← Alle Schlagzeilen
13. September 2024
Update

Autopsie neu bewertet: Woran Kaiserin Elisabeth starb

Historische Abschrift des Autopsieberichts von Kaiserin Elisabeth
Jebulon, via Wikimedia Commons, verkleinert · CC0

Mehr als 125 Jahre nach dem Attentat auf Kaiserin Elisabeth haben Medizinhistoriker die überlieferten Befunde neu bewertet. Eine 2024 veröffentlichte Arbeit enthält erstmals eine vollständige Übersetzung des Autopsieberichts und rekonstruiert den Weg der Tatwaffe durch den Körper.

Herzverletzung führte zur Tamponade

Luigi Lucheni stach der Kaiserin am 10. September 1898 in Genf mit einer zugeschliffenen Feile in die Brust. Die kleine äußere Wunde täuschte zunächst über die Schwere der Verletzung hinweg.

Die Rekonstruktion bestätigt eine Verletzung des Herzens. Blut sammelte sich im Herzbeutel und komprimierte das Herz zunehmend. Diese Herzbeuteltamponade verhinderte schließlich, dass das Organ den Kreislauf weiter aufrechterhalten konnte.

Übersetzungsfehler hatten Befunde verunklart

Die Autoren wollten mit der vollständigen Übertragung des französischen Berichts unklare Formulierungen und frühere Übersetzungsfehler beseitigen. Eine bildliche Rekonstruktion des Stichkanals sollte außerdem widersprüchliche ältere Deutungen klären.

Eine zweite Facharbeit wertete einen zuvor kaum bekannten Brief des untersuchenden Arztes Dr. Golay aus. Sie ergänzte Einzelheiten zu den damaligen Wiederbelebungsversuchen. Die neuen Arbeiten ändern nicht die historische Todesursache, präzisieren aber, wie die unauffällige Stichverletzung innerhalb kurzer Zeit zum Tod der Kaiserin führte.

Rückblick So begann der Fall Attentat auf Kaiserin Elisabeth: „Sisi“ stirbt am Genfer Seeufer Erste Meldung lesen