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24. Juli 2026
Update

Fall Stade: Ministerium legt Ablauf der Haftüberwachung offen

Außenansicht des Niedersächsischen Justizministeriums in Hannover
Ralf Roletschek, via Wikimedia Commons · CC BY 3.0

Nach dem Tod des mutmaßlichen sechsfachen Mörders von Stade in der JVA Bremervörde hat das Niedersächsische Justizministerium den Ablauf der Überwachung von Fatih Khan G. offengelegt. Die Sicherungsmaßnahmen wurden demnach nicht abrupt, sondern nach mehreren psychologischen Einschätzungen schrittweise reduziert.

Zunächst Überwachung rund um die Uhr

Bei der Aufnahme in die JVA am 30. Juni wurde wegen einer festgestellten Gesundheitsgefahr eine besondere Sicherungsmaßnahme angeordnet. Der 45-Jährige kam in einen kameraüberwachten Haftraum ohne gefährliche Gegenstände und musste ununterbrochen beobachtet werden.

Ab dem 6. Juli saß er in einer Zelle mit Fernseher, blieb aber zunächst rund um die Uhr unter Videoüberwachung. Nach einem Bericht einer in der JVA tätigen Psychologin wurde die Kameraüberwachung ab dem 9. Juli auf die Abend- und Nachtstunden begrenzt. Tagsüber durfte der Gefangene am regulären Stationsalltag teilnehmen. Für die übrige Zeit ordnete die Anstalt regelmäßige Sichtkontrollen an.

Psychologische Einschätzungen führten zu Lockerungen

Nach Angaben des Ministeriums beschrieb der Gefangene sein Befinden als verbessert und distanzierte sich aus Sicht der Psychologin glaubhaft von akuten Suizidgedanken. Ein Vermerk vom 13. Juli hielt fest, dass er soziale Kontakte zu Mitgefangenen pflegte. Hinweise auf eine psychische Destabilisierung, selbstgefährdendes Verhalten oder andere Auffälligkeiten seien im Beobachtungszeitraum nicht festgestellt worden.

Daraufhin wurde auch die Videoüberwachung am Abend und in der Nacht beendet. Stattdessen erfolgten regelmäßige persönliche Sichtkontrollen.

Beobachtung am 20. Juli aufgehoben

Am 20. Juli kam eine aktualisierte psychologische Einschätzung zu dem Ergebnis, der Gefangene verhalte sich ruhig und vollkommen absprachefähig. Die Beobachtung wurde daraufhin vollständig aufgehoben. Bedienstete des Nachtdienstes sahen ihn an diesem Abend gegen 20:30 Uhr zuletzt lebend. Am folgenden Morgen wurde er tot in seiner Zelle gefunden.

Das Justizministerium und die JVA arbeiten den Vorgang weiter auf. Auch das Todesermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stade war zum Zeitpunkt der Mitteilung noch nicht abgeschlossen.

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