Amoklauf in der Bretagne: Sieben Tote binnen drei Stunden
Am Morgen des 19. Juni 1985 fuhr ein 41-jähriger ehemaliger Lehrer mit einem Kleinkalibergewehr durch mehrere Dörfer der Departements Ille-et-Vilaine und Côtes-d’Armor in der Bretagne und erschoss binnen drei Stunden sieben Menschen, darunter seinen eigenen Vater. Fünf weitere Personen wurden verletzt. Ein Gericht erklärte den Täter später wegen seiner psychischen Erkrankung für schuldunfähig.
Der Tathergang
Gegen 11 Uhr verließ der Täter sein Haus in Dol-de-Bretagne in seinem roten Volvo und fuhr über mehrere Orte hinweg, darunter Baguer-Morvan, Combourg, Saint-Domineuc und Saint-André-des-Eaux, wobei er wahllos auf Menschen schoss. Unter den Toten waren sein eigener Vater und sein Onkel sowie fünf weitere, teils zufällig anwesende Personen im Alter zwischen 33 und 74 Jahren. Gegen 14 Uhr wurde er in Saint-André-des-Eaux von Gendarmen festgenommen, ohne Widerstand zu leisten.
Der Täter
Ein ausführliches Profil zum Täter, seiner psychiatrischen Vorgeschichte und den Hintergründen der Tat ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Guy Martel.
Einordnung
Der Fall, in Frankreich als Tuerie de Bretagne bekannt, zählt zu den folgenreichsten Amokläufen der französischen Nachkriegsgeschichte. Weil der Täter vor Gericht für unzurechnungsfähig erklärt wurde, kam es nie zu einer strafrechtlichen Verurteilung, er blieb bis zu seinem Tod 2015 dauerhaft in psychiatrischer Unterbringung.