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24. September 2020

Claremont-Morde: Urteil nach 24 Jahren einer der bekanntesten Cold Cases Australiens

Der Supreme Court of Western Australia in Perth, an dem der Prozess gegen Bradley Robert Edwards verhandelt wurde
eGuide Travel, via Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Fast 24 Jahre lang galten die Claremont-Morde als einer der bekanntesten ungeklärten Kriminalfälle Australiens. Am 24. September 2020 sprach der Oberste Gerichtshof von Westaustralien in Perth den Angeklagten Bradley Robert Edwards nach einem siebenmonatigen, ohne Geschworene geführten Prozess des Mordes an zwei der drei mutmaßlichen Opfer schuldig.

Der Fall

Zwischen Januar 1996 und März 1997 waren im Ausgehviertel Claremont drei junge Frauen nach durchzechten Nächten verschwunden: Sarah Spiers, Jane Rimmer und Ciara Glennon. Zwei von ihnen wurden tot in Buschland außerhalb der Stadt gefunden, Spiers gilt bis heute als vermisst. Die eigens eingerichtete Sonderkommission „Macro” beschäftigte über die gesamte Ermittlungsdauer mehr als 100 Beamte, ohne dass sich über Jahre eine tragfähige Spur ergab.

Der DNA-Beweis

Den entscheidenden Hinweis lieferten unter Ciara Glennons Fingernägeln gesicherte DNA-Spuren, die 2016 mit dem Telstra-Techniker Bradley Robert Edwards abgeglichen werden konnten, zusätzlich stimmten Fasern eines gestohlenen Kimonos von einem früheren Tatort mit Fasern aus seinem damaligen Firmenfahrzeug überein. Er wurde am 22. Dezember 2016 festgenommen.

Das Urteil

Das Gericht sprach Bradley Robert Edwards des Mordes an Jane Rimmer und Ciara Glennon schuldig, vom Vorwurf des Mordes an Sarah Spiers wurde er mangels ausreichender Beweise freigesprochen, wenngleich der zuständige Richter eine Beteiligung für „wahrscheinlicher als nicht” hielt. Am 23. Dezember 2020 verurteilte ihn das Gericht zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungsdauer von 40 Jahren. Ein ausführliches Profil zu seinem Werdegang, den einzelnen Taten und früheren Übergriffen ist unter Bradley Robert Edwards im Täter-Verzeichnis zu finden.

Was offen bleibt

Das Schicksal von Sarah Spiers bleibt trotz der Verurteilung ihres mutmaßlichen Mörders für zwei andere Taten offiziell ungeklärt, ihre sterblichen Überreste wurden nie gefunden. Ihre Familie forderte nach dem Urteil erneut, die Suche nach ihrem Leichnam fortzusetzen.