, um sie auszurauben. Sie wurde als Einzige der drei Täter hingerichtet.
Thomas Lemke tötete 1995 und 1996 aus rechtsextremer Gesinnung drei Menschen im Rheinland, darunter eine junge Frau, die er wegen eines Aufklebers für eine politische Gegnerin hielt. Er wurde 1997 zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt.
Drei Wohnungseinbrüche, drei tote Frauen und anschließend gelegte Brände werden Thomas Meyer für 1986 und 1987 in Bonn zugeschrieben. Mehr als diese Eckdaten und ein Urteil von 1988 sind frei zugänglich nicht belastbar dokumentiert.
Als „Moormörder“ bekannt, tötete der Bremer Unteroffizier zwischen 1981 und 1983 vier junge Frauen und legte ihre Leichen im Teufelsmoor bei Bremen ab, bevor ihn ein überlebendes Opfer zu Fall brachte.
Thomas Rung tötete zwischen 1983 und 1995 in Berlin sieben Menschen, darunter seinen Stiefbruder. Ein Unschuldiger saß wegen seiner Tat sechs Jahre unschuldig in Haft.
Eine fehlende Gummitülle an einem Audi und ein Fingerabdruck auf Klebeband überführten Uwe Wischniewski nach dem Doppelmord von 1991. Siebzehn Jahre nach einer weiteren Tat identifizierte das LKA Brandenburg zudem eine winzige DNA-Spur.
Ulrich Schmidt verletzte und tötete zwischen 1987 und 1989 in Essen mehrere Frauen, meist an Feiertagen, weshalb er als „Feiertagsmörder“ bekannt wurde.
Volker Eckert gestand sechs Morde in Deutschland, Frankreich und Spanien. Ermittler brachten den Fernfahrer mit weiteren Tötungen in mehreren europäischen Ländern in Verbindung.
Walter Seifert griff am 11. Juni 1964 eine Grundschule im Kölner Stadtteil Volkhoven mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze an und tötete zehn Menschen. Der Amoklauf zählt zu den folgenreichsten Gewalttaten an einer deutschen Schule.
Als „Liebespaarmörder“ stand Werner Boost wegen mehrerer Überfälle vor Gericht, doch nur der Mord an Bernd Servé hielt der Beweisprüfung stand. Von zwei Doppelmorden wurde er 1959 freigesprochen.
Werner Pinzner tötete als Auftragsmörder im Hamburger Rotlichtmilieu zwischen 1984 und 1985 mehrere Menschen. 1986 erschoss er während einer Vernehmung im Polizeipräsidium den ermittelnden Staatsanwalt, anschließend seine eigene Frau und zuletzt sich selbst.
Alex Wiens erstach am 1. Juli 2009 im Landgericht Dresden die schwangere Ägypterin Marwa El-Sherbini mit 18 Messerstichen, aus Hass auf ihre Religion und Herkunft. Der Mord löste weltweites Entsetzen aus.
Zdeněk Hrbáč entführte, missbrauchte und tötete 2007 in Königswinter bei Bonn die 14-jährige Hannah Wiedeck. Er wurde noch im selben Jahr zu lebenslanger Haft ohne die übliche Aussicht auf Entlassung nach 15 Jahren verurteilt.
Die Geiselnahme von Gladbeck begann als Banküberfall und wurde zu einer Irrfahrt durch zwei Länder. Während Menschen um ihr Leben fürchteten, verwandelte sich ein Verbrechen vor laufenden Kameras in ein öffentliches Spektakel.
Die Geiselnahme von Gladbeck wird oft über Täter, Polizeifehler und Fernsehbilder erzählt. Diese Story folgt den Bankangestellten, Busfahrgästen, Überlebenden und drei Menschen, die nicht zurückkehrten.
Von Fritz Haarmann bis Fritz Honka: fünf deutsche Serienmörder, deren Taten das Land erschütterten und bis heute nachhallen. Wer waren sie, und wie viele Menschen starben durch ihre Hand?
Am 11. Juni 1964 griff Walter Seifert eine katholische Volksschule im Kölner Stadtteil Volkhoven mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze an und tötete zehn Menschen. Der Amoklauf zählt zu den folgenreichsten Gewalttaten an einer deutschen Schule.
Ernst August Wagner blieb nach seiner Einweisung 1914 bis zu seinem Tod in Winnental. In der Psychiatrie schrieb er mehrere Dramen, 1938 starb er an Lungentuberkulose.
Am 4. September 1913 erstach Ernst August Wagner in Stuttgart-Degerloch seine Familie und erschoss anschließend im württembergischen Mühlhausen an der Enz neun weitere Menschen. Der Fall gilt als einer der frühesten gut dokumentierten deutschen Amokläufe.