Golden State Killer: Nach 42 Jahren führt DNA-Analyse zur Festnahme
Über vier Jahrzehnte lang war der sogenannte Golden State Killer einer der meistgesuchten ungeklärten Serientäter der amerikanischen Kriminalgeschichte. Am 24. April 2018 nahmen Ermittler in Sacramento, Kalifornien, den 72-jährigen Joseph James DeAngelo fest, einen früheren Polizisten, der über Jahrzehnte unentdeckt geblieben war. Möglich wurde die Festnahme durch eine damals neuartige Methode: die genetische Genealogie.
Der Fall
Zwischen 1974 und 1986 hatte der Täter in Kalifornien mindestens 13 Menschen getötet, über 50 Frauen vergewaltigt und mehr als 100 Einbrüche begangen, zunächst als „Visalia Ransacker”, dann als „East Area Rapist” und schließlich als „Original Night Stalker”. Trotz jahrzehntelanger Ermittlungen mehrerer Behörden blieb der Täter ohne Namen.
Der DNA-Durchbruch
Ermittler luden am Tatort gesichertes, bislang keinem Verdächtigen zuordenbares Erbgut in die öffentlich zugängliche Ahnenforschungsdatenbank GEDmatch hoch. Über den Abgleich mit zehn bis zwanzig entfernten Verwandten rekonstruierte ein Team um die Genealogin Barbara Rae-Venter einen Stammbaum mit rund tausend Personen, der sich durch Ausschlussverfahren nach Alter, Geschlecht und Wohnort am Ende auf einen einzigen Mann verengte. Am 18. April 2018 sicherten Ermittler unbemerkt eine DNA-Probe vom Türgriff seines Autos, eine weitere kurz darauf aus seinem Hausmüll. Beide stimmten mit dem Tatortmaterial überein.
Die Festnahme
Deputys des Sacramento County Sheriff’s Office nahmen ihn am 24. April 2018 an seinem Wohnhaus fest. Ein ausführliches Profil zu seinem Werdegang, den einzelnen Taten und dem späteren Prozess ist unter Joseph James DeAngelo im Täter-Verzeichnis zu finden.
Bedeutung des Falls
Joseph James DeAngelo war der erste öffentlich bekannt gewordene Fall, der über genetische Genealogie aufgeklärt wurde. Die Methode wurde in den Jahren danach in zahlreichen weiteren jahrzehntealten amerikanischen Altfällen angewendet, etwa bei den Colonial-Parkway-Morden, löste zugleich aber eine bis heute andauernde Debatte über den Datenschutz in öffentlich zugänglichen DNA-Datenbanken aus.
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