Amoklauf von Eppstein-Vockenhausen: Fünf Tote an hessischer Schule
Am Vormittag des 3. Juni 1983 betrat ein 34-jähriger Mann bewaffnet mit zwei Pistolen die Freiherr-vom-Stein-Schule im Eppsteiner Ortsteil Vockenhausen im Main-Taunus-Kreis und erschoss fünf Menschen, bevor er sich selbst tötete. Der Amoklauf zählt zu den frühesten und am wenigsten bekannten Schul-Amokläufen in der Geschichte der Bundesrepublik.
Der Tathergang
Gegen 10.45 Uhr eröffnete der Täter in einem Klassenzimmer der sechsten Jahrgangsstufe das Feuer auf den Englischlehrer Franz-Adolf Gehlhaar und schoss anschließend auf die Schüler. Der Lehrer wurde von acht Schüssen getroffen, überlebte aber schwer verletzt. Der aus einem Nachbarraum herbeieilende Schulleiter Hans-Peter Schmitt wurde tödlich getroffen. Ein Polizeibeamter, der zu diesem Zeitpunkt auf dem Schulhof eine Verkehrserziehungsstunde abhielt, stellte sich dem Täter unbewaffnet entgegen und wurde ebenfalls erschossen. Insgesamt starben zwei zwölfjährige Schülerinnen, ein elfjähriger Schüler, der Schulleiter und der Polizist. 14 weitere Menschen wurden verletzt, mehrere davon schwer. Als die Polizei eintraf, verschanzte sich der Schütze in einem Klassenzimmer und richtete sich dort selbst.
Der Täter
Ein ausführliches Profil zum Täter, seiner Herkunft und den Hintergründen der bis heute ungeklärten Motivlage ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Karel Charva.
Einordnung
Anders als spätere, öffentlich weitaus präsentere Schulamokläufe wie der von Erfurt 2002 oder Winnenden 2009 blieb der Fall Eppstein-Vockenhausen im kollektiven Gedächtnis vergleichsweise wenig verankert, obwohl er zu den schwersten Gewalttaten an einer westdeutschen Schule zählt. Eine Erklärung für die Tat konnte die Polizei trotz umfangreicher Ermittlungen nie liefern.
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