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Amoklauf in Mailand: Drei Tote in zehn Tagen durch einen selbsternannten „Seelenretter“

Dachdetail des Mailänder Doms, Wahrzeichen der Stadt, in der sich der Amoklauf 1997 ereignete
Einstein2 / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
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Innerhalb von nur zehn Tagen erschütterte im März 1997 eine Serie brutaler Angriffe die norditalienische Metropole Mailand. Ein obdachloser Mann tötete drei wildfremde Menschen mit einem Hammer und versuchte, eine vierte Frau vor eine einfahrende U-Bahn zu stoßen. Sein Motiv war weder Raub noch Rache: Er glaubte, eine göttliche Stimme habe ihm aufgetragen, die Seelen seiner Opfer zu erlösen.

Der Tathergang

Am 12. März 1997 stieß der Täter eine vierzigjährige Frau in der Mailänder U-Bahn-Station Sondrio auf die Gleise, sie überlebte schwer verletzt. Neun Tage später, am 21. März, erschlug er im Stadtteil Città Studi eine zweiundfünfzigjährige Frau, mit der er zeitweise zusammengelebt hatte, mit einem Hammer. In derselben Nacht tötete er auf die gleiche Weise einen achtundfünfzigjährigen Bekannten am Viale Monza. Nur einen Tag später erschlug er im Süden der Stadt einen weiteren, ihm flüchtig bekannten Mann. Am 23. März 1997 erkannte eine Passantin, die er zuvor überfallen hatte, den Täter anhand veröffentlichter Fahndungsfotos und alarmierte die Polizei, die ihn wenig später festnahm.

Der Täter

Ein ausführliches Profil zum Täter, seiner Herkunft und dem späteren psychiatrischen Gutachten ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Gaspare Zinnanti.

Einordnung

Ein Gericht erklärte den Täter 1998 wegen einer schweren, akuten Schizophrenie für schuldunfähig und ordnete seine unbefristete Unterbringung in einer forensisch-psychiatrischen Klinik an. Der Fall gilt in Italien bis heute als Beispiel für einen sogenannten Missionsmörder, dessen wahnhafte Überzeugung, Gutes zu tun, in wahllose tödliche Gewalt an eigentlich unbeteiligten Menschen umschlug.

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