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Amoklauf im East House: Drei Tote bei Kneipenschießerei in Sheffield

Das Broadmoor Hospital in Crowthorne, Berkshire, in das Mohamed Ismail nach der Tat eingewiesen wurde
Andrew Smith / Geograph Britain and Ireland / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0

Kurz vor Mitternacht am 1. Januar 1960 sitzen die Gäste des East House, einer Kneipe an der Spital Hill im englischen Sheffield, bei einem gemeinsamen Silvesterlied um ein Klavier. Ein Mann beteiligt sich nicht am Gesang. Er zieht einen Revolver und schießt alle sechs Kugeln in die Menge. Drei Menschen sterben, zwei weitere werden schwer verletzt, bei einem Fest, das eigentlich das neue Jahr einläuten sollte.

Der Tathergang

Wegen des Feiertags hatte das East House im Sheffielder Stadtteil Burngreave eine verlängerte Ausschanklizenz. Gegen 22:45 Uhr eröffnete der zuvor unauffällige, arbeitslose Hilfsarbeiter das Feuer auf die feiernden Gäste. Der 22 Jahre alte Stahlarbeiter Michael McFarlane starb noch am Tatort, der Soldat Thomas Owen und George Frederick Morris erlagen kurz darauf ihren Verletzungen im Krankenhaus. Michaels Bruder Donald McFarlane erlitt einen Kopfschuss mit bleibenden Folgen, ein weiterer Gast eine schwere Verletzung am Handgelenk. Nach der Tat verschanzte sich der Schütze in der Herrentoilette des Lokals, bis ihn zwei unbewaffnete Streifenpolizisten überwältigten.

Ein Amoklauf mit dem Ziel der eigenen Hinrichtung

Was die Tat von den meisten Amokläufen unterscheidet, ist das Motiv: Der Täter wollte sterben, glaubte aber, ihm sei die Selbsttötung durch seinen Glauben verboten. Er plante die Schießerei gezielt in der Hoffnung, ein britisches Gericht werde ihn zum Tode verurteilen und die Hinrichtung an seiner Stelle vollstrecken. Stattdessen erklärten ihn die Sheffield Assizes im Februar 1960 für schuldunfähig und wiesen ihn in die Hochsicherheitspsychiatrie Broadmoor ein. Ein ausführliches Profil zu Werdegang, Festnahme und dem weiteren Schicksal des Täters ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Mohamed Ismail.

Nachwirkungen

Der Fall blieb in Sheffield über Jahrzehnte in Erinnerung. Erst 2023, mehr als 60 Jahre nach der Tat, erhielten die beiden Polizisten, die den bewaffneten Täter unbewaffnet überwältigt hatten, posthum Tapferkeitsauszeichnungen der South Yorkshire Police Federation.