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02. Oktober 2026
Update

Schüsse beim Aarauer Rave: Polizei spricht von Amoktat, 43-Jähriger in Untersuchungshaft

Blick auf Delsberg, den Hauptort des Kantons Jura, aus nordöstlicher Richtung
Patrick Kurmann, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Nach den tödlichen Schüssen beim Aarauer Rave in der Nacht zum 30. August 2026 ist der mutmaßliche Schütze in Haft. Ein 43-jähriger Schweizer aus dem Kanton Jura stellte sich in der Nacht auf Montag, den 31. August, selbst der Polizei. Die Kantonspolizei Aargau stuft die Tat inzwischen als Amoklauf ein und geht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Einzeltäter aus. „Es gibt keinerlei Hinweise auf weitere tatbeteiligte Personen”, sagte Polizeikommandant Michael Leupold. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe im Zusammenhang mit der Tat nicht mehr. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Selbststellung nach rund 24 Stunden Fahndung

Nach den Schüssen hatte die Polizei fast einen ganzen Tag lang nach dem Täter gefahndet. Der Mann meldete sich schließlich kurz nach 1 Uhr nachts bei der Kantonspolizei Jura in Delsberg und gab an, die Tat begangen zu haben. Seitdem verweigert er die Aussage, wie der Aargauer Kantonsstaatsanwalt Christoph Rüedi am Mittwoch, dem 2. September, bei einer Pressekonferenz sagte. Das Zwangsmaßnahmengericht ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft an. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau ermittelt unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung, Mordes und Verstößen gegen das Waffengesetz.

Nach Medienberichten ist der 43-Jährige Schweizer ohne Migrationshintergrund und wohnt im Kanton Jura. Er war als Armeekoch ausgebildet und wurde 2013 aus der Dienstpflicht entlassen. Der Polizei war er bis zur Tat nicht bekannt. Bei seiner Selbststellung gab er an, es gehe ihm gesundheitlich seit längerer Zeit schlecht. Die Ermittler sprechen von psychischen Problemen, nähere Angaben zu seiner Verfassung machten sie nicht. Eine Diagnose liegt nach bisherigen Angaben nicht vor.

Rund 40 Schüsse in die Menge

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand gab der Schütze unmittelbar nach dem Ende der Veranstaltung rund 40 Schüsse mit einem Sturmgewehr vom Typ AK-74 wahllos auf Besucher vor dem Gelände ab, an dem sich zu diesem Zeitpunkt über 100 Menschen aufhielten. Anschließend soll er auf dem Parkplatz mit einer Pistole geschossen haben und dann mit seinem Auto geflohen sein. Am Tatort wurden Hülsen aus zwei verschiedenen Waffen gefunden. In seinem Auto stellte die Polizei zwei Pistolen und ein Sturmgewehr sicher. Die drei Waffen waren nach Angaben der Ermittler legal registriert, der Mann hatte sie vor rund 20 Jahren erworben.

Die Opfer

Die Polizei korrigierte ihre ersten Angaben zur Herkunft der Opfer. Bei der Getöteten handelt es sich um eine 22-jährige Italienerin. Verletzt wurden vier Schweizer Männer und eine Deutsche im Alter zwischen 24 und 31 Jahren, teils leicht, teils schwer. Alle sind nach Angaben der Polizei inzwischen außer Lebensgefahr.

Die 24-jährige Deutsche, die in der Schweiz lebt, schilderte der Zeitung „Blick”, sie sei nach den Schüssen und Schreien mit anderen davongerannt und habe zunächst gar nicht bemerkt, dass sie getroffen worden war. Erst später habe sie Blut gesehen. Zwei Streifschüsse hatten sie an der Hüfte verletzt. Die Wunden heilten gut, sagte sie.

Kein extremistischer Hintergrund

Anfangs hatten die Ermittler einen Terroranschlag, einen Amoklauf und eine Abrechnung im kriminellen Milieu als gleichrangige Hypothesen behandelt. Inzwischen gibt es nach Angaben der Behörden keine Hinweise auf einen ideologischen oder gewaltextremistischen Hintergrund, weder rechts- noch linksextremistisch noch islamistisch. Bekannte Verbindungen zu extremistischen Bewegungen hatte der Mann nicht. Auch für Mittäter oder Mitwisser gibt es keine Anhaltspunkte. Das Motiv ist weiterhin unklar.

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