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Zuger Attentat: Amokläufer erschießt 14 Politiker im Kantonsratssaal

Die Altstadt von Zug am Zugersee in der blauen Stunde
Roy Egloff, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Am Morgen des 27. September 2001 betrat der 57-jährige Friedrich Leibacher in einer selbst gefertigten, polizeiähnlichen Uniform das Regierungsgebäude in Zug und erschoss im Kantonsratssaal 14 Politiker, bevor er sich selbst das Leben nahm. Das sogenannte Zuger Attentat dauerte nur rund zweieinhalb Minuten und gilt bis heute als schwerster Gewaltakt gegen ein Parlament in der Schweizer Geschichte.

Die Tat

Im Foyer des Regierungsgebäudes erschoss er zunächst ein Ratsmitglied, anschließend drang er in den Kantonsratssaal ein, in dem gerade eine Sitzung stattfand. Innerhalb weniger Sekunden feuerte er rund sechzig Schüsse aus einem Selbstladegewehr ab. Getötet wurden drei Mitglieder des Regierungsrats sowie elf Mitglieder des Kantonsrats, rund 15 bis 18 weitere Personen wurden verletzt. Anschließend zündete er einen mit Sprengstoff gefüllten Behälter und erschoss sich selbst.

Der Täter und sein Motiv

Friedrich Leibacher hatte sich seit Jahren erfolglos bei Zuger Behörden über eine aus seiner Sicht ungerechte Behandlung in einer Verkehrsangelegenheit beschwert und sah sich als Opfer einer Verschwörung von Behörden und Parlament. In einem Abschiedsbrief mit dem Titel „Tag des Zornes für die Zuger Mafia” beschrieb er seine Tat als Racheakt. Ein ausführliches Profil zu seinem Werdegang ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Friedrich Leibacher.

Nachwirkungen

Das Attentat löste in der gesamten Schweiz eine Debatte über den Schutz von Parlamentsgebäuden aus. Zahlreiche Kantone führten in der Folge strengere Zutrittskontrollen für Besucher und Sicherheitsausweise für Parlamentsmitglieder ein, auf Bundesebene wurde eine eigene Sicherheitsabteilung für Parlamentsgebäude eingerichtet.