Ernst August Wagner starb 1938 in der Psychiatrie
Nach der Blutnacht von Mühlhausen wurde Ernst August Wagner nicht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stellte das Verfahren wegen Schuldunfähigkeit ein. Am 4. Februar 1914 kam er in die Heilanstalt Winnental, in der er den Rest seines Lebens verbrachte.
Vom Lehrer zum selbsternannten Dramatiker
In der geschlossenen Abteilung schrieb Ernst August Wagner mehrere Dramen. Die Stücke beschäftigten sich wiederholt mit Wahnvorstellungen, zugleich hielt sich der Patient selbst für einen bedeutenden Dichter. Er versuchte unter anderem, ein Werk beim Nationaltheater Mannheim unterzubringen.
Ernst August Wagner führte außerdem eine umfangreiche Korrespondenz. Zu einer Entlassung aus der Anstalt kam es nicht.
Tod nach 24 Jahren Unterbringung
Ernst August Wagner starb am 27. April 1938 in Winnental an Lungentuberkulose. Damit dauerte seine psychiatrische Unterbringung mehr als 24 Jahre.
Der weitere Lebensweg ergänzt die bisherige Darstellung, die mit der Einweisung und der Bedeutung des Falls für die forensische Psychiatrie endete. Die zahlreichen Texte aus der Anstalt sind heute Teil der archivalischen Überlieferung zu einem der frühesten dokumentierten deutschen Amokläufe.
Rückblick So begann der Fall Blutnacht von Mühlhausen: Ernst August Wagner tötet 14 Menschen Erste Meldung lesen