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29. Januar 2020
Update

Blutfleck liefert Hinweise auf Jean-Paul Marats Hautkrankheit

Ein erhaltenes, mit Jean-Paul Marats Blut beflecktes Exemplar seiner Zeitung L’Ami du peuple
Bibliothèque nationale de France, via Wikimedia Commons, verkleinert · Public Domain

Jean-Paul Marat verbrachte wegen einer schweren Hautkrankheit viele Stunden in einer medizinischen Badewanne. Mehr als zwei Jahrhunderte nach dem Mord an Jean-Paul Marat untersuchten Forscher DNA aus einem erhaltenen Blutfleck auf einer seiner Zeitungen.

Zeitung bewahrte biologisches Material

Jean-Paul Marat hatte das Blatt kurz vor seinem Tod bearbeitet. Nach der Ermordung bewahrte seine Schwester die mit Blut befleckte Zeitung auf. Das Forschungsteam entnahm Proben aus dem Fleck und aus einem unbefleckten Bereich des Papiers, um menschliche und mikrobielle DNA vergleichen zu können.

Die Analyse bestätigte, dass die menschliche DNA von einem Mann stammte und typische Schäden historischen Erbguts aufwies. Zugleich fanden die Forscher DNA verschiedener Pilze und Bakterien.

Pilz als vorsichtige Hypothese

Besonders auffällig war Malassezia restricta. Dieser Hefepilz wird mit seborrhoischer Dermatitis in Verbindung gebracht und könnte zu Jean-Paul Marats Beschwerden gepasst haben. Möglich ist außerdem eine bakterielle Sekundärinfektion.

Die Autoren betonen jedoch die Grenzen ihrer Untersuchung. Mikroorganismen können aus der Umwelt oder durch spätere Berührungen auf das Papier gelangt sein. Da keine sterblichen Überreste Jean-Paul Marats verfügbar sind, lässt sich die Diagnose nicht sicher bestätigen. Die DNA-Analyse widerlegt mehrere ältere Vermutungen und liefert eine plausible Hypothese, aber keinen endgültigen medizinischen Befund.

Charlotte Corday tötete Jean-Paul Marat am 13. Juli 1793 in seiner Badewanne. Der Blutfleck, der bei dieser Tat entstand, wurde dadurch mehr als 200 Jahre später zu einer ungewöhnlichen medizinhistorischen Quelle.

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