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Der Dandy-Mörder: Amoklauf eines Lebemanns in Madrid

Die Calle de Lope de Rueda in Madrid, unweit eines der Tatorte von 1958
Asqueladd / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Ein Ring, verkauft an die falschen Leute, wurde 1958 zum Auslöser eines der aufsehenerregendsten Verbrechen im Spanien der Franco-Zeit. Zwischen dem 19. und dem 21. Juli erschoss und erstach der 35-jährige José María Jarabo in Madrid vier Menschen, darunter eine schwangere Frau. Der Fall erschütterte die Stadt nicht nur wegen der Brutalität, sondern auch, weil der Täter aus besten Kreisen stammte.

Ein Mann aus gutem Hause

Er kam aus einer wohlhabenden Madrider Familie mit besten Verbindungen bis in die Regierung, sein Onkel wurde später Justizminister unter Franco. Trotz teurer Anzüge und großer Namen lebte er finanziell am Abgrund, gezeichnet von Spielschulden und einem Vorstrafenregister aus seiner Zeit in den USA. Als seine Freundin einen zuvor von ihm verkauften Ring zurückverlangte, entschied er sich, statt ihn zurückzukaufen, die beiden Käufer zu töten.

Drei Tage, vier Tote

Am 19. Juli erstach er die Hausangestellte Paulina Ramos Serrano und erschoss anschließend Emilio Fernández sowie die hochschwangere Amparo Alonso, die zufällig hinzukam. Zwei Tage später erschoss er sein zweites Ziel, Félix López Robledo, in dessen Wohnung. Ein blutbefleckter Anzug, den er zur Reinigung brachte, führte die Polizei rasch auf seine Spur. Die ausführliche Vorgeschichte, der Prozess und die Hinrichtung sind im Täter-Verzeichnis nachzulesen: José María Jarabo.

Nachwirkungen

Ganz Madrid verfolgte die Ermittlungen wie einen Boulevardroman, die Franco-Presse nutzte den Fall als Warnung vor einer dekadenten Halbwelt aus Glücksspiel und losen Sitten. José María Jarabo wurde am 4. Juli 1959 mit der Garrote vil hingerichtet. Der „Dandy-Mörder” blieb noch jahrzehntelang Stoff für Reportagen über die dunklen Seiten des Franco-Spaniens.