48 Stunden Terror: Der Amoklauf von London und Sussex
Er trug eine Hockeymaske wie der Filmkiller aus „Freitag, der 13.” und wollte für einen Tag zum berühmtesten Serienmörder des Landes werden. Innerhalb von nur 48 Stunden im September 2004 zog ein 24-jähriger Mann durch London und die südenglische Grafschaft Sussex, tötete vier wehrlose Menschen und verletzte zwei weitere schwer.
Die Taten
Am 15. September 2004 griff er in Portsmouth zunächst einen 61-jährigen Mann an, der Angriff wurde abgewehrt. Am Nachmittag desselben Tages erstach er in Hove die 76-jährige Marie Harding. In der Nacht zum 17. September folgten in Nordlondon drei weitere Taten innerhalb weniger Stunden: Er erstach den 46-jährigen Kevin Molloy in Tottenham, versuchte vergeblich, in die Wohnung eines weiteren Mannes einzubrechen, und tötete schließlich in Highgate das ältere Ehepaar Derek und Jean Robinson in dessen eigenem Haus.
Verhaftung und Prozess
Ein Handwerker beobachtete, wie der Täter nackt und blutüberströmt aus dem Haus des ermordeten Ehepaars lief, und alarmierte die Polizei. Noch am selben Mittag nahmen Beamte ihn an der Londoner U-Bahn-Station Tottenham Court Road fest. Vor dem Old Bailey versuchte die Verteidigung 2006 vergeblich, ihn für schuldunfähig erklären zu lassen. Die Geschworenen benötigten nur gut eine Stunde für den Schuldspruch in allen vier Mordfällen, die Richterin verhängte sechs lebenslange Freiheitsstrafen ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung.
Der Täter
Ein ausführliches Profil zu Werdegang, psychiatrischer Vorgeschichte und dem weiteren Schicksal des Täters ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Daniel Gonzalez.
Nachwirkungen
Der Fall entfachte in Großbritannien eine intensive Debatte darüber, wie das Gesundheitssystem mit jungen Menschen umgeht, die trotz erkennbarer schwerer psychischer Erkrankung durch das Raster fallen. Die Mutter des Täters hatte sich bereits Jahre vor den Morden schriftlich an ihren Abgeordneten gewandt und um Hilfe für ihren Sohn gebeten, ohne Erfolg. Der Täter selbst nahm sich 2007 in der psychiatrischen Hochsicherheitsklinik Broadmoor das Leben.