Amoklauf von Lüttich: Sechs Tote durch Granaten und Schüsse
Am Mittag des 13. Dezember 2011 warf ein Mann auf dem zentralen Platz Place Saint-Lambert in Lüttich mehrere Handgranaten in eine Menschenmenge an einer Bushaltestelle und schoss anschließend mit einem Sturmgewehr um sich. Sechs Menschen starben, darunter ein 17 Monate altes Kleinkind, rund 124 weitere wurden verletzt.
Der Tathergang
Bevor der Täter den belebten Platz erreichte, hatte er bereits eine 45-jährige Nachbarin in seiner Wohnung erschossen. Auf dem Platz warf er drei Handgranaten in Richtung der wartenden Passanten und eröffnete gleichzeitig das Feuer mit einem Sturmgewehr des Typs FN FAL. Unter den Todesopfern waren neben dem Kleinkind auch zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren sowie eine 75-jährige Frau, die zwei Tage später ihren Verletzungen erlag. Der Täter erschoss sich anschließend selbst.
Der Täter
Ein ausführliches Profil zum Täter, seiner Vorgeschichte und den Ermittlungen nach der Tat ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Nordine Amrani.
Einordnung
Der Anschlag von Lüttich zählt zu den folgenreichsten Amokläufen in der belgischen Geschichte. Er löste eine öffentliche Debatte darüber aus, wie ein mehrfach vorbestrafter, gerade erst auf Bewährung entlassener Mann so leicht an Kriegswaffen und Handgranaten gelangen konnte. Angehörige der Opfer verklagten in der Folge den belgischen Staat wegen mutmaßlicher Versäumnisse bei der Überwachung des Täters.
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