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Amoklauf von Alphen aan den Rijn: Sechs Tote bei Schüssen im Einkaufszentrum De Ridderhof

Ministerpräsident Mark Rutte am improvisierten Blumenmeer vor dem Einkaufszentrum De Ridderhof nach dem Amoklauf
Wikimedia Commons / Minister-president (Flickr) · CC BY 2.0
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Am Mittag des 9. April 2011 eröffnete ein 24-jähriger Mann im Einkaufszentrum De Ridderhof in Alphen aan den Rijn das Feuer auf Passanten. Sechs Menschen starben, 17 weitere wurden verletzt, bevor der Täter sich selbst tötete. Der Amoklauf zählt bis heute zu den schwersten Gewalttaten in der jüngeren niederländischen Geschichte.

Der Tathergang

Gegen 12.02 Uhr betrat der mit einer Schutzweste ausgestattete Täter das Einkaufszentrum und feuerte über mehrere Minuten hinweg mehr als hundert Schuss aus einem halbautomatischen Gewehr vom Typ Smith & Wesson M&P15-22 ab, das er erst drei Monate zuvor legal erworben hatte. Unter den Todesopfern waren drei Frauen im Alter von 91, 68 und 45 Jahren sowie drei Männer im Alter von 80, 49 und 42 Jahren. Anschließend erschoss er sich selbst im dortigen Albert-Heijn-Supermarkt mit einem Revolver.

In einem hinterlassenen Brief behauptete er, in drei weiteren Einkaufszentren Sprengstoff versteckt zu haben, was sich als Falschinformation herausstellte. Sein genaues Motiv blieb ungeklärt. Mehr zu seiner Person und seinem Werdegang im Täterprofil Tristan van der Vlis.

Behördenversagen bei der Waffenlizenz

Der Täter hatte trotz einer bekannten psychiatrischen Vorgeschichte, mehrerer Suizidversuche und des ausdrücklichen Protests seiner Eltern regulär eine Waffenlizenz erhalten, die 2010 sogar noch erweitert wurde. Das Berufungsgericht Den Haag entschied 2018, die Polizei hätte ihm angesichts seiner psychischen Erkrankung niemals eine solche Lizenz ausstellen dürfen, und verurteilte sie zu Schadensersatzzahlungen an Opfer und Angehörige. Der Hoge Raad, das höchste niederländische Gericht, bestätigte dieses Urteil 2019 endgültig.

Folgen

Am 10. April 2011 nahmen rund 5.000 Menschen gemeinsam mit Ministerpräsident Mark Rutte an einer Gedenkveranstaltung in Alphen aan den Rijn teil, wenige Tage später wehten die Flaggen an Regierungsgebäuden auf Halbmast. Der Fall führte zu einer breiten öffentlichen Debatte über die Vergabepraxis von Waffenlizenzen an Mitglieder von Schießvereinen in den Niederlanden und wurde später mehrfach in Büchern und Dokumentationen aufgearbeitet.

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