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Amoklauf von Austin: Scharfschütze tötet vom Uhrturm der University of Texas

Der Uhrturm der University of Texas in Austin, von dem aus Charles Whitman schoss
Guðsþegn, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Am 1. August 1966 verschanzte sich der 25-jährige Charles Whitman auf der Aussichtsplattform des Uhrturms der University of Texas in Austin und schoss von dort über 90 Minuten wahllos auf Passanten auf dem Universitätsgelände. 17 Menschen starben, mehr als 30 weitere wurden verletzt. Es war einer der ersten großen Amokläufe an einer amerikanischen Bildungseinrichtung.

Die Tat

In der Nacht zuvor hatte er bereits seine Mutter und seine schlafende Ehefrau erstochen. Am nächsten Morgen fuhr er zum Campus, tötete auf dem Weg zum Turm drei weitere Menschen im Hauptgebäude und verschanzte sich anschließend auf der Aussichtsplattform. Von dort schoss er mit mehreren mitgeführten Gewehren auf Menschen auf dem Universitätsgelände, bis es den Polizisten Ramiro Martinez und Houston McCoy gelang, die Plattform zu erreichen und ihn zu erschießen.

Der Täter

Charles Whitman hatte zuvor als Scharfschütze bei den US Marines gedient und galt nach außen lange als vorbildlicher Student und Ehemann. In den Monaten vor der Tat klagte er wiederholt über starke Kopfschmerzen und aggressive Impulse, die er selbst nicht erklären konnte. Ein ausführliches Profil zu seinem Werdegang und der Tat ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Charles Whitman.

Der Hirntumor

Bei der anschließenden Obduktion fanden Ärzte ein Glioblastom, das auf die Amygdala drückte, jenen Hirnbereich, der unter anderem für die Regulierung von Angst und Aggression zuständig ist. Ob der Tumor sein Verhalten tatsächlich beeinflusste, wurde unter Medizinern kontrovers diskutiert und ließ sich nie abschließend klären.

Nachwirkungen

Der Amoklauf veränderte nachhaltig, wie Polizei und Universitäten in den USA auf derartige Bedrohungslagen reagieren, unter anderem durch die spätere Einrichtung spezialisierter SWAT-Einheiten. Der Uhrturm, von dem aus geschossen wurde, ist bis heute ein zentrales Wahrzeichen des Campus und wird bei besonderen Anlässen beleuchtet.