Amoklauf von Romanshorn: Sieben Tote in einer Bodensee-Hafenstadt
Am Abend des 30. August 1912 eröffnete ein 25-jähriger Mann vom Fenster seiner Wohnung im zweiten Stock aus das Feuer auf Passanten in der Hafenstadt Romanshorn am Bodensee. Bis zur folgenden Nacht tötete er sieben Menschen und verletzte mehrere weitere, bevor er in einen nahen Wald floh und erst am Tag darauf von der Polizei gefasst wurde. Der Amoklauf zählt zu den schwersten Gewalttaten in der Schweizer Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts.
Der Tathergang
Der Täter war wenige Tage zuvor wegen psychischer Auffälligkeiten aus dem Militärdienst entlassen worden. Als am Abend Polizisten erschienen, um ihn festzunehmen, verbarrikadierte er sich in seiner Wohnung und schoss von dort aus auf Menschen auf der Straße. Die Schießerei und die anschließende Belagerung des Hauses zogen sich bis in die späte Nacht hin, unter den Verletzten waren auch ein Polizist und der Leiter des örtlichen Gaswerks. Rund 100 Personen durchsuchten mit Spürhunden die Umgebung, bis der Täter am folgenden Abend auf einer Wiese nahe dem Schützenplatz aufgespürt und überwältigt wurde.
Der Täter
Ein ausführliches Profil zum Täter, seiner Vorgeschichte und dem späteren Gerichtsverfahren ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Hermann Schwarz.
Nachwirkungen
Die Carnegie-Stiftung für Heldentum zeichnete mehrere Personen aus, die bei der Festnahme und der Versorgung der Verletzten geholfen hatten, und richtete einen Unterstützungsfonds für die Opfer ein. Der Amoklauf blieb über Jahrzehnte im kollektiven Gedächtnis der Bodenseeregion verankert und gilt bis heute als eine der folgenreichsten Einzeltaten in der Geschichte des Kantons Thurgau.