Mord an Rudolph Moshammer: Münchens Modezar stirbt in seiner Villa
Am Morgen des 14. Januar 2005 fand der Chauffeur von Rudolph Moshammer den Modedesigner erwürgt in dessen Villa in Grünwald bei München auf. Der Tod des Modemachers, der in München als schillerndes Original galt, löste bundesweite Bestürzung aus und dominierte tagelang die Schlagzeilen.
Der Modemacher und Münchner Löwe
Rudolph Moshammer wurde am 27. September 1940 in München geboren und wuchs in eher bescheidenen Verhältnissen auf. Seine Mutter Else betrieb ein kleines Hutgeschäft, aus dem er später sein eigenes Modehaus in der Maximilianstraße machte, einer der teuersten Einkaufsstraßen Deutschlands. Mit auffälligen Anzügen, dunkel gefärbtem Haar und getönter Sonnenbrille wurde er weit über seine Kundschaft hinaus zu einer festen Größe des Münchner Gesellschaftslebens. Auf Empfängen, beim Oktoberfest oder beim Opernball war er ein gern gesehener und oft fotografierter Gast, gut vernetzt mit Prominenz und Politik gleichermaßen.
Sein wohl bekanntestes Markenzeichen war seine Yorkshire-Terrier-Hündin Daisy, die ihn praktisch überallhin begleitete, auch in sein eigenes Geschäft. Neben seiner Arbeit als Designer engagierte er sich zudem für soziale Zwecke in seiner Heimatstadt, etwa für Obdachlose. Sein exzentrisches öffentliches Auftreten und seine Herkunft aus einfachen Verhältnissen machten ihn zu einer in München beliebten und oft parodierten Figur.
Die Tat und der Täter
In der Nacht zum 14. Januar 2005 wurde er in seiner Villa von einem 25-jährigen irakischen Asylbewerber erwürgt, nach eigenen Angaben des Täters im Streit um Bezahlung für sexuelle Dienste. Ein ausführliches Profil zum Täter, seiner Festnahme über eine DNA-Datenbank und dem späteren Prozess ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Herisch Ali Abdullah.
Nachwirkungen
Tausende Münchner nahmen an der öffentlichen Trauerfeier für ihn teil, sein Grab auf dem Ostfriedhof wurde zu einer vielbesuchten Gedenkstätte. Bis heute gilt der Mord als einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der bayerischen Nachkriegsgeschichte, nicht zuletzt wegen der Prominenz des Opfers.
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