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09. Januar 2024

Nach fast 40 Jahren: Ermittler identifizieren Täter der Colonial-Parkway-Morde

Der Colonial Parkway bei Yorktown, Virginia, ein Streckenabschnitt der Mordserie aus den 1980er Jahren
Ser Amantio di Nicolao, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
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Fast 40 Jahre lang galten die sogenannten Colonial-Parkway-Morde in Virginia als eines der bekanntesten ungeklärten Verbrechen der USA. Im Januar 2024 gaben die Virginia State Police und das FBI bekannt, den Täter identifiziert zu haben: einen Fischer aus der Region, der bereits 2017 gestorben war, ohne je als Verdächtiger aufgefallen zu sein.

Was war passiert

Zwischen 1986 und 1989 wurden entlang des Colonial Parkway, einer Panoramastraße zwischen Williamsburg, Jamestown und Yorktown, mehrere junge Paare ermordet oder spurlos verschwunden aufgefunden. Trotz jahrzehntelanger Ermittlungen und wiederholter DNA-Untersuchungen blieb der Fall ohne heiße Spur.

Der Durchbruch durch genetische Genealogie

Als der mutmaßliche Täter 2017 im Alter von 63 Jahren starb, wurde routinemäßig eine DNA-Probe von ihm genommen, ohne dass zu diesem Zeitpunkt ein Zusammenhang mit den Morden bestand. Jahre später glichen Ermittler dieses Erbgut mithilfe genetischer Genealogie, also dem Abgleich mit öffentlich zugänglichen Ahnenforschungsdatenbanken, erneut ab. Ein 2023 erstelltes forensisches Gutachten bestätigte schließlich eine zweifelsfreie Übereinstimmung mit Spurenmaterial von mehreren Tatorten.

Die Bekanntgabe

Im Januar 2024 nannten Virginia State Police und FBI den Mann offiziell als Täter von sechs der ursprünglich sieben der Serie zugerechneten Fälle. Bemerkenswert: Der Mann hatte in den 1980er Jahren sogar einen FBI-Lügendetektortest als vermeintlicher Zeuge bestanden, seine DNA wurde damals jedoch nicht in die nationale Datenbank CODIS aufgenommen, ein Umstand, den Kritiker im Nachhinein als entscheidende Verzögerung werten. Ein ausführliches Profil zu seinem Werdegang und den einzelnen Taten ist unter Alan Wade Wilmer im Täter-Verzeichnis zu finden.

Was weiterhin offen bleibt

Nicht alle Fälle der ursprünglichen Serie gelten als aufgeklärt. Das Verschwinden von Cassandra Hailey und Keith Call 1988, deren Leichen nie gefunden wurden, sowie zwei weitere Einzelfälle bleiben trotz des mutmaßlichen Zusammenhangs offiziell nicht zweifelsfrei zugeordnet. Angehörige und Ermittler nutzten die Bekanntgabe dennoch, um für eine verpflichtende postmortale DNA-Erfassung bei ungeklärten Todesfällen zu werben, nach dem Vorbild dieses Falls.

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