← Alle Schlagzeilen
21. August 2026

Schwertangriff auf Schule in Fagersta: Schülerin getötet, mehrere Jugendliche verletzt

Der Fluss Kolbäcksån mit der Västanfors-Kirche im Hintergrund in Fagersta, Schweden
Axel Pettersson (Haxpett), via Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Am Nachmittag des 21. August 2026 drang ein bewaffneter Mann in die Brinellskolan ein, eine gymnasiale weiterführende Schule mit rund 500 Schülern in Fagersta, einer Kleinstadt in der mittelschwedischen Provinz Västmanland rund 170 Kilometer nordwestlich von Stockholm. Bei dem Angriff wurde eine 17-jährige Schülerin getötet, mehrere weitere Jugendliche wurden verletzt. Die Polizei nahm nur zehn Minuten nach dem ersten Notruf einen 18-jährigen Tatverdächtigen fest.

Der Angriff

Um 14.06 Uhr ging bei der Polizei ein Notruf über eine laufende Gewalttat mit Todesfolge ein. Bereits um 14.16 Uhr meldete die erste eingetroffene Streife, der Angreifer sei gestoppt worden: Beamte schossen ihm ins Bein und nahmen ihn fest. Nach ersten, noch unklaren Berichten war zunächst von einer Machete die Rede, nach überwiegendem Kenntnisstand handelte es sich jedoch um ein Schwert. Der Angreifer soll bei der Tat zudem einen Helm getragen haben.

Die Opfer

Getötet wurde eine 17-jährige Schülerin, deren Tod die Familie gegenüber der Lokalzeitung Fagersta-Posten bestätigte. Zwei weitere Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren wurden schwer, aber stabil verletzt, einer von ihnen musste notoperiert werden. Ein dritter Junge erlitt leichte Verletzungen und konnte das Krankenhaus noch am selben Tag wieder verlassen.

Der Tatverdächtige

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 18-jährigen Mann, der die Brinellskolan früher selbst besucht hatte. Er war laut Aftonbladet bereits wegen Körperverletzung vorbestraft und soll eine Vorgeschichte psychischer Erkrankung haben. Staatsanwältin Ann-Sofie Trossing ermittelt wegen des Verdachts auf Mord und versuchten Mord, der Mann befindet sich in Gewahrsam. Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt für ihn die Unschuldsvermutung. Nach einem weiteren Verdächtigen wird nicht gefahndet, die Polizei durchsuchte aber zwei mit ihm verknüpfte Adressen. Der Fernsehsender SVT berichtete, die Ermittler prüften zudem ein TikTok-Konto, auf dem vor der Tat gewaltverherrlichende Inhalte sowie das Foto eines Schwertes gepostet worden sein sollen. Ein Motiv ist bislang nicht bekannt.

Reaktionen

Die Kommune Fagersta richtete in der Sporthalle Risbrohallen ein Krisenzentrum für Angehörige und Betroffene ein, vor der Schule entstand eine Gedenkstelle mit Kerzen. König Carl XVI. Gustaf äußerte sich „mit Bestürzung und Trauer” und erinnerte dabei an den Amoklauf von Örebro im Februar 2025, bei dem elf Menschen getötet wurden, den bislang schwersten Schulanschlag in der Geschichte Schwedens. Auch Ministerpräsident Ulf Kristersson, Justizminister Gunnar Strömmer und Oppositionsführerin Magdalena Andersson äußerten sich betroffen zu der Tat.