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Amoklauf von Tours: Vier Tote bei wahllosen Schüssen im Stadtzentrum

Das Rathaus von Tours mit Straßenbahn im Vordergrund, im Zentrum des Gebiets, in dem sich der Amoklauf 2001 ereignete
Jules78120, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Am Vormittag des 29. Oktober 2001 lief ein bewaffneter Mann rund 30 Minuten lang durch einen etwa 300 Meter großen Umkreis um das Rathaus im Zentrum der französischen Stadt Tours und schoss dabei wahllos auf Passanten und Autofahrer. Vier Menschen starben, sieben weitere wurden verletzt, darunter drei Polizisten und ein Gendarm.

Der Tathergang

Der Täter, ein Eisenbahner und Sportschütze, war zuvor mit seinem Sohn in Streit geraten. Anschließend bewaffnete er sich mit einem Kleinkalibergewehr und eröffnete auf offener Straße das Feuer. Unter den vier Todesopfern waren Männer im Alter von 33 bis 66 Jahren, die dem Schützen rein zufällig begegneten. Die Polizei stellte ihn nach rund zweistündiger Belagerung in einer Tiefgarage zwischen Bahnhof und Kongresszentrum, wobei er durch einen Schuss in die Brust verletzt wurde.

Der Täter

Ein ausführliches Profil zum Täter, seinem Werdegang und dem späteren Prozess ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Jean-Pierre Roux-Durraffourt.

Einordnung

Der Amoklauf von Tours zählt zu den schwersten wahllosen Gewalttaten im öffentlichen Raum in Frankreich seit den 1990er Jahren und löste eine Debatte über den Zugang von Sportschützen zu Schusswaffen aus. Der Täter wurde 2005 zur damaligen Höchststrafe des französischen Strafrechts verurteilt, lebenslanger Haft mit einer Sicherungsverwahrung von 22 Jahren.