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01. Mai 2026
Update

Washington-Sniper: Lee Boyd Malvos neue Strafmaßverhandlung bleibt blockiert

Das Bezirksgericht von Montgomery County in Rockville im US-Bundesstaat Maryland
Tony Webster, via Wikimedia Commons, verkleinert · CC BY 2.0

Fast vier Jahre nachdem Marylands höchstes Gericht eine neue Strafmaßverhandlung für Lee Boyd Malvo angeordnet hatte, bleibt das Verfahren blockiert. Das Berufungsgericht des Bundesstaates verwarf am 1. Mai 2026 ein Rechtsmittel des Verurteilten, weil noch keine endgültige und damit anfechtbare Entscheidung vorlag.

Neue Strafzumessung seit 2022 angeordnet

Lee Boyd Malvo hatte sich 2006 in Maryland zu sechs Morden schuldig bekannt. Das Gericht verhängte sechs aufeinanderfolgende lebenslange Freiheitsstrafen ohne Bewährungsmöglichkeit, zusätzlich zu vier lebenslangen Strafen in Virginia.

Weil Lee Boyd Malvo während der Taten 17 Jahre alt war, ordnete der Supreme Court of Maryland 2022 eine neue Strafmaßverhandlung an. Grundlage waren veränderte verfassungsrechtliche Maßstäbe für lebenslange Strafen gegen jugendliche Täter.

Virginia verweigert die Überstellung

Maryland konnte den Verurteilten nicht für eine persönliche Anhörung aus dem Gefängnis in Virginia überstellen lassen. Eine Teilnahme per Video lehnte Lee Boyd Malvo ab. Das zuständige Gericht vertagte die neue Strafmaßverhandlung deshalb im September 2024 auf unbestimmte Zeit und ließ einen Haftvermerk für eine spätere Überstellung eintragen.

Der Verurteilte wollte daraufhin seine Schuldbekenntnisse aufheben lassen. Dieser Antrag blieb ohne Erfolg. Das Berufungsgericht entschied 2026 nicht über die inhaltlichen Einwände, sondern stellte fest, dass die angegriffene Zwischenentscheidung noch nicht rechtsmittelfähig war.

Die Verurteilungen bleiben damit bestehen. Eine neue Strafzumessung in Maryland ist weiterhin angeordnet, kann aber nach dem derzeitigen Stand erst stattfinden, wenn Virginia einer persönlichen Überstellung zustimmt oder Lee Boyd Malvo einer Videoanhörung zustimmt.

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