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Mord an Jean-Paul Marat: Revolutionsführer stirbt in der Badewanne

Jacques-Louis Davids Gemälde „Der Tod des Marat“ von 1793, zeigt den toten Marat in seiner Badewanne
Jacques-Louis David, Königliche Museen der Schönen Künste Belgien, via Wikimedia Commons · Public Domain
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Am Abend des 13. Juli 1793 erstach die 24-jährige Charlotte Corday den Revolutionspolitiker Jean-Paul Marat in seiner medizinischen Badewanne in Paris. Der Mord an einem der einflussreichsten und radikalsten Wortführer der Französischen Revolution machte Marat umgehend zum Märtyrer der Revolution und lieferte mit Jacques-Louis Davids Gemälde „Der Tod des Marat” eines der bekanntesten Bilder der Kunstgeschichte.

Der Revolutionsjournalist

Jean-Paul Marat wurde am 24. Mai 1743 im damals preußischen Boudry (heute Schweiz) geboren und arbeitete vor der Revolution unter anderem als Arzt und naturwissenschaftlicher Autor, bevor er sich politisch radikalisierte. Ab 1789 gab er die Zeitung „L’Ami du peuple” (Der Freund des Volkes) heraus, in der er unerbittlich gegen vermeintliche Verräter der Revolution, gemäßigte Politiker und die Girondisten wetterte und wiederholt zu Gewalt gegen sie aufrief. Als führender Kopf der radikalen Jakobiner trug er maßgeblich zum Sturz der gemäßigten Girondisten-Fraktion im Sommer 1793 bei.

Marat litt an einer schweren, nässenden Hauterkrankung, die ihn zwang, einen Großteil seines Tages in einer speziellen medizinischen Badewanne zu verbringen, oft mit einem essiggetränkten Tuch um den Kopf. Auch seine journalistische und politische Arbeit erledigte er meist von dort aus, mit einem Schreibbrett über der Wanne.

Die Tat

Charlotte Corday, eine Anhängerin der von Marat verfolgten Girondisten, sah in ihm den Hauptverantwortlichen für die Verfolgung ihrer politischen Verbündeten und die Massaker der Vorjahre und wollte mit seiner Ermordung nach eigener Aussage einen drohenden Bürgerkrieg abwenden. Unter dem Vorwand, ihm Namen angeblicher Verschwörer zu nennen, verschaffte sie sich Zutritt zu seiner Wohnung und stach ihm ein Küchenmesser in die Brust, während er die Namen notierte. Marat starb binnen weniger Minuten. Ein ausführliches Profil zu Charlotte Corday, ihrer Festnahme noch am Tatort und ihrer Hinrichtung vier Tage später ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Charlotte Corday.

Nachwirkungen

Marats Tod löste in den radikalen Kreisen der Revolution Entsetzen und Wut aus und verschärfte den revolutionären Terror zusätzlich, statt ihn zu beenden, wie Corday erhofft hatte. Sein enger Weggefährte Jacques-Louis David, selbst Maler und Abgeordneter des Nationalkonvents, fertigte binnen weniger Monate das Gemälde „Der Tod des Marat” an, das den Ermordeten in seiner Wanne als stillen, beinahe heiligen Märtyrer zeigt und bis heute als eines der prägenden Bildwerke der Französischen Revolution gilt. Marats sterbliche Überreste wurden zunächst feierlich ins Panthéon überführt, nach dem Ende der jakobinischen Schreckensherrschaft 1795 jedoch wieder daraus entfernt, da sein Ruf inzwischen stark gelitten hatte.

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