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Mord an Joe Orton: Ein gefeierter Dramatiker stirbt durch die Hand seines Lebensgefährten

Das Haus 25 Noel Road in Islington, London, mit Gedenktafel für Joe Orton
Wikimedia Commons / Christopher Hilton · CC BY-SA 2.0

Am Morgen des 9. August 1967 wollte ein Chauffeur den Dramatiker Joe Orton abholen, um mit ihm ein Drehbuchprojekt für die Beatles zu besprechen. Stattdessen fand er ihn erschlagen in seinem Bett in einer kleinen Wohnung in Islington, London. Der Tod des gerade 34-jährigen Autors, der zu diesem Zeitpunkt als eine der aufregendsten neuen Stimmen des britischen Theaters galt, beendete abrupt eine kometenhafte Karriere.

Der Skandalautor

Joe Orton wurde am 1. Januar 1933 in Leicester in ärmlichen Verhältnissen geboren. An der Royal Academy of Dramatic Art in London lernte er 1951 seinen späteren Lebensgefährten Kenneth Halliwell kennen, mit dem er fortan zusammenlebte und der ihn über Jahre auch literarisch förderte. Nach mageren Jahren ohne nennenswerten Erfolg, in denen beide Männer sich sogar mit dem Diebstahl und der satirischen Verfremdung von Bibliotheksbüchern eine Haftstrafe einhandelten, gelang ihm Mitte der 1960er Jahre der Durchbruch.

Mit bissigen, tabubrechenden Farcen wie „Entertaining Mr Sloane” und „Loot” etablierte er sich als einer der schärfsten Satiriker seiner Generation, dessen Stücke Sexualität, Gewalt und gesellschaftliche Doppelmoral ungeschönt auf die Bühne brachten. Kritiker verglichen seinen Stil mit dem von Oscar Wilde, nur bösartiger. Zum Zeitpunkt seines Todes arbeitete er an einem Drehbuch für die Beatles und galt als kommender Star des englischen Theaters.

Die Tat und der Täter

In der Nacht zum 9. August 1967 erschlug sein langjähriger Partner ihn mit neun Hammerschlägen auf den Kopf, aus Eifersucht über dessen wachsenden Erfolg und zahlreiche außereheliche Kontakte, wie eine Abschiedsnotiz nahelegte. Der Täter nahm sich unmittelbar danach selbst das Leben. Ein ausführliches Profil zu ihm, seinem Werdegang und den Hintergründen der Tat ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Kenneth Halliwell.

Nachwirkungen

Der Doppeltod erschütterte die britische Theaterwelt und wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach literarisch und filmisch verarbeitet, am bekanntesten in der Filmbiografie „Prick Up Your Ears” von 1987. Joe Ortons Tagebücher, postum veröffentlicht, gewährten tiefe Einblicke in das Leben und die Beziehung der beiden Männer und trugen dazu bei, dass sein Werk auch nach seinem frühen Tod im britischen Theaterkanon lebendig blieb.