Anschlag auf Koninginnedag 2009: Sieben Tote bei Attentat auf niederländisches Königshaus in Apeldoorn
Am Vormittag des 30. April 2009, dem damaligen niederländischen Königinnentag, raste ein Mann mit seinem Auto in Apeldoorn in eine Menschenmenge, die am Straßenrand auf den offenen Bus der Königsfamilie wartete. Sieben Zuschauer starben, elf weitere wurden verletzt, es zählt bis heute zu den schwersten Angriffen auf das niederländische Königshaus in der jüngeren Geschichte.
Der Tathergang
Gegen 11.50 Uhr durchbrach ein schwarzer Suzuki Swift die Absperrungen an der Kreuzung Jachtlaan/Loolaan und lenkte mit hoher Geschwindigkeit auf die Zuschauermenge zu, die den Bus mit Königin Beatrix und weiteren Mitgliedern der Königsfamilie erwartete. Der Wagen erfasste mehrere Menschen und prallte schließlich gegen das Denkmal „De Naald”, einen Obelisken aus dem Jahr 1901 zu Ehren der früheren Königin Wilhelmina. Der Bus mit der Königsfamilie befand sich nur wenige Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite, sie blieb selbst unverletzt, wurde aber unmittelbare Augenzeugin des Geschehens und wurde zur eigenen Sicherheit ins nahe gelegene Schloss Het Loo gebracht.
Die Opfer
Unter den Todesopfern waren die 71-jährige Tänzerin Wilfrido Plantijn, die 50-jährige Netty Martens aus Zutphen, der Busfahrer John Veldhuizen, José van den Berg und Addy Teunissen aus Apeldoorn sowie der Wachtmeister der Königlichen Marechaussee, Roel Nijenhuis. Eine weitere Frau erlag am 8. Mai 2009 ihren Verletzungen. Elf Menschen überlebten mit teils schweren Verletzungen.
Der Täter
Verantwortlich war der 38-jährige Karst Tates aus dem nahen Huissen, ein Mann ohne Vorstrafen, der laut seinem Umfeld als freundlich und unauffällig galt. Er selbst wurde bei dem Aufprall schwer verletzt und erlag in der Nacht auf den 1. Mai 2009 im Krankenhaus einer Hirnblutung, bevor ihm der Prozess gemacht werden konnte. Ein anwesender Polizist berichtete später, er habe geäußert, die Königsfamilie treffen zu wollen, weil er den damaligen Kronprinzen für einen Rassisten und Faschisten halte, seine Eltern widersprachen dieser Darstellung. Das genaue Motiv blieb letztlich ungeklärt. Mehr zu seiner Person und seinem Werdegang im Täterprofil Karst Tates.
Folgen
Da der Täter noch vor einer möglichen Anklage starb, kam es nie zu einem Prozess, obwohl ihm nach niederländischem Recht eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Bewährung gedroht hätte. In Apeldoorn erinnert seit 2010 ein eigens errichtetes Denkmal mit blauen und weißen Glaskugeln an die sieben Todesopfer. Der Anschlag löste in den Niederlanden eine breite Debatte über die Sicherheit der Königsfamilie bei öffentlichen Auftritten aus und führte zu strengeren Sicherheitsvorkehrungen bei künftigen Koninginnedag-Feiern.
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