Mann am Bahnhof Zoo erschossen: Täter flüchtig
Ein 30 Jahre alter Mann ist in der Nacht zum 10. August 2026 auf dem Hardenbergplatz am Berliner Bahnhof Zoologischer Garten erschossen worden. Rettungskräfte versuchten noch am Tatort, ihn wiederzubeleben. Er starb jedoch an seinen Verletzungen. Der Schütze entkam mit einem Fahrzeug und war am Montagnachmittag weiterhin flüchtig.
Streit zwischen mehreren Menschen
Nach den gemeinsamen Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft gerieten am Sonntag gegen 23:50 Uhr mehrere Menschen auf dem Hardenbergplatz in Streit. Im weiteren Verlauf gab eine Person aus der Gruppe Schüsse auf den 30-Jährigen ab. Weitere Verletzte waren nach dem ersten Ermittlungsstand nicht bekannt.
Der Hardenbergplatz liegt unmittelbar am Bahnhof Zoo und gehört zu den stark frequentierten Orten in der westlichen Berliner Innenstadt. Wegen der Spurensicherung blieb der Bereich bis zum Montagmorgen abgesperrt. Davon waren zeitweise auch Haltestellen der Berliner Verkehrsbetriebe betroffen.
Schütze floh mit einem Fahrzeug
Der Schütze entfernte sich nach der Tat mit einem Fahrzeug. Eine Beschreibung der gesuchten Person oder des Fahrzeugs veröffentlichten die Behörden zunächst nicht. Auch die Zahl der abgegebenen Schüsse blieb offen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte gegenüber dem rbb, dass diese Angabe aus ermittlungstaktischen Gründen zurückgehalten werde.
Die 1. Mordkommission des Landeskriminalamtes übernahm die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin. Die Leiche des 30-Jährigen sollte obduziert werden. Eine solche Untersuchung ist bei einem mutmaßlichen Tötungsdelikt üblich und soll unter anderem die genaue Todesursache sowie den Verlauf der Verletzungen klären.
Polizei sucht Zeugen
Die Ermittler bitten Menschen um Hinweise, die am 9. August gegen 23:50 Uhr Beobachtungen auf dem Hardenbergplatz gemacht haben. Gesucht werden außerdem Angaben zur Tat, zum Schützen und zu dessen Flucht. Die Kontaktdaten der 1. Mordkommission stehen im offiziellen Zeugenaufruf der Polizei Berlin.
Zu den Hintergründen des Streits, dem Motiv und der Beziehung zwischen dem Opfer und dem Schützen machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben. Der Tagesspiegel berichtete über einen möglichen Bezug des Getöteten zu einer polizeibekannten Großfamilie, kennzeichnete diese Information jedoch ausdrücklich als offiziell unbestätigt. Die Behörden nannten in ihrer Mitteilung keinen Clanbezug. Eine organisierte Auseinandersetzung lässt sich deshalb bislang nicht als Tatsache darstellen.
Kein bestätigter Zusammenhang mit anderen Schüssen
In den Tagen vor der Tat hatte die Berliner Polizei bereits wegen mehrerer anderer Schusswaffenvorfälle ermittelt. Ein Zusammenhang zwischen diesen Fällen und den tödlichen Schüssen am Bahnhof Zoo ist nicht bekannt.
Nach Angaben des rbb registrierte die Berliner Polizei im Jahr 2025 insgesamt 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch. Das waren 68 Prozent mehr als im Vorjahr. In mehr als 500 dieser Fälle wurden tatsächlich Schüsse abgegeben. Diese Zahlen beschreiben die allgemeine Entwicklung in Berlin, liefern aber keine Erklärung für die konkrete Tat auf dem Hardenbergplatz.