← Alle Schlagzeilen
Update

Mauterndorf: Johann Gautsch nutzte eine illegale Waffe

Das österreichische Parlamentsgebäude in Wien am Abend
Thomas Wolf, via Wikimedia Commons, verkleinert · CC BY-SA 3.0 DE

Wenige Wochen nach dem Amoklauf von Mauterndorf wurde die Herkunft der eingesetzten Waffen im österreichischen Nationalrat zum politischen Thema. Parlamentsunterlagen halten fest, dass Johann Gautsch bei der Tat mindestens eine illegale Waffe verwendete.

Frühere Anzeige im Parlament genannt

In der Sitzung vom 12. Dezember 1997 erklärte der Abgeordnete Franz Lafer außerdem, Johann Gautsch sei bereits vor dem Amoklauf wegen eines Vorfalls mit seiner Waffe angezeigt worden. Der Redebeitrag enthält keine näheren Angaben zu Anlass, Ergebnis oder behördlichen Konsequenzen dieser Anzeige.

Die Aussage ist deshalb als parlamentarische Darstellung einzuordnen. Unabhängige Polizei- oder Gerichtsakten, die den früheren Vorfall genauer dokumentieren, sind in den zugänglichen Quellen nicht enthalten.

Streit über die Konsequenzen

Der Fall wurde von unterschiedlichen politischen Lagern für gegensätzliche Forderungen genutzt. Einige Parteien verlangten strengere Regeln für Erwerb und Besitz von Schusswaffen. Andere argumentierten, das bestehende Recht müsse vor allem konsequenter gegen illegalen Besitz und Handel angewandt werden.

Die zusätzlichen Angaben korrigieren vor allem den Eindruck, die im Wohnhaus gefundenen Waffen seien vollständig legal besessen worden. Sie erklären jedoch weder, wie Johann Gautsch an die illegale Waffe gelangte, noch weshalb eine frühere Anzeige die spätere Tat nicht verhinderte.

Rückblick So begann der Fall Amoklauf von Mauterndorf: Sechs Tote im Salzburger Lungau Erste Meldung lesen