Rassistischer Amoklauf in Florenz: Zwei Straßenhändler erschossen
Am Mittag des 13. Dezember 2011 eröffnete ein 50 Jahre alter Rechtsextremist auf der Piazza Dalmazia im Norden von Florenz das Feuer auf senegalesische Straßenhändler und tötete einen von ihnen. Wenig später erschoss er auf dem Markt von San Lorenzo im Stadtzentrum einen zweiten Straßenhändler und verletzte drei weitere Männer schwer, bevor er sich bei seiner Festnahme selbst tötete.
Der Tathergang
Gegen 12:30 Uhr schoss der Täter mit einem Revolver vom Kaliber .357 Magnum auf der Piazza Dalmazia auf mehrere senegalesische Straßenhändler und tötete den 40 Jahre alten Samb Modou. Anschließend fuhr er zum Markt von San Lorenzo, wo er den 54 Jahre alten Diop Mor erschoss. Der 37 Jahre alte Moustapha Dieng wurde schwer am Rücken und am Hals verletzt und sitzt seither im Rollstuhl, zwei weitere Männer erlitten ebenfalls Schussverletzungen. Als sich die Polizei dem Täter in einem Parkhaus näherte, erschoss er sich selbst.
Rassistisches Motiv
Die Ermittler stuften die Tat als rassistisch motiviertes Hassverbrechen ein. Der Täter war seit Jahren in der rechtsextremen Szene aktiv und vertrat Holocaustleugnung sowie antisemitische Verschwörungstheorien. Ein ausführliches Profil zu seiner Herkunft und seinem politischen Hintergrund ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Gianluca Casseri.
Nachwirkungen
Die Schießerei von Florenz löste landesweite Proteste gegen Rassismus und Rechtsextremismus aus. 2013 erhielten die überlebenden Verletzten die italienische Staatsbürgerschaft. Der Fall gilt bis heute als eines der schwersten rassistisch motivierten Gewaltverbrechen im Italien der Nachkriegszeit.