Amoklauf von Aci Castello: Bürgermeister und vier weitere Menschen erschossen
Am Morgen des 2. Mai 2003 eröffnete ein 32-jähriger Gemeindeangestellter im Rathaus von Aci Castello, einer Küstenstadt wenige Kilometer nördlich von Catania, das Feuer und tötete innerhalb weniger Minuten fünf Menschen. Unter den Opfern war auch der amtierende Bürgermeister der Gemeinde.
Der Tathergang
Der Täter schoss zunächst auf einen 66-jährigen Rentner, der auf einer Bank vor dem Rathaus saß, und drang anschließend in die Gemeindeämter ein. Dort erschoss er den Bürgermeister, zwei Gemeindeangestellte und einen weiteren, über ein kommunales Beschäftigungsprogramm angestellten Mitarbeiter. Nach der Tat floh er zu Fuß, entführte einen Autofahrer samt dessen Wagen und legte mit ihm als Geisel mehr als hundert Kilometer quer durch Sizilien zurück, bis in die Provinz Ragusa. Am Wallfahrtsort Madonna delle Salute in Vittoria ließ er die Geisel unversehrt frei und richtete sich kurz darauf in der dortigen Kirche selbst.
Der Täter
Ein ausführliches Profil zum Täter, seinem Werdegang und dem mutmaßlichen Motiv der Tat, einer abgelehnten Bewerbung um einen Fahrerposten in der Gemeindeverwaltung, ist im Täter-Verzeichnis zu finden: Giuseppe Leotta.
Einordnung
Die Tat gehört zu den schwersten Gewalttaten, die eine italienische Kommunalverwaltung je getroffen haben. Ein förmliches Gerichtsverfahren blieb durch den Suizid des Täters aus, sodass sein psychischer Zustand im Vorfeld der Tat nie umfassend aufgeklärt wurde. In der Gemeinde Aci Castello blieb der Amoklauf noch Jahre später als eines der prägendsten Ereignisse ihrer jüngeren Geschichte im Gedächtnis.
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