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Mord an Theo van Gogh: Islamistischer Attentäter erschießt Amsterdamer Filmemacher

Theo van Gogh im Jahr 1984 in Amsterdam
Sjakkelien Vollebregt, Nationaal Archief, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
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Am Morgen des 2. November 2004 wurde der niederländische Filmemacher Theo van Gogh in Amsterdam auf dem Weg zur Arbeit erschossen und erstochen. Der Mord an dem streitbaren Regisseur und Kolumnisten, einem Urgroßneffen des Kunsthändlers Theo van Gogh und damit entfernt verwandt mit dem Maler Vincent van Gogh, löste in den Niederlanden eine tiefe gesellschaftliche Krise aus.

Der streitbare Filmemacher

Theodoor van Gogh wurde am 23. Juli 1957 in Den Haag geboren und arbeitete seit den frühen 1980er Jahren als Regisseur, Fernsehmacher und Kolumnist. Für seinen Spielfilm „Blind Date“ erhielt er 1996 den Gouden Kalf, den wichtigsten niederländischen Filmpreis. Als Kolumnist war er für seine schonungslose, oft bewusst provozierende Kritik an Politikern, Prominenten und Religionen bekannt, sein 2003 erschienenes Buch „Allah weet het beter“ richtete sich scharf gegen den Islam. 2004 realisierte er gemeinsam mit der somalisch-niederländischen Politikerin Ayaan Hirsi Ali den Kurzfilm „Submission“, der die Gewalt gegen Frauen in einigen islamisch geprägten Gesellschaften anhand von vier Frauenschicksalen anklagte und im August 2004 im niederländischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Die Tat

Wenige Monate nach der Ausstrahlung wurde er auf seinem Fahrrad in Amsterdam-Oost von einem 26-jährigen niederländisch-marokkanischen Islamisten abgepasst, mit mehreren Schüssen niedergestreckt und anschließend mit einem Messer angegriffen. Der Angreifer heftete ihm ein mehrseitiges Schreiben mit Morddrohungen gegen Ayaan Hirsi Ali auf die Brust und lieferte sich danach einen Schusswechsel mit der Polizei, bevor er verletzt festgenommen wurde. Ein ausführliches Profil zum Täter und dem folgenden Prozess ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Mohammed Bouyeri.

Nachwirkungen

Der Mord führte in den folgenden Wochen zu über hundert Anschlägen und Vorfällen gegen Moscheen und islamische Einrichtungen in den Niederlanden, während Ayaan Hirsi Ali und der Politiker Geert Wilders wegen anhaltender Morddrohungen jahrelang unter Polizeischutz leben mussten. 2007 wurde in Amsterdam das Denkmal „De Schreeuw“ (Der Schrei) zu seinem Gedenken errichtet. Der Fall gilt bis heute als einer der Wendepunkte in der niederländischen Debatte über Meinungsfreiheit, Integration und Islamismus.

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