Amoklauf von Camblesforth und Strensall: Vier Tote in einer Woche
Innerhalb einer einzigen Woche im Juli 2004 tötete ein Mann aus Wakefield vier Menschen in zwei Dörfern in North Yorkshire: erst seine eigene Freundin, dann deren Zwillingsschwester und schließlich ein älteres Ehepaar, das mit dem eigentlichen Streit gar nichts zu tun hatte. Die anschließende Fahndung zählte zu den größten, die die Region seit Jahren gesehen hatte.
Der Tathergang
Am 11. Juli 2004 erschlug und erwürgte der Täter seine Freundin Claire Sanderson, 27, in der gemeinsamen Wohnung in Camblesforth. Eine Woche später, am 17. Juli, lockte er mit einer erfundenen Krankheitsgeschichte Claires Zwillingsschwester Diane Sanderson in dieselbe Wohnung, wo er sie folterte, vergewaltigte und tötete. Am Tag darauf suchte er das ältere Ehepaar James und Joan Britton in deren Haus im knapp 40 Kilometer entfernten Dorf Strensall bei York auf und erschlug beziehungsweise erstach beide.
Die Fahndung
Mehr als 500 Polizeibeamte aus zwölf verschiedenen Diensten durchkämmten acht Tage lang die Region. Am 25. Juli 2004 erkannte ein Tankwart an einer Tankstelle im Dorf Shipton-by-Beningbrough den gesuchten Mann wieder, der sich zwischen einem Dornenbusch und einer Klärgrube versteckt hatte. Bei seiner Festnahme gab er unaufgefordert zu, ein Mörder zu sein.
Der Täter
Ein ausführliches Profil zum Täter, seinem Werdegang und dem weiteren Verlauf des Falls ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Mark Hobson.
Einordnung
Der Fall zeigt, wie sich eine zunächst auf eine einzelne Beziehung begrenzte Gewalttat innerhalb weniger Tage zu einer Mordserie an eigentlich unbeteiligten Menschen ausweiten kann. Weil die vier Taten ohne echte Abkühlphase an verschiedenen Orten verübt wurden, gilt der Fall in Großbritannien bis heute als Lehrbuchbeispiel für einen sogenannten Spree-Mord.